Test: BMW X3 – Sechs macht durstig

Die günstigste X3-Variante ist der 2.0i für knapp 35.000 Euro. Allerdings hat der nur einen Vierzylinder unter der Haube. Für viele gehört BMW und Reihensechszylinder aber einfach zusammen.

Die Münchner Autobauer wissen das und verlangen für den kleinsten Sechszylinder im 2.5si entsprechend viel Geld: 41.400 Euro.
Dafür bekommt man dann auch ein Sahnestück von einem Motor. Zu den Technik-Highlights zählen das Magnesium-Aluminium-Verbundkurbelgehäuse (der Motor wiegt nur 165 Kilogramm) und die variable Ventilsteuerung. Das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt von 2.750 bis 4.250 U/min an. Die Höchstleistung von 218 PS erreicht das Aggregat aber erst bei hohen 6.500 Touren.

Entsprechend fährt sich der X3 2.5si. Bei niedrigen Drehzahlen hat der Motor nur mäßig Kraft. Schnelles Beschleunigen erfordert hohe Touren, und die gönnt man dem Aggregat nur zu gern. Denn was die Drehfreude betrifft ist der kleine Sechszylinder best-in-class.

In bester BMW-Tradition

Selbiges trifft auf die Laufkultur zu. Seidenweich schnurrt der Motor vor sich hin, im Schiebe- und Teillastbetrieb ist er kaum zu hören. Selbst unter Last dringt nicht mehr als ein turbinenartiges Hintergrundrauschen aus dem Motorraum. Zusammen mit den niedrigen Wind- und Fahrwerksgeräuschen, den bequemen Sitzen und dem ausreichenden Platzangebot empfiehlt sich der X3 2.5si als entspannter Reisewagen.

Auch fahrdynamisch überzeugt das Bayern-SUV auf der ganzen Linie. Die superpräzise Lenkung, der fahraktive Allradantrieb X-Drive, das knackige Sechsganggetriebe und das sportliche Fahrwerk sorgen für jede Menge Fahrspaß. Allerdings leidet der Langsamfahrkomfort unter der straffen Dämpferabstimmung.

Weniger, aber trotzdem zuviel

Der Spritverbrauch ist allerdings nach wie vor hoch, auch wenn der kombinierte Durchschnitt im Vergleich zum Vorgänger um einen Liter gesenkt wurde. Laut Papier braucht der 2.5si knapp zehn Liter Superplus pro 100 Kilometer (entspricht CO2-Ausstoß von 238 g/km).

In der Praxis ist allerdings mit zwei bis drei Litern mehr zu rechnen - je nachdem wie hoch der Anteil an verbrauchsintensiven Stadtfahrten ist. Bei bewusst zurückhaltender Fahrweise, etwa auf Landstraßen, kommt man mit weniger als acht Litern aus. Bei Vollgasetappen dagegen errechnet der Bordcomputer 15 bis 17 Liter je 100 Kilometer.

Fazit

Der BMW X3 2.5si vereint zahlreiche Superlative, muss aber mit einem derzeit heiß diskutierten Makel zurechtkommen. Das Bayern-SUV ist Segmentführer in Sachen Lenkung, Schaltung und Handling. Dazu kommt mit dem 2,5-Liter-Reihensechszylinder ein Motor, der sich bei Laufkultur unangefochten an die Spitze setzt. Nur: Der Verbrauch ist immer noch zu hoch. Weil der X3 gut 1,8 Tonnen wiegt und das Aggregat nach hohen Drehzahlen giert, liegt der Praxisverbrauch bei rund zwölf Liter Super pro 100 Kilometer.

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