Erster Test: Citroën C4 Picasso – Picasso im Sportdress

Vor wenigen Wochen wurde der C4 Picasso vorgestellt, nun lag die nächste Einladung von Citroën auf dem Tisch - wieder für den C4 Picasso. Diesmal allerdings für den kürzeren und sportlich designten Fünfsitzer. Damit hatten die Franzosen kurzzeitig mehr Vans als passende Namen im Portfolio.

Also wurde der Siebensitzer rechtzeitig zur Fahrpräsentation des Fünfsitzers noch schnell umbenannt und zum Grand C4 Picasso befördert.
Bis zur B-Säule sind sich die beiden Vans ziemlich ähnlich. Auch die neueste Kreation trägt die auffällige Panoramawindschutzscheibe, die eine phänomenale Aussicht, gute Rundumsicht und einen hervorragenden Ampelblick bietet - in der sich aber auch das Armaturenbrett hässlich spiegelt. In der Silhouette gibt sich der zwölf Zentimeter kürzere Fünfsitzer durch den Knick in der Fensterlinie und den rundlichen Heckabschluss zu erkennen. Neu gestaltet wurden auch die Rückleuchten.

Kühlschrank oder Handschalter

Drinnen ist alles wie gehabt, zumindest bis zur zweiten Reihe. Das Armaturenbrett mit der mittig platzierten Infoeinheit und den zu den seitlichen Lüftungsdüsen gerückten Bedieneinheiten für die Klimatisierung ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht unlogisch. Entscheidet man sich für das elektronisch gesteuerte Sechsganggetriebe EGS, ist in der Mittelkonsole Platz für einen großvolumigen Kühlschrank.

Keine Unterschiede auch beim Platzangebot - von der fehlenden dritten Sitzreihe abgesehen. Vorne wie hinten sitzen die Passagiere ausgesprochen bequem und luftig. Die drei Einzelsitze in Fond, übrigens fairerweise alle gleich breit, lassen sich längs verschieben und umklappen. Eine völlig ebene Ladefläche kommt zwar nicht heraus, dafür ist die Ladekante ausgesprochen niedrig und breit. Und der Kofferraum riesig: 500 Liter bis 1.734 Liter fasst das Gepäckabteil.

Fokus auf den kleinen Motoren

Zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren (Partikelfilter serienmäßig) sind im Angebot. Der Basisbenziner, ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit 125 PS und Fünfganggetriebe, reicht im Grunde völlig aus, um den 1,6 Tonnen schweren Van ausreichend flott zu bewegen. Angenehmer weil durchzugsstärker ist der 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 109 PS und 240 Nm Drehmoment.

Tipp: Das für den kleinen Dieselmotor aufpreispflichtige EGS hilft beim Spritsparen, im Stadtverkehr bis zu einen halben Liter gegenüber dem Handschalter. Andererseits stören im Automatik-Modus (manueller Eingriff über Schaltwippen möglich) die langen Schaltpausen. Der große 140-PS-Benziner ist ausschließlich mit EGS lieferbar, der Top-Diesel (136 PS) wahlweise auch mit herkömmlicher Sechsstufenwandlerautomatik.

Gemütlich geht besser

Typisch französisch sind die Fahreigenschaften. Ausgesprochen komfortabel und leise schwebt der C4 Picasso dahin. Sobald es kurvig wird, geht man angesichts der ausgeprägten Seitenneigung gerne freiwillig vom Gas. Auf Wunsch gibt es für die Hinterachse eine Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung. Vorteile: Auch mit schwerer Beladung geht der Wagen hinten nicht in die Knie. Und zum einfacheren Beladen lässt sich das Heck um mehrere Zentimeter absenken.

Der Preisunterschied zwischen dem Fünf- und dem Siebensitzer beträgt 700 Euro. Damit beginnt die Preisliste für den C4 Picasso bei 20.700 Euro. Allerdings handelt es sich hierbei um ein Lockangebot, denn in der Ausstattungslinie Advance ist der Van spärlich bestückt. Für den von uns gefahrenen Basisdiesel in der empfehlenswerten Style-Version sind 23.500 Euro fällig.

Fazit

Sehr stylisch, aber nicht sportlich: Der fünfsitzige Citroën C4 Picasso ist ein ausgesprochen komfortabler Van mit hohem Wiedererkennungswert und ungewöhnlich viel Platz für fünf Personen. Wer nicht unbedingt regelmäßig den halben Kindergarten mitnehmen muss, kann sich die 700 Euro Aufpreis für den Siebensitzer, der neuerdings Grand C4 Picasso heißt, getrost sparen.

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