Erster Test: Toyota Corolla Verso – Unauffällige Kur

Bad Wörishofen ist bekannt als idyllischer Schauplatz heilsamer Kurpackungen und Kneipp-Anwendungen. Perfekt also, um den frisch aus der Kur entlassenen Toyota Corolla Verso in Augenschein zu nehmen.

Doch viel Neues gibt es an dem Kompakt-Van nicht zu entdecken…
2003 eingeführt, wurde der Toyota Corolla Verso zu einem gefragten Wagen in der Klasse der Kompakt-Vans. Umfragen zeigen, dass die Kunden vor allem die qualitativ hochwertige Verarbeitung, umfassende Sicherheitspakete und Flexibilität schätzen. An diesen Grundwerten wird auch mit dem Facelift nicht gerüttelt.

Nur Kleinigkeiten

Im neuen Modelljahr sollen wenige unauffällige, dafür aber effiziente Verbesserungen die Attraktivität des Verso weiter steigern - so will es zumindest Henning Meyer, Pressesprecher bei Toyota. Ob das mit einer um einen Zentimeter längeren Heckschürze, einer Chromleiste am Heck und überarbeiteten Innenverschalungen der Scheinwerfer gelingt, sei dahingestellt.

Bedeutendes Novum ist der nun serienmäßige Partikelfilter für den kleineren der beiden Dieselmotoren. Der konnte früher nicht einmal nachgerüstet werden, was den Verkaufserfolg des 2.2 D-4D deutlich bremste. Nach dem Facelift aber dürfte der wirtschaftliche, 23.000 Euro teure 136-PS-Vierzylinder seinem stärkeren Bruder ordentlich Konkurrenz machen.

Endlich gefiltert

Das nun umweltfreundlichere Aggregat - mittlerweile erfüllt der D-4D die kommende EU5-Norm - gefällt mit starkem Durchzug aus dem Drehzahlkeller heraus. Die maximal 310 Newtonmeter liegen zwischen 2.000 und 2.800 Umdrehungen an, doch schon darunter tritt der 1,6 Tonnen schwere Toyota spontan und kraftvoll an. Mit 195 km/h Höchstgeschwindigkeit ist die geräumige Familienkutsche ausreichend schnell unterwegs, der Durchschnittsverbrauch liegt laut Datenblatt bei 6,4 Litern.

Unverändert blieben die drei weiteren Aggregate. Neben dem bereits erwähnten, 177-PS-Diesel 2.2 D-CAT (ab 27.300 Euro) mit Stickoxid-Katalysator stehen zwei Benziner im Regal. Den Einstieg markiert für 20.600 Euro der eher schwächliche 1,6 Liter-Vierzylinder mit 110 PS, darüber rangiert der 129 PS leistende 1.8er (22.500 Euro). Der fordert zwar hohe Drehzahlen, doch dann geht es einigermaßen spritzig zur Sache. Allerdings geht das zu Lasten der Ohren, das Aggregat klingt angestrengt.

Drei Getriebearten

Die serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe für die Dieselvarianten sind gut auf die Motoren abgestimmt und arbeiten präzise. Bei den beiden Benzinern wird die Kraft mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe verwaltet, der 1.8 kann optional mit dem automatisierten Schaltgetriebe MultiMode geordert werden. Das deutlich spürbare Nicken beim Gangwechsel ist allerdings nicht jedermanns Sache.

Noch geringer sind die Überarbeitungen im Innenraum ausgefallen: Außer einigen Ausstattungsänderungen hat sich nichts getan. Das übersichtliche Cockpit, die gut ablesbaren Instrumente sowie die geräumigen Sitze mit gutem Seitenhalt gaben aber auch noch nie Anlass zur Kritik. Ausreichend Ablagen und Fächer erhöhen den Praxiswert zusätzlich.

Flexibler Innenraum

Der wahlweise als Fünf- oder Siebensitzer erhältliche Corolla Verso ist mit 32 möglichen Sitzkonfigurationen ein Vorbild an Flexibilität. Vor allem die drei kommoden Einzelsitze in der zweiten Reihe zeichnen den Toyota gegenüber seinen Mitbewerbern aus. Je nach Bestuhlung schluckt der Gepäckraum zwischen 423 und 1.785 Liter. Fahre sieben Personen mit, bleiben nur noch 63 Liter für Gepäck.

Neue Ausstattungsmerkmale wie das überarbeitet DVD-Navigationsystem, der iPod-Anschluss oder die Zwei-Zonen-Klimaautomatik sollen das Facelift abrunden. Wer etwas mehr Luxus mag, wird sich über die jetzt erhältliche Lederausstattung inklusive Sitzheizung freuen. Geblieben sind die vier Linien „Verso“, „Luna“, „Sol“ und „Executive“.

Fazit

Der Toyota Corolla Verso ist bereit für die letzten Jahre seiner Bauzeit. Ausgereift, ohne Kinderkrankheiten und mit hohem Nutzwert ist der Kompakt-Van eine gute Entscheidung. In circa drei Jahre dürfte der Nachfolger kommen, und der heißt dann weder Corolla noch Auris Verso. Toyota will der Familienkutsche eine eigenständige Bezeichnung zukommen lassen.

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