Dieselkraftstoff: Die Probleme mit der veralteten Dieselnorm

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Die Zusammensetzung von Diesel ist in einer Norm festgelegt. Was besagt sie, und für welchen Temperaturbereich ist sie definiert? Die Antworten finden Sie hier.

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Die Dieselnorm bestimmt die Zusammensetzung des Kraftstoffs

Diesel wird aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen hergestellt. Er wird für selbstzündende Motoren, sogenannte Dieselmotoren, benötigt. Der Name leitet sich nach dem Erfinder des Motors ab, Rudolph Diesel. Da viele Fahrzeuge mit einem Dieselmotor ausgestattet sind, gibt es den Kraftstoff an allen Tankstellen in verschiedenen Zusammensetzungen zu kaufen. Die Zusammensetzung wird durch eine Norm bestimmt. Diese wird auch als Dieselnorm bezeichnet. Die Verordnung ist im sogenannten 10. BlmSchV definiert. Dabei handelt es sich um die "Zehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immisionsschutzgesetzes". Demnach müssen alle Dieselkraftstoffe die Norm DIN EN 590 erfüllen. Es wird zwischen dem Standard-Dieselkraftstoff und dem Premium-Diesel unterschieden. Letzterem sind unter anderem Additive beigemischt und er hat eine höhere Cetanzahl. Der Motor kann dadurch in seiner Leistung leicht gesteigert werden.

Dieselmotoren stoßen grundsätzlich eine höhere Menge an Schadstoffen aus. Durch die Installation von Filtern in den letzten Jahren konnte dem Schadstoffausstoß dentgegengewirkt werden. Die Dieselnorm wurde dieser Entwicklung jedoch nicht angepasst. In der Konsequenz haben viele Fahrzeugbesitzer in strengen Wintermonaten Probleme. Im Winter wird die Zusammensetzung des Dieselkraftstoffs an die möglichen niedrigen Temperaturen angepasst. Sie tanken den sogenannten Winterdiesel. Die Kraftstoffe sollen bis zu einer Temperatur von minus 20 Grad Celsius keine Probleme bereiten. Dennoch registrierte der ADAC eine erhöhte Anzahl an Winterpannen bei Dieselfahrzeugen, woran die veraltete Dieselnorm eine Mitschuld trägt.

Auch moderne Dieselfahrzeuge bleiben im Winter liegen

Auch moderne Fahrzeuge, die einen Partikelfilter eingebaut haben, bleiben im Winter bereits bei Temperaturen deutlich über -20°C liegen. Nach Recherchen des ADAC soll der Grund der feinmaschige Filter sein. Bei niedrigen Temperaturen bildet sich im Kraftstoff Wachs, sogenannte Paraffinkristalle. Diese bleiben in den Filtern hängen und verstopfen sie. Die Vorgaben für die Filter, sowie die Norm DIN EN 590, müssten aneinander angepasst werden, um dieses Problem zu beseitigen. Das Wissen um die Problematik ist vorhanden, die Umsetzung jedoch noch nicht geregelt.

Wenn Sie einen Diesel mit Partikelfilter fahren, sollten Sie das Fahrzeug bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich möglichst nicht bewegen. Der Diesel kann einfrieren, er "versulzt". Schnelle Abhilfe gibt es in diesem Fall nicht. Sie müssen das Fahrzeug an einem warmen Ort, einer Garage oder einer Autowerkstatt, wieder "auftauen". Wenn der Wetterbericht extreme Kälte ansagt, können Sie Premium-Diesel tanken. Aber auch dieser Kraftstoff ist kein Garant dafür, dass Ihr Fahrzeug nicht seinen Dienst versagt. Er ist bis minus 35 Grad Celsius winterfest, entspricht jedoch auch der veralteten Dieselnorm.

Unter Truckfahrern gibt es einen Trick, den Sie jedoch niemals anwenden sollten: Trucker mischen eine geringe Menge Benzin in den Diesel ein. Beim PKW-Diesel kann diese Methode im schlimmsten Falle zu einem Motorschaden führen.