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Fokus: Caravaning
Fokus: Caravaning

Expeditionsmobile: Gewichtsklassen, Kosten und Hersteller

Im Expeditionsfahrzeug die Welt bereisen und dabei wochenlang ohne Kontakt zur Zivilisation auskommen. Dafür werden Expeditionsmobile mit Allrad gebaut. Welche Basisfahrzeuge gut sind, welche Kosten dich erwarten und welche Gewichtsklasse die richtige für dich ist, erfährst du hier.

Welches Basisfahrzeug für Expeditionsmobile?

Als Basisfahrzeuge für Expeditionsfahrzeuge werden oft die Allrad Varianten von Mercedes, MAN, Unimog, Iveco oder auch Defender benutzt. Welches das richtige Basisfahrzeug für ein Reisemobil ist, lässt sich dabei nicht so pauschal sagen. Viel mehr kommt es auf die eigenen Wünsche an:

  • Welche Kabinengröße wird angestrebt
  • Wie aufwändig sind Ersatzteile in der Zielregion zu beschaffen
  • Wie geländegängig soll das Reisemobil werden
  • Welcher Führerschein ist vorhanden bzw. wird noch gemacht
  • Wie hoch dürfen die Kosten sein

Die Antworten auf diese Fragen liefern einen ersten Hinweis auf die möglichen Allrad Basisfahrzeuge. Nicht zu unterschätzen ist dabei die angestrebte Gewichtsklasse des Expeditionsmobils und der damit nötige Führerschein.

Expeditionsmobile bis 3.5 Tonnen

Die kleinsten und leichtesten Expeditionsfahrzeuge haben ein Gesamtgewicht von unter 3.5 Tonnen. Dass hier bereits das Basisfahrzeug ein Leichtgewicht sein muss, ist klar. In dieser Kategorie werden die meisten Reisemobile auf Land Rover Defender oder Mercedes G-Klasse Chassis aufgebaut. Ob auf den Geländewagen eine kleine Wohnkabine kommt oder mittels Aufstelldach bzw. Dachzelt für Wohn- und Schlafbereich gesorgt wird, ist den individuellen Wünschen des neuen Expeditionsmobil-Besitzers überlassen.

Die Fakten zu Expeditionsmobilen unter 3.5 Tonnen im Überblick

  • Leichte Basisfahrzeuge wie Land Rover Defender oder Mercedes G-Klasse
  • Geringere Anschaffungs- und Unterhaltskosten
  • Gute Geländegängigkeit mit Einschränkungen
  • Führerschein Klasse B
  • Platz und Gewichtsbeschränkungen groß
  • Beschränkte Autarkie

Klar ist auch, dass die maximale Freiheit mit kleinen Expeditionsmobilen schwer zu erreichen ist. Einerseits sind ihnen gerade in steinigem Gelände schneller Grenzen gesetzt, andererseits fehlt den Reisemobilen der Platz sowie die Zuladung für größere Mengen Zusatztreibstoff, Wasser sowie Nahrungsmittel.

Caravaning - 3,5t Expeditionsmobil

Der Vorteil von kleinen Expeditionsmobilen liegt aber in ihrer Wendigkeit und dem kompakten Außenmaß. Bis 3.5 Tonnen gelten keine speziellen Verkehrsregeln oder Tempo 100 Beschränkungen auf der Autobahn. Auch Städte lassen sich bequem erkunden, die Kosten im Unterhalt von diesen kompakten Reisemobilen sind deutlich geringer und auch sie kommen schon weit im Gelände voran.

Expeditionsmobile bis 7.5 Tonnen

Fernreisemobile bis 7.5 Tonnen sind der Kompromiss unter den Expeditionsmobilen. Sie sind schon außerordentlich geländegängig, bieten viel Bodenfreiheit und Nutzlast sowie Platz für längere Autark-Zeiten. Und doch sind diese Expeditionsmobile ein Kompromiss, denn soll das Expeditionsfahrzeug unter 7.5 Tonnen bleiben, muss beim Ausbau und der Zuladung das Augenmerk stehts auf dem Gewicht liegen.

Die Fakten zu Expeditionsmobilen unter 7.5 Tonnen im Überblick

  • leichtere LKW Basisfahrzeuge wie Iveco Daily, Mercedes Sprinter oder Unimog
  • mittlere Anschaffungs- und Unterhaltskosten
  • Sehr gute Geländegängigkeit + gute Autarkie
  • Führerschein Klasse C1, C1E oder C benötigt
  • Gewichtsbeschränkung
  • Zusätzliche Reglementierung z.B. Tempo 100, LKW Fahr-/Überholverbote

Allrad Basisfahrzeuge wie Iveco Daily oder Mercedes Sprinter wiegen in der Regel rund 1.8 Tonnen. Kommt eine Wohnkabine samt Innenausbau dazu und werden die Zusatztanks mit Diesel und Wasser gefüllt, liegen wir für das Expeditionsmobil schon bei drei bis vier Tonnen. Kommen die persönlichen Gegenstände, die zusätzliche Technik und die Lebensmittel-Vorräte dazu, fallen schwere Luxusgegenstände wie Waschmaschine, Quad oder noch größere Zusatztanks oft dem maximal zulässigen Gesamtgewicht von 7.5 Tonnen zum Opfer.

Weiter zu beachten ist, dass bei Expeditionsmobilen zwischen 3.5 und 7.5 Tonnen bereits auf den Führerschein geschaut werden muss. Wer noch den alten "roten Lappen" mit der Klasse 3 hat, darf Fahrzeuge bis 7.5 Tonnen Gesamtgewicht fahren. Wer nach 1999 den Führerschein gemacht hat, muss einen Führerschein für die Klasse C1, C1E oder im besten Fall gleich Klasse C besitzen.

