Erster Test: Suzuki Swift Sport – Scharf gemacht

Der Suzuki Swift ist an sich ein rundum gelungenes Auto: Er bietet viel Platz, agile Fahreigenschaften und macht auch optisch einiges her. Einziges Manko sind die Motoren. Weder der 1,3-Liter-, noch der 1,5-Liter-Vierzylinder-Ottomotor überzeugt.

Das neue Topmodell Swift Sport, das im Januar 2007 auf den Markt kommt, soll diese Scharte auswetzen.
Zu erkennen gibt sich der sportliche Swift, den es ausschließlich als Zweitürer gibt, auf den ersten Blick: Die neue Frontschürze ist mit großen Lufteinlässen versehen, aus der Heckschürze treten zwei Rohre hervor. Und serienmäßig sind 17-Zoll-Felgen mit 195er Breitreifen aufgezogen. Das Sport-Outfit steht dem Swift ausgesprochen gut, wirkt weder aufdringlich, noch prollig.

Sachter fielen die Retuschen im gut verarbeiteten Innenraum aus. Hier ein bisschen Alu-Look, da farblich abgesetzte Türverkleidungen. Dazu ein Leder-Sportlenkrad und Sportsitze mit gutem Seitenhalt, aber etwas zu weichen Mittelbahnen.

Am Platzangebot und der Ergonomie hat sich nichts geändert. Einerseits gut, andererseits schlecht: Das Raumgefühl im hohen Kleinwagen ist formidabel. Nur leider lässt sich das weit vorne angebrachte Lenkrad nach wie vor nicht längs verstellen. Um richtig, also mit angewinkelten Armen sitzen zu können, muss der Fahrersitz weit nach vorne geschoben werden, was auf Kosten der Kniefreiheit geht.

Werkstuning

Unter der Haube des Sport-Swift arbeitet ein 1,6-Liter-Vierzylinder, der vom 1,5er-Aggregat abstammt. Neben der Hubraumerhöhung wurden Veränderungen an der Drosselklappenregelung, am Ansaug- und Auspuffkrümmer vorgenommen sowie die Doppelrohr-Sportauspuffanlage installiert. Ergebnis: 125 PS. Die werden allerdings erst am Drehzahlbegrenzer und damit bei 6.800 Touren erreicht. Auch das maximale Drehmoment von 148 Nm steht erst ab 4.800 U/min an.

Folge: Im unteren Drehzahlbereich tut sich gar nichts, im mittleren wenig. Erst kurz vor 5.000 U/min packt das Aggregat richtig an - und das nicht eben leise. Wer sportlich fahren will, muss die Gänge stets ausdrehen. Im verschärften Einsatz mag man die Geräuschentwicklung dann auch hinnehmen. Auf der Autobahn aber geht das latente Brummen, das bei 4.000 Touren und damit ab Tempo 140 im fünften Gang dominant wird, ganz schön auf die Ohren. Um die werksseitige Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zu erreichen, braucht es zudem viel freie Strecke, denn ab Tempo 170 beschleunigt der Swift nur noch mäßig.

Höchst agil, bestens ausgestattet

Am Getriebe ist nichts auszusetzen. Die Fünfgang-Box erlaubt schnelle und saubere Gangwechsel. Geradezu mustergültig ist das mit Monroe-Stoßdämpfern aufgewertete Fahrwerk. Straff aber nicht unkomfortabel macht der Swift auf kurvenreichen Strecken ebenso viel Spaß wie auf der Autobahn. Auch die feinfühlige Lenkung überzeugt.

Geradezu überschwänglich ist die Serienausstattung des Swift Sport. Sonderausstattungsposten gibt es keine, denn der kleine Japaner hat alles an Bord, was angeboten wird. Dazu zählt ein komplettes Sicherheitspaket, bestehend aus unter anderem Airbags rundum inklusive Vorhangairbags vorne und hinten, ABS, ESP, vier Scheibenbremsen und Nebelscheinwerfer.

Nennenswerte Komfort-Features sind etwa die Klimaautomatik mit Pollenfilter, ein CD-Radio mit Navigationssystem, Sitzheizung, getönte Scheiben, 17-Zoll-Aluräder und die Metallic-Lackierung. So gesehen ist der Preis von rund 17.500 Euro (exakter Preis wird zur Essen Motor Show Anfang Dezember bekannt gegeben) durchaus vertretbar.

Fazit

Anspruch und Wirklichkeit driften ein wenig auseinander. So sportlich, wie der Suzuki Swift Sport daherkommt, ist er nicht. Fahrwerk und Lenkung sind formidabel, doch wieder einmal ist es der Motor, der den Swift ausbremst. Der neue 1,6er ist durchzugsschwach, braucht für seine 125 PS sehr hohe Drehzahlen und ist dabei dann lauter als nötig. Entschädigt wird der Käufer mit viel Platz, guter Verarbeitung, Vollausstattung und einem passablen Preis/Leistungsverhältnis.

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