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MZ 1000 S

MZ 1000 S - ungeliebtes Designerstück aus Zschopau

MZ ist eine der Traditionsmarken im Zweiradbereich aus der ehemaligen DDR. Mit der MZ 1000 S sollte ein Neuanfang beginnen. Doch gegen die zu starke Konkurrenz aus München (BMW), Italien (Ducati) oder Japan (Honda, Yamaha, Suzuki, Kawasaki) ist kein Kraut gewachsen. Zu stark wiegen die Vorurteile gegenüber vermeintlich antiquierter Technik. Zu lange braucht MZ, um die mit Begeisterung gefeierte Studie aus dem Jahr 2000 serienreif zu machen. Erst 2003 beginnt die Produktion, 2004 und 2005 folgt je eine weitere Variante. Doch auch sie verhindern nicht, dass MZ die 1000 S nach nur fünf Jahren Bauzeit 2008 wieder einstellt.

Der Motor hat Charakter und kuriose Eigenheiten

MZ beschreitet bei der Entwicklung der MZ 1000 S völlig neue Wege. Statt wie große Hersteller auf einen V2 oder Reihenvierzylinder zu setzen, entwickeln die Zschopauer ihr eigenes Konzept eines Hochleistungsmotors. Schon beim ersten Anlassen wird klar, dass sich im stabilen Stahlrohrrahmen keine gewöhnliche Maschine die Brennräume füllt. Ein gegenläufig arbeitender Reihenzweizylinder mit extrem kurzhubiger Auslegung soll für Fahrspaß und Begeisterungsstürme bei den Fahrerinnen und Fahrern sorgen. Der Klang der Maschine und die Gasannahme ohne Last lassen eine verheißungsvolle Vorahnung aufkommen. Sanft vibriert der Achtventiler unter der tief montierten Sitzbank. Die erste Fahrstufe des 6-Gang Getriebes rastet hör- und fühlbar ein. An die ersten Meter einer betriebskalten MZ 1000 S muss man sich allerdings gewöhnen. Die Gasannahme ist nicht besonders fein. Die 50 mm großen Drosselklappen scheinen den kurzen Hub manchmal etwas zu forsch mit Benzin und Luft füllen zu wollen. Unter 3.000 Umdrehungen passiert nicht viel. Das erwartete Feuerwerk darüber bleibt erst einmal aus. Satter Drehmomentpunch oder schiere Leistung kann der Zweizylinder der MZ 1000 S also nicht. Dafür zücken die Fahrwerksingenieure sämtliche Register.

Trumpfkarte: voll einstellbares Fahrwerk

Die Landstraße ist das Wohlfühl-Terrain der MZ 1000 S. Grundsätzlich eher komfortabel voreingestellt, sind sowohl Federgabel (Vorderrad) als auch Federbein (Hinterrad) separat und weit gespreizt verstellbar. Zug- und Druckstufe sowie Federrate lassen sich justieren und auf persönliche Vorlieben anpassen. Die Hausstrecke kann somit zur Fahrwerks-Spielwiese umgestaltet werden. Fahre ich lieber komfortabel oder soll einmal das gesamte Schräglagen-Potenzial der Metzeler Sportec Reifen ausgereizt werden? Mit der präzisen Fahrwerkstechnologie der MZ 1000 S haben Fahrerinnen und Fahrer das gesamte Portfolio eines Straßenmotorrads zur Hand. Wer sich das Erlebnis einer MZ 1000 S nicht entgehen lassen möchte, sollte sich beeilen. Zwar gibt es noch gute und günstige Exemplare zu kaufen, doch die Preise dieses künftigen Klassikers werden wohl in absehbarer Zeit ansteigen.