Expeditionsfahrzeuge über 7.5 Tonnen

Die wirklich großen Expeditionsmobile mit dem maximalen Wohnkomfort und der längst möglichen Freiheit durch Autarkie sind über 7.5 Tonnen. Hier stellen sich dann Fragen wie "Soll das Expeditionsmobil 2-achsig oder 3-achsig sein", "sollen zwei Motorräder oder gleich das Quad mitgeführt werden" aber auch "kommen wir da überhaupt noch durch" bzw. "trägt uns die Brücke?"

Die Fakten zu Expeditionsmobilen über 7.5 Tonnen im Überblick

  • LKW Basisfahrzeuge wie MAN oder Mercedes
  • hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten
  • Sehr gute Geländegängigkeit + ausgezeichnete Autarkie
  • Führerschein Klasse C oder CE benötigt
  • Zusätzliche Reglementierung z.B. Tempo 100, LKW Fahr-/Überholverbote
  • Grenzen in der Zivilisation aufgrund des Gewichts

Als Basisfahrzeuge der schweren Expeditionsmobile werden meistens MAN oder Mercedes genutzt, wobei die MAN günstiger in der Anschaffung und entsprechend verbreiteter sind, Mercedes dafür mit einem besseren Servicenetz punktet. Auch ein kleines Auto, ein Quad oder das Motorrad können ohne Überlegung im oder als Anhänger hinter dem Expeditionsmobil mitgeführt werden.

Caravaning - MAN Expeditionsmobil

Beim Führerschein kommt bei Expeditionsfahrzeugen über 7.5 Tonnen keiner mehr an der Führerscheinklasse C oder CE vorbei und der damit einhergehenden Gesundheits- und Augenuntersuchung, die alle 5 Jahre zur Verlängerung der Fahrerlaubnis nötig ist.

Was kostet ein Expeditionsmobil?

Ein Expeditionsfahrzeug schlüsselfertig mit Allrad gibt es neu vom Hersteller ab 80'000 Euro. Die größeren Reisemobile kosten schon mal einige hunderttausend Euro. Je grösser, aufwändiger, luxuriöser und individueller desto teurer - wobei gegen oben kaum Grenzen im Preis gesetzt sind.

Es gibt aber auch günstigere Möglichkeiten, an ein solches Reisemobil zu kommen: Kauf dein Expeditionsmobil gebraucht!

Expeditionsmobil gebraucht kaufen

Neufahrzeuge beherbergen ein gewisses Risiko der Kinderkrankheiten. In den ersten tausend Kilometern des Expeditionsmobils zeigt sich, ob die Kombination aus Basisfahrzeug und Wohneinheit harmoniert, wo die Schwachstellen sind und was für erneut teures Geld angepasst werden muss. Hat so ein Expeditionsfahrzeug erstmal ein paar Reisen hinter sich, hat der Besitzer schon einige Erfahrungen damit gemacht und im Idealfall einiges am Reisemobil optimiert. Das macht den Kauf gebrauchter Expeditionsmobile attraktiv - und natürlich auch, dass ein gebrauchtes Expeditionsfahrzeug jetzt gleich verfügbar ist und nicht erst in 1-2 Jahren.

Welche professionellen Hersteller von Expeditionsfahrzeugen gibt es?

Die Auswahl an Herstellern von Expeditionsmobilen ist groß, die individuellen Möglichkeiten ebenfalls. Es lohnt sich, zum Beispiel an Messen wie der Abenteuer Allrad oder der Adventure Northside bzw. Southside die Reisemobile der verschiedenen Hersteller und Manufakturen anzuschauen und so eine Vorentscheidung zu treffen.

Eine kurze Übersicht von einigen Herstellern und ihren Expeditionsfahrzeugen:

Hersteller Kategorie Modell + Basisfahrzeug Preis
Woelcke 4.3t Mercedes G-Klasse Professional ab 95'000 Euro
Woelcke 7.5t Unimog 435 ab 85'000 Euro
Bimobil 7t EX 420 auf Iveco Daily ab 195'318 Euro
Bimobil 10.5t EX 480 auf Mercedes Atego ab 237'450 Euro
Orangework 3.05t Land Rover Defender 110Tdi Auf Anfrage
Unicat 18t TerraCross55 - comfort plus auf MAN TGM Auf Anfrage
Bocklet 9.8t Dakar U690 auf Unimog 4023 Auf Anfrage

Welche Farbe ist optimal für ein Expeditionsfahrzeug?

Tatsächlich gibt es gemäß Tests einen direkten Zusammenhang zwischen der Aussenfarbe eines Expeditionsmobils und der Temperatur im Innern der Wohnkabine. Je heller die Farbe des Reisemobiles, desto kühler ist es in seinem Innern.

Aufwändige Folierungen oder spezielle Lackierungen des Expeditionsmobils können, wenn sie in dunkler Farbe sind, deshalb nicht nur kostspielig, sondern auch kontraproduktiv sein. Brennt die Sonne vom Himmel, reflektieren weiße bzw. helle Farben das Licht, während die dunklen die Strahlen absorbieren und die so erhaltene Energie in Wärme umsetzen.

Wer es trotzdem bunt mag, kann das schlecht einsehbare Dach seines Expeditionsmobils beispielsweise weiß lassen und nur die Seiten auch mit dunkleren Farben gestalten.

Fazit

Selbst wenn der Entschluss zum Kauf eines Expeditionsmobils gefallen ist, bleiben viele Fragen nach Größe, Gewicht und Aufbau zu klären und das zeitaufwändige an der Sache ist, dass nur du als späterer Nutzer des Expeditionsmobiles die Antwort darauf herausfinden kannst.

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