Weltpremiere: Fiat 500 – Auferstehung, zweiter Versuch

Als Fiat vor ziemlich genau drei Jahren auf dem Genfer Autosalon das Tuch lupfte und darunter der Trepiuno zum Vorschein kam, konnte man die überraschte Begeisterung der Betrachter regelrecht spüren: Endlich wieder ein 500er, endlich wieder ein Fiat zum Verlieben!

Nur kurze Zeit später wurde das Projekt mangels Moneten ad acta gelegt. Nun feiert der Totgesagte quasi seine zweite Auferstehung, und zwar bereits am 4. Juli dieses Jahres - auf den Tag genau zum 50. Geburtstag des Originals.
Das dreijährige Hin-und-her um den neuen 500 spiegelt die Turbulenzen der Marke Fiat wider. 2004 noch sollte der Kleinwagen in Kooperation mit General Motors entstehen. Mit dem Ende der italienisch-amerikanischen Beziehung starben dann auch die Pläne für den Retro-Zwerg, denn ohne finanzkräftigen Partner war das Projekt schlicht zu teuer.

Im Herbst 2005 meldete sich schließlich Ford, ebenfalls auf der Suche nach Unterstützung für die Entwicklung eines neuen Kleinstwagens. Ergebnis: Der Nachfolger des Ford Ka und der neue 500er teilen sich die Plattform, die letztlich vom Fiat Panda stammt. Gebaut werden Zwerg Pflaume und der kleine Italiener gemeinsam im polnischen Werk Tichy.

Ganz der Opa

Die Querelen sieht man dem neuen Cinquecento zum Glück nicht an. Ziemlich nah an der 2004er Studie geblieben, scheint der jüngste Fiat-Spross seinem bis 1976 gebauten Großvater wie aus dem Gesicht geschnitten. Auch der setzte ungeniert aufs Kindchenschema, weckte mit seinen großen Unschuldsaugen, den wohlgenährten Bäckchen und dem gut gepolsterten Popo die Ur-Reaktion: Herrgott, ist der süß!

Und wie der Nuova 500 aus dem Jahre 1957 ist auch der neue Cinquecento ein Bekenntnis an den automobilen Minimalismus. Direkt vergleichbar sind Opa und Enkel aber nicht. Das Original war keine drei Meter lang, wog gerade einmal 500 Kilogramm und wurde anfangs von einem 13,5 PS schwachen Zweizylinder mit 500 Kubikzentimeter Hubraum - daher der Name - angetrieben.

Klein heißt heute größer

Ein halbes Jahrhundert und unzählige Crashvorschriften später darf man froh sein, wenn ein Kleinwagen unter der Vier-Meter-Marke bleibt. Der neue Fiat 500 misst sogar nur 3,55 Meter, ist 1,65 Meter breit und 1,49 Meter hoch. Zum Gewicht hat sich Fiat noch nicht geäußert, gängige Komfort- und Sicherheitsfeatures vorausgesetzt muss aber mit rund einer Tonne gerechnet werden.

Hinsichtlich der Motoren geben sich die Italiener offen - und schüren die Vorfreude. Schon der rund 10.000 Euro teure Basisbenziner mit 69 PS dürfte für jede Menge Fahrspaß gut sein, ganz zu Schweigen vom 1,3-Liter-Turbodiesel mit 75 PS und dem vorläufigen Topbenziner mit 1,4 Liter Hubraum und 100 PS.

Da eben dieser Tage auch die alte Haustuning-Marke Abarth wiederbelebt wurde, liegt auch eine entsprechende Variante des 500er nahe. Die ab Sommer erhältlichen neuen Turbomotoren (T-Jet Motorenfamilie) beispielsweise schöpfen aus 1,4 Liter Hubraum locker 150 PS.

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