Erster Test: Toyota Prius Plug-in Hybrid – Nächster Halt, Steckdose

Rein elektrisch fahren kann der Vollhybrid Toyota Prius schon lange, allerdings nur zwei Kilometer und das Gaspedal darf dabei nur gestreichelt werden.

Andernfalls wird sofort der Verbrennungsmotor angeworfen. In Straßburg hat der japanische Hersteller jetzt ein Pilotprojekt mit 100 Prius Plug-in Hybrid gestartet, die problemlos die zehnfache Strecke allein mit Strom aus Batterien zurücklegen können. Anders als die mit einer Nickel-Metall-Hydrid-Batterie ausgestatteten Serienmodelle hat der Plug-in-Prius Lithium-Ionen-Akkus mit höhere Leistungsdichte an Bord. Und im Gegensatz zum normalen Hybrid, der seine Stromspeicher nur während der Fahrt durch Rekuperation (Energierückgewinnung) auffüllt, werden die Akkus beim Plug-in an der Steckdose geladen; nur ein kleiner Teil der benötigten Energie wird während der Fahrt gewonnen.

Laden an der Steckdose

Geladen werden die Akkus vornehmlich zuhause, in der Garage oder unter dem Carport. Denn öffentliche Ladestationen gibt es für das Pilotprojekt in Straßburg lediglich 13, die vom französischen Stromanbieter EDF betrieben werden. Für den Feldversuch mag das ausreichend sein, für einen Serieneinsatz sind dies allerdings zu wenig Stationen.

Immerhin: Der Prius wirft, wenn ihm für den rein elektrischen Betrieb der Saft ausgeht und gerade keine Lademöglichkeit verfügbar ist, einfach den 99 PS starken 1,8-Liter-Benziner an und fährt als gewöhnliches Hybrid-Fahrzeug weiter. So lassen sich mit dem Plug-in-Prius also auch lange Strecken zurücklegen und niemand braucht, wie bei reinen E-Fahrzeugen, Angst zu haben, plötzlich ohne Strom dazu stehen.

Leisetreter

Die elektrische Ausfahrt selbst ist unspektakulär. Fast lautlos rollt der Prius durch den dichten Verkehr in der Straßburger Rushhour, ohne auch nur einmal den Verbrennungsmotor zu starten. Selbst flotteres Beschleunigen erfolgt rein elektrisch. Zum ersten Mal springt der Benziner nach rund 15 Kilometern auf der Autobahn an, denn Geschwindigkeiten über 100 km/h sind nur mit der zusätzlichen Kraft des Ottos machbar. Doch sobald der Prius wieder langsamer fährt, wird der Vier-Zylinder abgestellt.

Auf den Normverbrauch wirken sich die Phasen, in denen mit Strom gefahren wird, freilich positiv aus. So soll der Prius Plug-in Hybrid im EU-Zyklus mit 2,6 Liter Benzin auskommen, das sind nochmal 1,3 Liter weniger als der normale Prius verbraucht. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 59 Gramm pro Kilometer. Und wer nur in der Stadt unterwegs ist, wofür die Reichweite von rund 20 Kilometern in der Regel ausreichend ist, kommt meist ohne die Onboard-Verbrennung fossiler Brennstoffe aus.

Frühestens 2012

Ab wann es den Steckdosen-Prius zu kaufen gibt, ist noch genauso unklar, wie sein Preis, der nicht zuletzt auch von möglichen staatlichen Subventionen abhängt. Die Verantwortlichen erhoffen sich mit ihren Testprojekten - neben Straßburg rollen noch einige Fahrzeuge in Berlin, sowie in japanischen und US-amerikanischen Metropolen - bis 2012 ausreichend Erfahrungen gesammelt zu haben, um einen entsprechenden Plug-in zur Serienreife zu bringen.

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