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MV Agusta F4

Die F4 prägt das Profil von MV Agusta als Anbieter von Hochleistungs-Motorrädern

Es war eine der spektakulärsten Übernahmen in der Motorradbranche: Das amerikanische Traditionsunternehmen Harley-Davidson kaufte im Jahr 2008 den italienischen Hersteller MV Agusta. Zwar wurde die Firmenehe durch den ebenso überraschenden Rückkauf von MV Agusta durch den vormaligen Firmeninhaber schon zwei Jahre später wieder geschieden. Doch die beiden Partner hätten sich eigentlich auf Dauer perfekt ergänzt, da die auf klassische US-Bikes spezialisierten Amerikaner durch den Zukauf Gelegenheit gehabt hätten, ihr Programm mit den prestigeträchtigen Supersportlern von MV Augusta auf eine breitere Basis zu stellen. Es war vor allem ein Modell, das MV Agusta zunächst als Übernahmekandidaten interessant gemacht hatte und dann dazu beitrug, das italienische Unternehmen wirtschaftlich wieder erfolgreich zu machen: Der spektakulär designte Supersportler der Baureihe F4, den MV Agusta im Jahr 1999 neu auf den Markt brachte. Seither wurde die F4 in unterschiedlichen Ausstattungslinien in Kleinserien gebaut und prägte gemeinsam mit der Naked-Version Brutale das Profil des Unternehmens als Anbieter von Hochleistungsmotorrädern für die Straße.

In der F4-Baureihe legt MV Agusta zahlreiche Sondereditionen in Kleinserie auf

Während große Motorradhersteller mit einem breit angelegten Modellprogramm ihre Supersportler oft eher als Werbeträger denn als Umsatzbringer sahen, musste MV Agusta mit seiner Beschränkung auf die F-Serie und ihren davon abgeleiteten Entwicklungen auf dem Nischenmarkt der High-Performer auch wirtschaftlich erfolgreich sein. Um das Potential der Kleinserien möglichst ausreizen zu können, brachten die Italiener im Laufe der Jahre zahlreiche Sondereditionen der F4 in den Handel. So waren gebrauchte F4 der ersten Baugeneration mit der 750 ccm Motorisierung in unterschiedlichen Ausstattungen und unter verschiedenen Modellnamen zu finden. Eine ähnliche Strategie verfolgte MV Agusta mit den 1000er Versionen, die im Jahr 2004 das F4-Programm nach oben ausbauten. Mit dem Generationswechsel im Jahr 2010 verschlankte der Hersteller die Modellpalette seiner Superbikes und bot die neuen F4 in der Einliter-Klasse in drei Varianten an.

Für die F4 entwickelt MV Agusta ein spektakuläres Design mit vierflutiger Abgasanlage

Die konsequente Kleinserienpolitik war in der Oberklasse der Superbikes keine Seltenheit. Doch im Modellvergleich konnte die F4 sich durch einige optische und technische Besonderheiten von der Konkurrenz abgrenzen. Für die F-Serie entwickelten die Konstrukteure von MV Agusta ein Gestaltungskonzept, das italienisches Motorraddesign spektakulär in Szene setzen sollte. Zu den auffälligsten Merkmalen der F4 Supersportler gehörten die vier Endrohre der Abgasanlage, die paarweise unter dem steil ansteigenden Heck angeordnet waren. Neue oder gebrauchte F4 der zweiten Modellgenerationen übernahmen das Konzept der vierflutigen Abgasanlage, doch legte MV Agusta die vier Rohre nun mit einem eckigen Profil und mit unterschiedlicher Länge für die Innen- und Außenrohre an. Damit unterschieden sich die Modelle der Baureihe F4 deutlich von den meisten Mitbewerbern. Und auch hinsichtlich der Technik konnten die italienischen Performer auf ein Alleinstellungsmerkmal verweisen.

