Erster Test: Suzuki Swift – Bekanntes Gesicht

Das Design spielt bei der Kaufentscheidung für oder gegen ein Auto eine entscheidende Rolle. Gerade im ebenso überfüllten wie einheitlichen Kleinwagensegment ist eine herausragende Optik Gold wert. Verständlich, dass Suzuki am Design des Swift festgehalten hat.

Der Kleine stellt in Deutschland ein Drittel aller verkauften Suzukis, also fast 60.000 Fahrzeuge. Da wären die Japaner schlecht beraten gewesen, hätten sie bei der Neuauflage viel geändert.
Die typische Suzuki-Swift-Käuferin, verzeihen Sie meine Damen, dürfte in der Regel wenig autoaffin sein, sich dafür aber schnell in das knuffige Äußere des Kleinwagens vergucken, der mit dem Kindchen-Schema à la Mini kokettiert und die Herzen der Damenwelt zügig erobert. Über die Hälfte aller Käufer sind schließlich Frauen, und geht man nicht danach, wer das Auto bezahlt, sondern wer am Ende damit fährt, dürfte der Anteil noch höher sein. Und dass diese Kundschaft den Unterschied zwischen altem und neuem Swift vielleicht gar nicht merkt, stört die Marketingexperten nicht.

Nur leichte Änderungen

Denn man muss schon genau hinsehen, um den ab 10. September 2010 bei den Händlern stehenden, neuen Swift von seinem Vorgänger Unterscheiden zu können. Größere Stoßfänger, etwas markantere Leuchten vorne und hinten und betontere Radkästen kennzeichnen den Neuling, der durchaus als Facelift durchginge, aber eine komplette Neuentwicklung ist.

Dass merkt man spätestens beim Blick in die technischen Daten. Der neue Swift hat nicht nur bei der Gesamtlänge neun Zentimeter auf 3,85 Meter zugelegt. Die neue Plattform hat mit 2,43 Metern auch einen um fünf Zentimeter längeren Radstand als bisher. Das kommt den Passagieren zu Gute, die auf allen Sitzen ausreichen Platz vorfinden. Selbst Großgewachsene können sich getrost im Fond niederlassen.

Gute Qualität

Wer allerdings zu viert oder gar zu fünft verreist – in jedem Fall empfiehlt sich wegen des leichteren Einstiegs zur Rückbank der Vier- statt Zweitürer (plus 600 Euro) – wird allerdings Probleme mit dem Gepäck kommen. Standardmäßig schluckt der Swift 211 Liter. Das ist unter dem Klassendurchschnitt und nicht gerade üppig. Klappt man die Rückbank um, passen immerhin bis zu 902 Liter rein. Ein Manko ist außerdem die recht hohe Ladekante.

Waren Verarbeitung und Materialqualität des Swift bislang gut-durchschnittlich, so lässt sich beides bei der Neuauflage getrost mit einem deutlichen Gut benoten. Freilich verbaut Suzuki in einem Auto, das ab 10.990 Euro erhältlich ist, kein Edelholz oder Aluminium, doch beweisen die Japaner, dass auch Hartplastik schick aussehen und gut verarbeitet sein kann. Geblieben sind dem Swift seine zahlreichen praktischen Ablagen. Weniger praktisch sind dagegen die etwas kurzen Sitze, auf denen sich eine optimale Sitzposition nicht so ganz einfach finden lässt.

Zahlreiche Austattungsoptionen

Die Basisaustattung kommt natürlich eher spärlich bestückt daher, doch wer etwas mehr Geld investiert, kann sich im Swift über Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, Sitzheizung, Tempomat, elektrische Fensterheber und elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, schlüssellosen Zugang sowie 16-Zoll-Aluräder freuen. Das alles gibt es in der Top-Version, die mit 14.390 Euro immer noch ein günstiges Angebot ist.

Vorerst bietet Suzuki den Swift mit nur zwei Motoren an. Einer von beiden, der 75 PS starke 1,3-Liter-Diesel spielt allerdings keine Rolle – nur etwa fünf Prozent der Käufer werden sich für den sparsamen Selbstzünder entscheiden (4,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer), den es übrigens nur im Vier-Türer gibt. Das Gros der Käufer wird sich also für den neuen 1,2-Liter-Benziner entscheiden, der den rund 1.000 Kilogramm Leergewicht des Swifts 94 PS entgegen setzt.

Drehmoment-Mangel

Das klingt nach gar nicht so wenig; an was es dem kleinen Vier-Zylinder allerdings fehlt, ist Drehmoment. Maximal entwickelt er 118 Newtonmeter und das erst bei 4.800 Umdrehungen. Das macht den Swift nicht zum Sprinter, reicht im Stadtverkehr aber aus, um flott mithalten zu können. Dazu trägt auch das gut abgestufte Fünf-Gang-Getriebe bei, bei dem die niederen Gänge relativ kurz übersetzt sind. Von Elastizität ist dagegen im vierten oder fünften Gang nicht mehr viel zu spüren.

