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BMW R 27

BMW R 27 - die Letzte ihrer Art

Die von 1960 bis 1966 hergestellte BMW R 27 ist das letzte Modell der klassischen BMW-Einzylinder-Motorräder mit Kardanwelle. Mit diesem Motorrad endete bei BMW wie aber auch generell in Deutschland die Zeit, in der Motorräder vorrangig als notwendiges Beförderungsmittel genutzt wurden. Diese Rolle hatten schon weitestgehend die Autos übernommen. Aus Japan kamen zudem die ersten Maschinen wie die Honda CB 250 und die Yamaha YDS-2, die eine Trendwende bei den Motorrädern auslösten: Weg vom Lastesel, hin zum Freizeitmotorrad. Von daher war die BMW R 27 die Letzte ihrer Art.

Die BMW R 27 setzte jedenfalls alles daran, dass Nachkriegsdeutschland die Motorräder als Lastesel in guter Erinnerung behalten konnte. Vom Vorgängermodell hatte die BMW R 27 das robuste und bewährte Vollschwingenfahrwerk, das für angenehmen Federungskomfort sorgte. Wichtigste Neuheit war 1960, was damals als „Schwebemotor" beworben wurde. Gemeint war damit die Aufhängung von Motor und Getriebe in vier großen Gummilagern. Der Auspuff war ebenfalls gummigelagert. Diese Maßnahme dämpfte die Vibrationen des Motors.

Mehr Leistung und weniger Vibrationen

Der Motor ist wie schon beim Vorgängermodell ein quer eingebauter Einzylinder-Viertakter. Durch die auf 8,2:1 erhöhte Verdichtung und geänderte Steuerzeiten stieg die Leistung von 15 PS auf 18 PS an. Auch das Drehmoment war 10 bis 15 Prozent höher. Durch die verbesserte Leistung sollte die BMW R 27 mit Konkurrenten wie insbesondere der NSU Max gleichziehen.

Das Fahrwerk basiert auf einem Doppelrohrrahmen, der bis auf die geänderte Motoraufhängung identisch ist mit dem der R 26. Beide Räder werden von Langschwingen geführt. Die Federbeine der hinteren Radaufhängung lassen sich auf stärkere Federvorspannung umstellen für Soziusbetrieb. Eine spezielle Lösung hatte BMW für den Beiwagenbetrieb gefunden: So lässt sich bei der vorderen Schwinge der Nachlauf verkürzen, was die Handlichkeit bei der Verwendung eines Beiwagens erheblich verbessert. Bei Solobetrieb war allerdings von Nachteil, dass die Vorderradschwinge durchweg schwerer ist als eine Telegabel, was die BMW R 27 etwas unhandlich machte. Bei späteren Modellen verwendete BMW nur noch Telegabeln, gab die Maschinen aber auch nicht mehr für den Gespannbetrieb frei.

Insgesamt baute BMW von diesem Typ 15.364 Maschinen. Mit dem Auslaufen des Modells R 27 stellte BMW auch die ganze Baureihe von Einzylinder-Maschinen mit Kardanwelle ein. Deren Zeit war offensichtlich abgelaufen. Als gepflegter Oldtimer lebt die BMW R 27 jedoch vielfach weiter.