Erster Test: Lexus RX400h – Spannungswechsel

Mit „Verzicht“ reagieren die deutschen Autofahrer auf die horrenden Spritpreise. Die einen werden weniger fahren, die anderen sich anderweitig deutlich einschränken, ergab eine aktuelle Umfrage von AutoScout24.

Noch eine Lösung: Autos mit Hybridantrieb, denn sie gelten als sparsam und kräftig zugleich. Der modernste Vertreter dieser Gattung ist der Lexus RX400h. Außenstehende kämen wohl nie auf die Idee, dass mit diesem RX ein vernünftiges Auto vor ihnen stehen könnte. Hoch, lang und wuchtig, eben typisch SUV, tritt er als modernes Prestigeobjekt auf.

Tatsächliche SUV-Vorteile bietet der Innenraum. Man steigt bequem ein, sitzt hoch, überblickt entspannt das übrige Verkehrsgeschehen und hat rundum viel Platz. Verarbeitung wie Materialauswahl genügen hohen Ansprüchen, sieht man einmal von den nicht sonderlich hochwertig wirkenden „Alu“-Zierteilen ab. Unterdurchschnittlich ist das Kofferraumvolumen von regulär 439 Litern. Bei umgeklappter Rückbank passen immerhin 1.180 Liter rein.

Ready to go

Überraschendes bietet der RX400h erst, sobald die Zündung gestartet wird: Die Tachoskalen leuchten auf, der Bildschirm hoch oben an der Mittelkonsole zeigt vier Reifen, einen Verbrennungsmotor, zwei Elektronmotoren und eine Batterie. „Ready“ steht im linken Skalentunnel. Hybrid-Laien sind froh, so zu erkennen, dass man nun losfahren darf. Denn ein Motorgeräusch hört man nicht.

Auch auf den ersten Metern bleibt der RX400h stumm. Alleine die Elektromotoren, gespeist aus der Batterie, treiben den Wagen vorwärts. Hier gilt es besonders Acht zu geben auf Fußgänger und Radfahrer - denn auch außen gibt der Lexus keinen Mucks von sich.

Erst bei etwas mehr Gas schaltet sich der Verbrennungsmotor zu, ein mitunter rau laufender 3,3-Liter-V6-Benziner. Wenn nicht benötigt, beispielsweise beim Bremsen, Rollen und im Stand, stellt er sich wieder ab. Wird nicht beschleunigt, arbeiten die Elektromotoren als Generatoren und laden die Batterie auf. Detailliert haben wir das System im Rahmen der Vorstellung beschrieben.

Das berühmte Gummiband

Nun geht es darum, wie sich das Fahren mit Hybridantrieb anfühlt. Der Schub, den der addiert 272 PS starke Antrieb entwickelt, ist eine Wucht: Aus dem Stand heraus stehen 824 Newtonmeter Drehmoment an, die zwar ab 20 km/h deutlich abfallen. Doch gefühlt geht es weiter wie vom sprichwörtlichen Gummiband gezogen. 7,6 Sekunden dauert es bis Tempo 100 - ein Spitzenwert für SUVs. Vehement schiebt der Zweitonner voran bis zur elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Überholvorgänge auf der Landstraße sind im Nu beendet. Auch wenn es sich seltsam anfühlt. Denn die Kraftübertragung erfolgt stufenlos über die Planetengetriebe der Elektromotoren. Folglich fehlen die typischen Schalteindrücke, etwa das Herunterschalten bei Zwischensprints.

Spareffekt

Der Spritverbrauch hält sich tatsächlich in Grenzen. Bei unserer ersten, durchaus zügigen Ausfahrt auf Landstraßen zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittswert von 11,6 Liter. In der Leistung vergleichbare herkömmliche Benziner nehmen bei ähnlicher Fahrweise bis zu 20 Liter, dicke Diesel etwa 13 Liter.

Den größten Spritspareffekt leistet ein Hybridantrieb allerdings im Stadtverkehr. Hier soll sich der RX400h mit nur 9 Litern begnügen. Ob sich dieser hervorragende Wert in der Praxis bestätigt, werden wir in einem ausführlichen Test klären.

Fazit

Projekt geglückt: Der Lexus RX400h ist eine echte Alternative im SUV-Segment. Der Hybridantrieb bietet Leistung im Überfluss bei vergleichsweise zurückhaltendem Verbrauch. Vorteil gegenüber eines Diesels: Aufgrund der Kombination mit einem Benzinmotor fallen die Schadstoffemissionen deutlich geringer aus.

Knapp 50.000 Euro verlangt Lexus für den technischen Leckerbissen. Keine leichte Kost, aber wohl vertretbar. Denn bis auf weiteres ist die kommode Karosse ausverkauft.

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