Erster Test: Opel Grandland X 2.0 D Ultimate – Einmal alles, bitte

Erst seit kurzem ist Opels großes SUV Grandland X im Handel, doch die Rüsselsheimer ziehen schon erste Lehren aus den bisherigen Bestellungen – und die dürften die Vertriebler im Unternehmen freuen.

Erst seit kurzem ist Opels großes SUV Grandland X im Handel, doch die Rüsselsheimer ziehen schon erste Lehren aus den bisherigen Bestellungen – und die dürften die Vertriebler im Unternehmen freuen: Der Großteil der bisher rund 70.000 Grandland-X-Besteller hat eifrig seine Kreuzchen bei den Sonderausstattungen gemacht. Darauf reagiert Opel jetzt, und reicht mit der Ultimate-Ausstattung ein Fast-rundum-sorglos-Paket nach. Erst recht in Verbindung mit dem ebenfalls neuen Stark-Diesel bleiben nur wenig Wünsche offen. Adaptives LED-Licht, 8-Zoll-Infotainmentsystem, Premium-Ledersitze mit „Aktion gesunder Rücken“-Siegel, Soundsystem, induktive Ladeschale – das alles und noch einiges mehr hat der Grandland X Ultimate serienmäßig an Bord, was ungefähr einem Preisvorteil von rund 1.800 Euro gegenüber der bisherigen Top-Ausstattung entspricht. Und: Als einziger verfügt der Ultimate – ebenfalls serienmäßig – über die 360-Grad-Kamera und den Einparkassistenten. Die verbliebenen Auswahlmöglichkeiten in der Preisliste beschränken sich im Grunde also auf besondere Lacke, Abstandstempomat, das Panorama-Glasdach – und auf den Motor.

Top-Version für alle Motoren

Erhältlich ist die neue Top-Linie mit allen drei bislang verfügbaren Aggregaten. Für 34.240 Euro mit einem 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 130 PS, ab 37.040 Euro mit dem 120 PS starken 1,6-Liter-Diesel (beide wahlweise als Handschalter oder mit Sechsgang-Automatik) und für mindestens 42.610 Euro in der neuen Top-Motorisierung: Ein 2,0 Liter großer Selbstzünder, der ordentliche 177 PS bereit stellt und seine Kraft standardmäßig von einer Achtgang-Automatik verwalten lässt.

Das Aggregat selbst ist keine Opel-Entwicklung, wie übrigens der gesamte Grandland X, den wir schon im vergangenen Jahr getestet haben. Das geräumige, 4,48 Meter lange SUV ist der deutsche Bruder des Peugeot 3008, läuft gemeinsam mit diesem in Sochaux vom Band, und natürlich stammen auch die Antriebe von den Franzosen. Ein Nachteil ist das für den Opel nicht, im Gegenteil: Vor allem bei den Dieseln beweist der PSA-Konzern immer wieder sein Können und die große Maschine passt hervorragend zum Grandland X.

Gefühlt deutlich flotter

Sobald man die leichte - wahrscheinlich dem niedrigen Normverbrauch von 4,9 Litern pro 100 Kilometern geschuldete – Anfahrschwäche überwunden hat, erwacht der Vierzylinder zum Leben und baut Druck auf. 400 Newtonmeter schieben den gut 1,6 Tonnen schweren Opel gefühlt deutlich schwungvoller an, als es der Blick in die technischen Daten vermuten lässt: Angeblich braucht der Opel nämlich 9,1 Sekunden auf Tempo 100. Die Vmax gibt Rüsselsheim mit 214 km/h an.

Einmal in Fahrt, verhält sich der Motor ausgesprochen leise; nur beim Losfahren knurrt er einmal kurz auf. Die Automatik geht ihrem Job gelassen nach und nutzt lieber das reichlich vorhandene Drehmoment aus, anstatt ständig hektisch die Gänge zu wechseln. Das hat die hessischen Ingenieure überzeugt, und zukünftig werden wir der Automatik in vielen weiteren Opel-Modellen begegnen.

Umbau im Motorenprogramm

Übrigens auch noch im Grandland X an anderer Stelle: Der 1,6-Liter-Benziner tauscht im Sommer den Sechsstufen-Wandler gegen das Achtgang-Getriebe und auch der bereits angekündigte, neue Top-Benziner mit 180 PS vertraut auf den neuen Wandler. Und es tut sich noch mehr unter der Haube: Schon bald wirft Opel den kleinen Diesel raus und ersetzt ihn durch ein neues 1,5-Liter-Aggregat mit wahlweise 100 oder 130 PS.

Warum Opel so kurz nach dem Start die Motorenpalette umbaut? Weil auch die Rüsselsheimer die kommende Euro-6c/d-Norm erfüllen müssen. Der neue, wie alle anderen Selbstzünder auch, SCR-Kat-gereinigte Stark-Diesel darf sich sogar schon jetzt Euro-6d-Temp-zertifiziert nennen. Das heißt, er hält die Grenzwerte nicht nur auf dem Prüfstand nach dem neuen WLTP-Zyklus ein, sondern auch bei der Messung im realen Fahrbetrieb auf der Straße (RDE, Realtime Driving Emissions). Von den Werten in den technischen Daten darf man sich nicht verschrecken lassen: Über neun Sekunden sind keine Spitzen-Sprintzeit und ein ähnlich starker VW Tiguan sprintet gut eine Sekunde schneller auf Tempo 100. Aber: Gefühlt bewegt sich der Grandland X mit dem Zweiliter-Diesel unter der Haube viel flotter als vermutet und abgesehen von der leichten Anfahrschwäche zeigt sich das Aggregat souverän und kultiviert. Souverän ist auch die neue Ultimate-Ausstattung, die sich Opel – trotz Preisvorteil – allerdings teuer bezahlen lässt: Über 42.000 Euro sind eine selbstbewusste Ansage.

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