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Fokus: Diesel
Fokus: Diesel

Abgasnorm: Was ist das?

Der Begriff der „Abgasnorm“ begegnet einem seit dem Dieselskandal ständig. Aber was steckt wirklich dahinter? Einfach gesagt handelt es sich hierbei um Grenzwerte für Abgase von Kraftfahrzeugen.

Ganz neu ist das Thema allerdings nicht. Bereits in den 1960er Jahren wurden in Kalifornien die ersten Abgasgrenzwerte festgelegt – aufgrund des lästigen Sommer-Smogs in Los Angeles. In der Europäischen Gemeinschaft traten die ersten Abgasvorschriften dagegen ab 1970 in Kraft – zunächst beschränkt auf die Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoff (HC). 1977 wurden die Abgasgrenzwerte um Stickstoffoxid (NOx) erweitert und 1988 kamen schließlich die Grenzwerte für Rußpartikel aus Dieselmotoren hinzu.

Wie wird heute in der EU klassifiziert?

Die Einteilung der Fahrzeuge erfolgt in Schadstoffklassen, die mit eindeutigen Schlüsselnummern belegt sind. Diese Emissionsschlüsselnummern dienen zum einen der Berechnung der Kfz-Steuer. Zum anderen werden auf ihrer Basis die Umweltplaketten für die jeweiligen Umweltzonen erteilt. Bei Kleinkrafträdern, Leichtkrafträdern sowie landwirtschaftlichen Zugmaschinen wirkt sich die Schadstoffklasse steuerrechtlich nicht aus.

Die Fahrzeuge werden unterschieden nach Motor- und nach Fahrzeugtyp. Aufgrund der zunehmenden Begrenzung und überwachung der Werte durch die Europäische Union sind die Fahrzeughersteller verpflichtet, die Einhaltung der Grenzwerte über einen festgelegten Zeitraum und innerhalb einer benannten Kilometerleistung zu garantieren. Bei systematischen Fehlern werden Fahrzeuge auch zurückgerufen. In Europa gilt für neue PKW seit dem September 2009 die Euro-5-Plakette. Zwischenzeitlich gab es einige Normen, die nur in der Bundesrepublik existierten und hier angewandt wurden. Diese sogenannten D-Normen lehnten sich an die Euronormen an, wiesen aber unterschiedliche Prüfzyklen auf. Bei Neuzulassungen wurde 2001 die D3-Norm durch die Euro 3-Norm ersetzt, während 2005 die D4-Norm in die Euro 4-Norm überging. Betrug nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes der Prozentsatz der Fahrzeuge, die der Abgasnorm Euro4 entsprechen, im Jahre 2009 lediglich ca. 37 Prozent, waren es zu Beginn des Jahres 2010 bereits ca. 43 Prozent der zugelassenen Personenkraftwagen.

Unterschieden werden die Fahrzeuge nach Motor- und Fahrzeugtyp. Aufgrund der zunehmenden Begrenzung und Überwachung der Werte durch die Europäische Union sind die Fahrzeughersteller verpflichtet, die Einhaltung der Grenzwerte über einen festgelegten Zeitraum und innerhalb einer benannten Kilometerleistung zu garantieren. Bei systematischen Fehlern werden Fahrzeuge auch zurückgerufen. In der EU galt für neue Pkw seit September 2009 die Euro-5-Plakette, seit September 2014 die Abgasnorm nach Euro 6. Zwischenzeitlich gab es einige Normen, die nur in der Bundesrepublik existierten und hier angewandt wurden. Diese sogenannten D-Normen lehnten sich an die Euronormen an, wiesen aber unterschiedliche Prüfzyklen auf. Bei Neuzulassungen wurde 2001 die D3-Norm durch die Euro 3-Norm ersetzt, während 2005 die D4-Norm in die Euro 4-Norm überging. Übrigens: mehr als 50 Prozent der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge erfüllen laut Kraftfahrt-Bundesamt zum 01.01.2019 eine Abgasnorm nach Euro 5 oder Euro 6.

Das sollen Abgasnormen bringen

Abgasnormen sollen helfen, die Schadstoffbelastungen der Umwelt zu verringern und die Mengen an Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffoxid (NOx), Kohlenwasserstoff (HC) und Luftpartikeln zu beschränken. Danach werden Schlüsselnummern als Code vergeben, aus denen sich die Abgasnorm berechnet und die Zuteilung zu Umweltzonenschildern erfolgt, die mit dem Fahrzeug befahren werden dürfen.

Euro 6, 6d-TEMP, 6d

Wie unterscheiden sich diese Normen?

Euro 6:

  • Von dieser Norm gibt es weitere „Unter-Normen“ wie Euro 6c, 6d und 6d-TEMP.
  • Auf dem Prüfstand soll das Auto maximal eine Menge von 80 mg NOx pro Kilometer ausstoßen (für Benziner gilt eine Höchstgrenze von 60 mg pro Kilometer).
  • Als Messverfahren gilt der „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ (WLTP)-Zyklus – erst ab Euro 6d-TEMP ist das zusätzlich integrierte RDE Messverfahren vorgeschrieben, das den Verbrauch auch auf der Straße misst.

Euro 6d-TEMP:

  • Ist ab 1. September 2019 Pflicht.
  • Zusätzlich zum WLTP-Zyklus wird jetzt auch der RDE-Zyklus vorgeschrieben. Hier misst man den Realausstoß im Fahrbetrieb.

