Studie: Alfa Romeo 4C – Leidenschaft pur

Dramatische Optik, Heckantrieb, Leichtbau und furiose Fahrleistungen – mit dem 4C zeigt Alfa Romeo in Genf eine heiße Flunder, die das etwas matte Sportimage der italienischen Kultmarke wieder aufpolieren dürfte. Der als Studie deklarierte Genf-Debütant soll schon 2012 als Serienmodell kommen.

Die Proportionen der knapp vier Meter kurzen Flunder sind beeindruckend. Der Italiener kauert besonders flach auf dem Boden, bietet kurze Karosserieüberhänge und ausladendende Rundungen. Auch sein muskulöses Heck, in dem der Motor untergebracht wurde, lässt über das sportliche Ansinnen des Zwerg-Ferraris keine Zweifel aufkommen.

Auch der knapp bemessene Innenraum präsentiert sich sportlich. Hier wurde die Kommandozentrale aufs Wesentliche reduziert und eng um den Fahrer angeordnet. Die Insassen nehmen auf Sportschalensitzen platz, hinter dem nach unten abgeflachten Lenkrad befinden sich Schaltwippen, mit denen sich die Gänge des Doppelkupplungsgetriebes manuell wechseln lassen. Karbon und Alu sind die dominierenden Materialien des Interieurs.

Nur 850 Kilogramm

Vor allem diese Werkstoffe sind für das besonders leichte Chassis verantwortlich. Der massive Einsatz von Karbon soll das Gesamtgewicht des 4C auf bescheidene 850 Kilogramm drücken. Sollte das spätere Serienmodell mit diesem Gewicht antreten, wäre der 4C in Sachen Leichtbau eine echte Sensation.

Ein entsprechend leichtes Spiel hat der 1,8-Liter-Vier-Zylinder-Turbobenziner. Laut Alfa kommt das Aggregat in der 4C-Studie in einer 200 PS starken Ausführung zum Einsatz. Die Sprintzeit soll laut Hersteller unter für Sekunden liegen, die Höchstgeschwindigkeit deutlich jenseits von 250 km/h.

Gegen TT und Cayman

Auch für gehobenen Kurvenspaß bietet der 4C beste Voraussetzung. Sein geringes Gewicht, eine vermutlich steife Karosserie (Karbon), der niedrige Schwerpunkt, der kurze Radstand, eine Achslastverteilung von 40 zu 60 (vorne/hinten), der Heckantrieb und das Fahrwerk mit Multilenker-Aufhängung vorne und McPherson-Federbeinen hinten versprechen Glücksmomente in engen Kurven.

Bereits zur IAA 2011 will Alfa Romeo die endgültige Serienversion des 4C präsentieren. Wohl nur einige Monate später dürfte die Fahrmaschine dann in den Markt kommen. Mit Spannung darf man vor allem die Preisansage erwarten. Der Einsatz von reichlich Karbon legt die Vermutung nahe, dass der 4C nicht in der Schnäppchen-Liga antreten wird und wahrscheinlich Audi TT oder Porsche Cayman seine künftigen Gegner sein werden.

Wirklich eigene Plattform?

So sehr man sich wünscht, dass Alfas Ankündigungen möglichst bald Taten folgen, so sehr wundert man sich, wie es die angeschlagene Fiat-Tochter geschafft hat, den 4C so schnell auf eine selbst entwickelte Mittelmotor-Plattform zu stellen. Ein solcher Sportwagen verlangt ein hohes Investment, das sich zudem rechnen muss. Das kann es aber nur, wenn auch andere Marken des Fiat-Konzerns entsprechende Derivate brächten und noch ein offener Spider folgen würde.

Noch billiger wäre es, eine bestehende Plattform zu nutzen, hier gäbe es einige mögliche Kandidaten. Lotus Elise, KTM X-Bow oder Artegas GT haben ähnliche Proportionen und setzen auch auf konsequenten Leichtbau. Über Karl-Heinz Kalbfell bestünde auch eine personell-technische Verbindung zwischen Artega und Alfa und seit Ende 2010 auch zu Lotus. Zwar besteht Alfa darauf, dass es sich beim 4C um einen reinrassigen Romeo handelt. Doch Kostenoptimierer und Konzernchef Marchionne wird hier sicher eher die Definition von "reinrassig" erweitern, als Millionen in eine Nischenplattform zu investieren. (mh)

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