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MZ ES 300

MZ ES 300 - selten und selten schön

Ihren Ursprung findet die ES Baureihe des Zschopauer Motorradherstellers MZ bereits im Dezember 1956. Üppige Schutzbleche, barocke Formen und sehr schmale Reifen zeichnen das Erscheinungsbild der ES Reihe aus. Als 1961 der Wegfall der Simson Sport 450 und der EMW R35 dazu führte, dass in der aufstrebenden DDR kein Gespannmotorrad mehr vom Band läuft, wird bei MZ die ES 300 ins Leben gerufen. Den Motor der ES 250 stockt man kurzerhand um 50 Kubikzentimeter auf – gerade um so viel, dass ein Gespann mit der MZ ES 300 bis zu 100 Stundenkilometer schnell werden kann.

Quadrathuber mit Charakter und Eigenständigkeit

Die Bohrung und der Hub liegen bei 72 mm. Dieses ausgeglichene Verhältnis wird im Motorenbau als Quadarathuber bezeichnet. Davon darf man sich nicht täuschen lassen, denn Zylinder und Kolben bleiben wie üblich beim Verbrennungsmotor rund. Der Zweitakter der MZ ES 300 liefert 18,5 PS. Durch einen relativ großen technischen Aufwand – gegenüber der 250er Version werden Kurbelwelle, Kolben, Zylinderkopf und Vergaser geändert – wird im Grunde ein völlig neuer Motor geschaffen. Dass der allerdings wenig Zukunft hat, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Schon 1967 stößt auch der 250 Kubik Motor in die Leistungsregionen der MZ ES 300 vor und läuft dabei zuverlässiger. Der 300 Kubikzentimeter Version der ES fehlt damit die Berechtigung.

Nur vier Jahre Bauzeit sorgen für Seltenheitswert

Nach nur drei Jahren Bauzeit wird die Produktion der MZ ES 300 1964 eingestellt, für den Export allerdings 1966 noch einmal hochgefahren. Der vergrößerte Hubraum macht der Luftkühlung über Metallrippen Probleme. Bei der MZ ES 301 versucht man dem mit einer stark vergrößerten Kühlfläche am Zylinder entgegenzuwirken. Trotz der Maßnahmen waren Rissbildungen am Rahmen aufgrund der starken Vibrationen des Triebwerks immer noch an der Tagesordnung. Die MZ ES 300 wird bis 1966 nur 7.865 Mal gebaut, was sie trotz ihrer Kapriolen heute zu begehrten Sammlerobjekten macht. Gut erhaltene Exemplare in fahrbereitem Zustand liegen in der Preisregion ab 2.000 Euro. Ersatzteile werden immer seltener und sind daher heiß begehrt