Nachgeschärft: Der neue Mazda3 im ersten Test

Mazda legt seine Antwort auf den VW Golf neu auf und will mit einem frischen Design und revolutionärer Technik punkten. Der neue Highlight-Motor mit Kompressionszündung steht ab dem Marktstart des Mazda3 allerdings noch nicht zur Verfügung.

Bis zu welcher Länge ist ein PKW eigentlich noch kompakt? Bei Mazda liegt die Grenze wie gehabt bei rund 4,46 Meter. Dieses Maß kennzeichnet den alten, wie auch den neuen Mazda3, der damit immer noch rund 20 Zentimeter länger daherkommt als der aktuelle Golf. Auch optisch setzen die Japaner weiterhin ein klares Zeichen und wollen mit noch schärferen Linien eine spannende Alternative zum sonst eher einheitlichen Design in der Kompaktklasse bieten.

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Mehr Schärfe in der Kompaktklasse

Optisch hat der Mazda3 daher viel zu bieten: Vor allem die Fahrzeugfront besticht durch ein mutiges Design, während das Heck durchaus zu kontroversen Diskussionen anregen könnte. Allen voran, da das Gepäckabteil von außen mehr Platz suggeriert, als es tatsächlich bietet. In Zahlen ausgedrückt stehen lediglich rund 358 Liter Volumen zur Verfügung, wohingegen der Wolfsburger Klassenprimus 20 Liter mehr zu bieten hat.

Auch wenn die Formgebung des neuen Mazda3 für viele ein Gesprächsthema darstellen könnte, unter der Haube des Japaners gibt es – vor allem zukünftig – wenig zu mäkeln. Das Stichwort Skyactiv-X sollte man sich merken, steht diese Motorenbezeichnung fortan für Mazdas neuen und 181 PS (133 kW) starken Benzinmotor mit Kompressionszündung. Der Hybrid aus Benziner und Diesel verspricht die besten Eigenschaften beider Kraftstoff-Verbrennungstechniken miteinander zu verschmelzen. So soll der Skyactiv-X-Motor das Ansprechverhalten und die Drehfreude eines Ottomotors und gleichzeitig die Durchzugskraft und die Effizienz eines Selbstzünders liefern.

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Diese, erstmals beim Mazda3 optional mit einem Allrad kombinierbare, Innovation steht allerdings zum Marktstart in Deutschland Ende März noch nicht zur Verfügung. Die Japaner versprechen jedoch, dass der Skyactiv-X-Motor sein Debüt, zusammen mit der eleganten Limousinen-Variante, im zweiten Halbjahr 2019 feiern wird.

Die Mazda3 Limousine kommt später

Die Limousine, welche unter anderem gegen die neue Stufenheck-Version des Toyota Corolla antreten soll und sich auch gegen die deutschen Premiumkompakten von Audi, BMW und Mercedes-Benz behaupten soll, wird ausschließlich mit dem zuvor genannten Skyactiv-X-Motor zu bestellen sein. Dieser findet zugleich seinen Weg in andere Modelle der Japaner – unter anderem in den eben in Genf vorgestellten CX-30.

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Bis der vermeintliche Wundermotor zur Verfügung steht, richten es die mittlerweile bekannten Benzin- und Dieselaggregate der normalen Skyactiv-Familie. Der 2,0 Liter Benziner Skyactiv-G 2.0 M Hybrid leistet dabei 122 PS (90 kW) bei einem maximalen Drehmoment von 213 Newtonmetern. Mögliche Käufer der Dieselvariante schöpfen aus dem 1,8 Liter großen Skyactiv-D 1.8 116 PS (85 kW) und 270 Newtonmeter Drehmoment. Wie es die Motorenbezeichnung des Ottomotor bereits erahnen lässt, wird dieser erstmals durch einen integrierten Startergenerator unterstützt, der sich vor allem bei niederen Drehzahlen positiv bemerkbar macht. Rein elektrisch fahren kann der neue Mazda3 hingegen nicht.

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Neben der Hybridtechnik soll zudem eine Zylinderabschaltung die Verbrauchswerte des Benziners senken. Die Japaner geben für den Skyactiv-G 2.0 M Hybrid, mit serienmäßigem 6-Gang-Schaltgetriebe, einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von 5,1 - 5,2 Liter Super Benzin auf 100 Kilometer an, die CO2-Emissionen sollen bei 117 - 119g/km liegen. Der Skyactiv-D 1.8 Diesel hingegen soll laut Werksangaben einen Verbrauch von 4,1 – 4,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer offerieren und 107 – 109 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Für beide Motorisierungen steht optional ein 6-Stufen-Automatikgetriebe zur Verfügung. Rundum gelungen: Die Geräuschisolierung. Nicht zuletzt durch seinen doppelten Fahrzeugboden ist der neue Mazada 3 im Innenraum ein ruhiger Wegbegleiter geworden, der ein sehr entspanntes Fahrgefühl vermittelt. Harmonisch arbeiten Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk zusammen, wenngleich letzteres nicht immer jede Fahrbahnunebenheit zur Gänze glattbügeln kann.

Kein spartanisches Basismodell mehr

Mazda verzichtet zukünftig auf die Vermarktung eines lediglich rudimentär ausgestatteten Basismodells und setzt dagegen lieber auf, im Vergleich zum Vorgänger, teurere Einstiegsvarianten mit einer besseren Grundausstattung. So werden für den Benziner in Deutschland mindestens 22.900 Euro und für den Diesel mindestens 25.290 Euro fällig. Serienmäßig an Bord sind dafür unter anderem eine Heerschar an Assistenzsystemen, ein Konnektivitätspaket samt 8,8-Zoll-Farbdisplay, ein Digitalradio sowie acht Lautsprecher. Hervorzuheben ist an dieser Stelle vor allem, dass auch das Navigationssystem und ein Head-Up-Display immer mit von der Partie sind.

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Zumindest für uns unverständlich: Trotz der guten Grundausstattung fehlt eine Rückfahrkamera, die das rückwärtige Einparken, bedingt durch die sehr eingeschränkte Sicht nach hinten, spürbar erleichtert hätte. Rund 1.300 Euro Aufpreis müssen Kunden investieren, wünschen sie sich die optische Einparkhilfe in der Selection-Variante. Diese beinhaltet, neben der Rückfahrkamera, allerdings auch weitere Assistenten, Ledersitze und eine Bose-Soundanlage mit 12 Lautsprechern.

Schlechte Aussichten für Hinterbänkler

Wer auf den hinteren Sitzen des Mazda3 Platz nehmen darf wird sich ob der Raumbeschallung durch die Bose-Soundanlage sicherlich freuen, ist der Ausblick nach draußen doch sehr eingeschränkt. Die breite C-Säule lässt nicht wirklich ein luftiges Raumgefühl zu und wer gleichwohl das Design-Paket samt getönter Seitenscheiben ordert, der verstärkt mitunter zusätzlich den Höhlencharakter des Fondabteils.

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Fazit

Ohne Frage: Der Mazda3 besticht als automobiles Gesamtkunstwerk. Seine scharfen Linien fallen in der Kompaktklasse spürbar auf, obwohl er mit einer Länge von 4,46 Meter bereits deutlich am oberen Segmentrand kratzt. Seine äußerliche Größe kommt allerdings nicht vollends im Innenraum an und gerade der Kofferraum ist kleiner als gedacht. Positiv aufgefallen ist hingegen die umfangreiche Grundausstattung und das innovative Motorenprogramm – hier vor allem der angekündigte Skyaktiv-X-Motor mit Kompressionszündung, der voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2019 bestellbar sein wird. (Autoren: mg, tv)

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