In Zahlen beschleunigt der Suzuki mit dem Benziner, für den es alternativ auch eine Vier-Stufen-Automatik gibt, in 12,3 Sekunden auf Tempo 100. Die Maximalgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 165 km/h an, was für einen Kleinwagen ausreicht. Und wer sich nicht in waghalsige Überholmanöver stürzt, kann mit dem Swift auch längere Strecken auf der Autobahn gut zurücklegen. Störend dabei ist nur die Geräuschkulisse. Schon bei bei Tempo 130 wird es im Innenraum unangenehm laut und man möchte, rein nach Gehör, in den nicht vorhandenen sechsten Gang schalten.

Kein Go-Kart-Feeling

Zwar erinnert der Swift optisch ein wenig an den Mini, doch kann er trotz steiferer Karosserie als bisher mit dessen agilem Handling nicht ganz mithalten. Die Japaner haben ihren Kleinwagen auf Komfort getrimmt, Unebenheiten werden gut neutralisiert und auch böse Querfugen nimmt der Swift souverän. Dafür zeigt er bei flotter Gangart deutliche Seitenneigung in der Kurve. Im Stadtverkehr spielt das freilich keine Rolle; dort erfreut man sich an der guten Übersicht und den mit zehn Metern relativ kleinen Wendekreis.

So mag der Swift vielleicht nicht der dynamischste Vertreter seines Segments werden, dafür aber sicher einer der sparsamsten. Dazu trägt auch die Stopp-Start-Automatik bei, die in der gehobenen Comfort-Ausstattung Serie ist und den Motor beim Ampelstopp abstellt, um ihn mit dem Treten der Kupplung ohne Verzögerung, dafür mit eine kleinen Schütteln, wieder anzuwerfen. Im Durchschnitt fließen auf 100 Kilometer 4,9 Liter Benzin in die Brennkammern.

Wer unbedingt mehr Leistung haben will, muss sich noch ein wenig gedulden. Für 2011 hat Suzuki eine Sportversion angekündigt, die dann rund 130 PS leisten wird. Außerdem wird es bald eine Version mit Allradantrieb geben, ausschließlich für den Benziner. Bei allen Swifts serienmäßig ist dagegen das ESP, das früher in der Basis Aufpreis gekostet hat. Außerdem gibt es ab Werk sieben Airbags.

Technische Daten
Marke und Modell Suzuki Swift Suzuki Swift
1,2 2-Türer 1,3 DDiS 4-Türer
Abmessung und Gewicht
Länge/Breite/Höhe (mm) 3.850 / 1.695 / 1.510 3.850 / 1.695 / 1.510
Radstand (mm) 2.430 2.430
Wendekreis (m) 9,6 9,6
Leergewicht (kg) 1.020 1.140
Kofferraum (Liter) 211 - 892 211 - 902
Bereifung Testwagen 175/65 R 15 175/65 R 15
Motor
Hubraum (ccm) / Bauart 1.242 / R4 1.248 / R4
Leistung (kW / PS) 69 / 94 55 / 75
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen 118 / 4.800 190 / 1.750
Antriebsart Frontantrieb Frontantrieb
Getriebeart manuelles Fünf-Gang-Getriebe manuelles Fünf-Gang-Getriebe
Verbrauch
Krafstoffart Benzin Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km) 4,9 (mit Stopp-Start) 4,2
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm 113 / Euro 5 109 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km) k .A. k. A.
Fahrleistungen
Werksangabe 0-100km/h (s) 12,3 12,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s) k .A. k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m) k .A. k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 165 165
Preise
ab (Euro) 10.990,00 15.490,00
Empfohlene Extras Club-Ausstattung (2.000 Euro), inlusive Klimaanlage, CD-Radio, elektrisch einstellbare Außenspiegel, höhenverstellbarer Fahrersitz nur in der Club-Ausstattung erhältlich
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## Fazit
Suzuki hat es richtig gemacht. Das Design des Swift war mit verantwortlich für den Erfolg der alten Generation. Mit kleinen Modifikationen wurde die Optik bei der Neuauflage dezent geschärft. Technisch präsentiert sich der Swift dagegen als neues Auto. Der längere Radstand sorgt für mehr Platz, dennoch ist der Suzuki mit unter vier Metern handlich und parklückenfreundlich geblieben. Der neue Benziner ist zwar keine Ausgeburt an Sportlichkeit, aber ein solider Brot-und-Buttermotor, der den Swift da flott bewegt, wo er hingehört: im Stadtverkehr. Und sparsam ist er auch noch.

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