Euro 6d:

  • Gilt für neue Modelle ab Januar 2020 und für alle Neuwagen ab Januar 2021.
  • Weitere Verschärfung der Grenzwerte im Vergleich zu Euro 6d-TEMP. Diesel dürfen nach dieser Norm statt 168 mg/km nur noch 120 mg/km ausstoßen.

WLTP-Messverfahren. Eine Norm, die zählt

Seit dem 1. September 2018 dürfen Neuwagen nur noch dann zugelassen werden, wenn ihre Emissionen nach dem neuen WLTP-Messverfahren ermittelt wurden. Dieses Messverfahren liefert deutlich genauere und realistischere Werte – zusätzlich ist darin eine Messung der Real Drive Emissions (RDE) auf der Straße vorgesehen, die für die Norm Euro 6d-TEMP und Euro 6d gilt. Im Prüfstands-Messverfahren WLTP dürfen Benziner den NOx-Grenzwert von 60 mg pro Kilometer nicht überschreiten (Diesel 80 mg pro km). Für die Straßenmessung RDE liegt der Benziner-Grenzwert bei 126 mg/km, für den Diesel gilt hier 168 mg/km.

Das RDE Messverfahren

Ab 1. September 2019 gilt zusätzlich der RDE-Test (Real Driving Emissions) für alle neuzugelassenen Fahrzeuge. Derzeit ist das RDE-Messverfahren lediglich für neue Typzulassungen verpflichtend. RDE ergänzt das WLTP-Verfahren um einen wichtigen Punkt: Die Straßenmessung. Das Fahrzeug wird also direkt im realen Fahrbetrieb getestet. Um ein möglichst reales Messergebnis zu erhalten, werden die Fahrzeuge 90 bis 120 Minuten lang im Drittelmix bestehend aus Autobahn, Landstraße und Stadtverkehr bewegt. Testfahrten finden bei -7 bis +35 Grad statt. (Allerdings ohne Vorgaben wie Fahrstrecke, Geschwindigkeit, Wetter oder Verkehrslage)

Die Abgasnorm Euro 6d-TEMP

Die aktuelle Abgasnorm Euro-6d-TEMP erfüllen bereits viele Neuwagen von diversen Herstellern. Verpflichtend für alle Neuzulassungen ist diese Abgasnorm ab September 2019. Insgesamt ist vorgesehen, dass 2020 insgesamt 95 Prozent aller neu zugelassenen PKW maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass das 2015 noch 130 Gramm CO2 pro Kilometer waren. Die dato strengste Abgasnorm Euro 6d ist für neue Modelle ab 1. Januar 2020 und für alle Neuwagen ab Januar 2021 verpflichtend. Bei dieser Norm werden im Vergleich zur 6d-TEMP die Grenzwerte bei der RDE-Messung nochmals verschärft.

Euro 6d-TEMP und Euro 6d

Welche Hersteller bieten Autos dieser Schadstoffklasse an? Inzwischen bieten alle namhaften Autohersteller Euro 6d-TEMP oder Euro 6d Modelle an. Bitte informieren Sie sich direkt beim Hersteller oder den Vertragshändlern selbst, welche Angebote derzeit im Programm sind.

Was kosten eigentlich Fahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 6d-TEMP oder Euro 6d? Unter welchen Modellen können Sie wählen? Schauen Sie doch gleich mal in unserer AutoScout24 Ergebnisliste nach, was derzeit bei uns angeboten wird. Vielleicht ist ja Ihr Traumwagen dabei? Jetzt Modelle entdecken.

Fahrverbote – auch für Euro-6 Diesel?

Die EU Kommission hat bei der Einführung neuer Abgastests die Grenzwerte der Euro-6-Norm im praktischen Fahrbetrieb eigenmächtig gelockert. Die Antwort darauf war, dass dies laut EU-Gericht gesetzeswidrig geschehen ist und somit europäische Großstädte ab 2021 auch neueste Diesel aussperren dürfen. Wer generell in Umweltzonen fahren möchte, in denen es in Zukunft zu Fahrverboten kommen könnte, hat nun zwei Möglichkeiten: Entweder auf einen Benziner umzusatteln oder sich für ein Fahrzeug mit Euro 6d-TEMP bzw. Euro 6d zu entscheiden. Beide Varianten sollen Fahrverbote zunächst nicht befürchten müssen. Schließlich ist ein Fahrverbot für Euro-6-Diesel in keiner deutschen Stadt geplant und die Bundesregierung möchte Euro-6-Diesel sogar gesetzlich von Fahrverboten ausschließen.

Welche Euronorm hat mein Auto?

Anhand der Schlüsselnummer lässt sich schnell die Euro-Norm herausfinden. Deine Schlüsselnummer erhältst du entweder im Feld 1 des Fahrzeugscheins oder im Feld 14 der Zulassungsbescheinigung Teil 1. Gleiche einfach die letzten beiden Ziffern mit dieser Tabelle ab:

Emissionsschlüsselnummer Schadstoffklasse
01, 02, 03, 04, 09, 11, 12, 13, 14, 16, 18, 21, 22, 77 Euro 1
25, 26, 27, 28, 29, 34, 35, 40, 41, 49, 71 Euro 2
30, 31, 36, 37, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61 Euro 3
32, 33, 38, 39, 43, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70 Euro 4
35A0 bis 35M0 Euro 5
36N0 bis 36Y0 Euro 6
00, 05,06,07,08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24, 88 andere Schadstoffklassen

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