Kurztest: Fiat Bravo 1.4 Multijet – Zwei kleine Italiener

Die Vorteile des Downsizing sind hinlänglich bekannt: Weniger Hubraum bedeutet weniger Spritverbrauch. Um trotzdem ausreichend Leistung zu liefern, setzen die Ingenieure auf Aufladung. Fiat hat jetzt zwei neue Turbo-Benziner im Programm.

Gerade erst hat Fiat den Bravo auf den Markt gebracht, schon bekommt der Turiner Golf-Konkurrent einen neuen Motor. Die Italiener machen es VW nach: weniger Hubraum, dafür aber Turboaufladung.

Aus 90 PS…

Wie die Wolfsburger bei ihren TSI-Motoren hat man sich auch bei Fiat für 1,4 Liter Hubraum entschieden. Basis für das Aggregat ist der bekannte 90-PS-Sauger, der bereits im Bravo zum Einsatz kommt. Allerdings wurde der Vierzylinder grundlegend modifiziert.

Der gusseiserne Motorblock ist um acht Millimeter in die Höhe gewachsen, die Kolben sind aus einer graphitbeschichteten Silizium-Aluminiumlegierung gefertigt und bekamen eine neue Ölkühlung. Überhaupt musste im Zuge der Leistungssteigerung das komplette Kühlsystem des Aggregats angepasst werden.

…werden 150 Pferdestärken

Wichtigstes Bauteil ist natürlich der hinzugekommene Abgasturbolader. Ihm ist die Leistungssteigerung auf 120 beziehungsweise 150 PS zu verdanken. Fiat setzt bei der Aufladung auf eine feste Turbinengeometrie.

Das Schaufelrad der stärkeren 150-PS-Version ist darauf ausgelegt, auch bei hohen Drehzahlen noch ein Maximum an Leistung zu liefern. Der Motor wirkt drehfreudig, sportlich und kraftvoll. Die 120-PS-Version ist dagegen auf viel Kraft bei wenig Touren getrimmt, wirkt somit fast schon dieselähnlich.

Sportlicher Vierzylinder

Auf unserer Ausfahrt über die kurvigen Landstraßen der Fränkischen Schweiz konnte sich der stärkere Motor beweisen. Spontan nimmt das Aggregat Gas an, setzt den Bravo zügig in Bewegung. Der Drehzahlmesser schnellt nach oben, bei 2.250 Umdrehungen liegen maximal 206 Newtonmeter an.

Wer den Bravo mit Sportpaket ordert, bekommt eine zusätzliche Taste. Damit lässt sich unter anderem die Overboost-Funktion aktivieren. Der Vierzylinder schickt dann bei 3.000 Touren 230 Newtonmeter an die Vorderräder. Der Sprint von Null auf Tempo 100 verkürzt sich so von 8,5 auf nur noch 8,2 Sekunden.

Knackiges Getriebe

Serienmäßig ist der Motor an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Die Schaltvorgänge gehen leicht von der Hand, die Abstufung der einzelnen Gänge bietet keinen Anlass zur Kritik. Auch oben rum geht dem 1,3 Tonnen schweren Bravo nicht die Puste aus, nur der Lärmpegel nimmt deutlich zu.

Maximal läuft der Bravo 1.4 T-Jet 212 km/h. Wer immer Vollgas fährt, wird den angegebenen Durchschnittsverbrauch von 7,1 Litern gewiss nicht erreichen. Doch bei moderater Fahrt ist die sieben vorm Komma problemlos möglich. Der kleinere Ableger soll sich sogar mit 6,6 Litern begnügen.

Ab sofort ist der Bravo mit 150 PS zum Preis von 19.900 Euro erhältlich. Die 120 PS-Version ist momentan für 15.380 Euro im Grande Punto verfügbar. Ab Oktober kann dann auch der Bravo mit dem schwächeren Aggregat ausgerüstet werden.

Fazit

Downsizing ist der richtige Weg, um Sprit zu sparen - ohne auf Leistung zu verzichten. Der spritzige T-Jet-Motor überzeugt im Fiat Bravo durch flotten Antritt und guten Durchzug. Mit knapp über sieben Litern Durchschnittsverbrauch macht er manchem Diesel Konkurrenz.

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