Rechtzeitig die Kfz-Versicherung wechseln – Ratgeber

Die laufenden Kosten ihres Autos haben Sie im Blick? Auch im Bezug auf die Kfz-Versicherung? Viele Autohalter verkennen das Einsparpotential eines möglichen Versicherungswechsels. Noch bis zum 30. November haben Sie Zeit einen zu teuren Tarif zu kündigen. Neue Angebote gibt es zu Hauf.

Kündigen lassen sich Kfz-Versicherungen in der Regel nur zum Jahresende. Anders als bei vielen anderen Policen muss im Fall einer Fahrzeug-Versicherung eine einmonatige Kündigungsfrist eingehalten werden. Deshalb ist der 30. November finaler Stichtag. Liegt am 1. Dezember noch keine Kündigung vor, verlängert sich der Vertrag automatisch fürs neue Jahr. Eine Kündigung muss auf jeden Fall schriftlich erfolgen. Wer auf Nummer sicher gehen will, verschickt diese per Einschreiben gegen Rückschein.

Vor der Kündigung neue Tarife checken

Bevor man kündigt, sollte allerdings die neue Versicherung in trockenen Tüchern sein. Diese muss am 1. Januar beginnen, wenn man im neuen Jahr weiter legal mit dem Auto unterwegs sein will. Vor einem neuen Vertragsabschluss empfiehlt sich ein sorgfältiger Vergleich verschiedener Angebote. Vor allem beim Abschluss einer Police mit teurem Vollkaskoschutz sollten immer mehrere Versicherer miteinander verglichen werden. Preisunterschiede von 50 Prozent und mehr bei vergleichbarer Leistung sind keine Seltenheit. Besonders einfach ist der Vergleich über Online-Preisvergleichsportale – am besten werden gleich mehrere konsultiert.

Versicherungsumfang prüfen

Nicht immer ist der teuerste Anbieter im individuellen Fall der beste, der günstigste nicht immer der schlechteste. Wichtig ist bei der Bewertung die persönliche Situation. Wer am Waldrand im Freien parkt, sollte zum Beispiel über einen Schutz bei Marderbiss nachdenken. Eine Versicherung gegen Dachlawinen ist in Norddeutschland wahrscheinlich ebenso verschwendetes Geld wie eine gegen Flutschäden im Mittelgebirge. Aber auch bei gängigen Leistungen kann es Unterschiede geben. Billigtarife etwa sichern häufig nicht den Diebstahl fest eingebauter Teile wie Radio oder Navigationssystem ab. Vergleichsweise preiswert sind in der Regel Direktversicherungen, die Kontakte erfolgen dann allerdings lediglich per Mail, Brief oder über eine Hotline.

Haftpflicht, Teil-, oder Vollkasko?

Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland die vergleichsweise günstige Kfz-Haftpflichtversicherung. Kosten lassen sich auch senken, wenn man von einer Vollkasko- in eine Teilkaskoversicherung wechselt. Die Vollkaskoversicherung schützt unter anderem auch vor Vandalismus, wie absichtlich beigebrachten Lackkratzern. Vor allem bei neueren Fahrzeugen empfiehlt sich diese zusätzliche Absicherung gegenüber einem Totalschaden. Ist das Fahrzeug drei Jahre oder älter, lohnt sich möglicherweise der Wechsel in eine Teilkasko. Diese deckt unter anderem noch Reparaturkosten bei Glasbruch und elementare Schäden wie Sturm, Hagel oder einem Blitzschlag ab. Auch durch Marderbisse verursachte Schäden an Kabeln oder Schläuchen sind durch die Teilkasko gedeckt. Meist wird diese Versicherung mit einer Selbstbeteiligung von 150 Euro pro Schadensfall abgeschlossen.

Der neueste Trend sind Telematik-Tarife

Sparen können für Versicherungsnehmer auch mit neuen Tarifarten. Eine Beitragsersparnis versprechen etwa Telematik-Tarife. Hierbei wird die Fahrweise des Versicherungsnehmers aufgezeichnet und die Prämie daran angepasst. So gewährt die HUK-Coburg bei ihrem Telematik-Tarif pauschal 10 Prozent Nachlass auf die Prämie und bis zu 30 Prozent bei entsprechend defensiver Fahrweise. Die Versicherungsgruppe „Die Bayerische“ bietet neuerdings zudem auf ihre Kfz-Versicherungs-Policen 15 Prozent Rabatt für Dashcam-Nutzer.

Sonderkündigungsrecht im Auge behalten

Auch wer eine günstigere Versicherung in Aussicht hat, muss nicht unbedingt wechseln. Häufig reicht es schon, mit dem Angebot bei der aktuellen Assekuranz vorstellig zu werden, um eine günstigere Prämie zu erhalten. Wer übrigens den 30. November als Stichtag für die Kündigung verpasst, muss nicht zwingend ein ganzes Jahr warten. Es gibt Möglichkeiten, auch unter dem Jahr aus seinem Vertrag auszusteigen: Erhöht beispielsweise die Versicherung den Beitrag, steht dem Kunden ein Monat lang ein Sonderkündigungsrecht zu. Grund können etwa veränderte Einstufungen in der Typ- oder Regionalklasse sein. (Autor: mh/sp-x)

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