Ferrari-Technik aus der Formel 1 für die F4 von MV Agusta

Die in Reihe gebauten Vierzylindermotoren der F4 realisierten die Ingenieure bei MV Agusta mit radial angeordneten Ventilen und nutzten damit eine Technik, die seit ihrer Entwicklung in den 1920er Jahren im Motorradbau nur selten in der Serie umgesetzt wurde. Zudem konnte der Hersteller bei der Entwicklung der flüssigkeitsgekühlten Aggregate auf einen prominenten Partner zurückgreifen: Das Team der F1-Motorenbauer bei Ferrari brachte sein Know-how ein, um die Antriebe der F4 für Höchstleistungen auslegen zu können. Erstmals in der Serie wurden die so entwickelten Reihenmotoren bei der F4 Oro eingesetzt, die als 750er Modell im Jahr 1999 die erste Version der neuen Baureihe darstellte und mit einer Spitzengeschwindigkeit von beinahe 270 Stundenkilometern das Potential der Motoren dokumentierte.

In der ersten Phase verbaut MV Agusta 750er Motoren für die F4-Modelle

Zu verdanken war diese Performance zugleich dem für ein verkleidetes Sportbike der 750er Hubraumklasse geringen Fahrzeuggewicht. Mit Glasfasern verstärkter Kunststoff für die Vollverkleidung, Schwingen und Felgen aus dem Leichtmaterial Magnesium, das waren nur zwei der Kunstgriffe, mit denen es den Technikern bei MV Agusta gelang, das Gewicht des Premierenmodells F4 750 Oro im trockenen Zustand auf rund 180 Kilogramm zu begrenzen. Ähnliche Werte hatte die F4 S, die mit silberfarbenen Alufelgen anstelle der golden belegten Magnesiumräder ausgeliefert wurde und als 1+1 Modell auch mit Sozius-Ausstattung zu haben war. In der zweiten Bauphase der F4 S steigerte MV Agusta die Leistung des Vierzylinders von 93 kW (126 PS) auf nunmehr 101 kW (137 PS). Die letzten 750er Versionen liefen als Sondereditionen Senna, SPR und SR bis zum Jahr 2004 in Italien vom Band. Besonderheit bei den SPR/SR: Für die Verkleidungsteile nutzte MV Agusta leichtes Karbonmaterial. Zugleich hob der Hersteller die Leistung der F4 auf bis zu 105 kW (146 PS) an.

Im Kleinserienmodell CC steigert MV Agusta die Leistung der F4 auf 200 PS

Mit der Ago und einem neuen S-Modell begann im Jahr 2005 die Ära der Einliter-Modelle der Baureihe F4. Im Zuge der Umstellung auf die 1000 ccm Vierzylinder konnte die Leistung der Superbikes auf bis zu 122 kW (166 PS) gesteigert werden. Noch mehr Performance brachten die Sondereditionen mit 127 kW (173 PS), die nach dem MV Agusta Techniker Tamburini und dem Rennfahrer Senna benannt waren. Weitere Varianten der F4 brachte der Hersteller mit den Veltro-Modellen auf den Markt, die ab dem Jahr 2006 je nach Ausstattung als Strada oder Pista in den Handel kamen. Spitzenversion der Serie wurde in dieser Zeit die F4 CC mit 200 PS, die die Initialen des MV Agusta Eigentümers Claudio Castiglioni trug. Sie gehörte später als gebrauchte F4 zu den am seltensten auf dem Markt angebotenen Superbikes der Baureihe.

Die zweite Generation der F4 bringt MV Agusta in drei Varianten auf den Markt

Konisch geformte Endschalldämpfer und eine aerodynamisch optimierte Frontverkleidung, das waren die augenfälligsten optischen Veränderungen, die den Übergang zu der im Jahr 2010 eingeführten zweiten F4-Generation kenntlich machten. Die Weiterentwicklung der Modelle war vor allem hinsichtlich der technischen Ausstattung mit vernetzter Bordelektronik zu erkennen. So setzte MV Agusta für die neuen F4 einen Schräglagensensor und eine achtstufige Traktionskontrolle sowie eine elektronisch gesteuerte Federung ein. Die Vernetzung der verschiedenen Systeme erlaubte es, vier voreingestellte Mapping-Programme abzurufen und individuell programmierbare Funktionen einzugeben. Neue Spitzenmodelle der MV Agusta F4 Superbikes wurden die RC- und RR-Versionen.