Erste Sitzprobe im 2CV Concept: Bringt Citroën die Elektro-Ente zum Fliegen?

Erste Sitzprobe in der Legende. Citroën lässt nach 26 Jahren Pause wieder eine Ente fliegen. Der 2CV Concept soll 15.000 Euro kosten und zwischen 200 und 300 Kilometer weit kommen. Die Elektro-Ente ist gespickt mit nostalgischen Zitaten. Von der Wellblech-Optik bis zu den Glupschaugen-Scheinwerfern.

Das Wichtigste zuerst

Der Citroën 2CV (1948–1990, 5,1 Mio. Stück) kehrt Anfang 2028 als Elektro-Neuauflage für ca. 15.000 Euro zurück. Die Konzeptstudie übernimmt historische Designelemente wie die typische Silhouette, Karo-Sitze und das Faltdach. Für Picknicks lassen sich die Sitzbank und das Radio herausnehmen. Technisch wiegt der kompakte Stromer rund eine Tonne, leistet voraussichtlich 60 bis 90 PS und erzielt mit einer 2 bis 35 kWh Batterie eine geschätzte Reichweite von 200 bis 300 Kilometern.

Citroën 2 CV Concept auf einen Blick:

Was uns gefällt

Die nostalgische Optik. Diese Ente ist ein Paradiesvogel.

Was wir vermissen

Eine erste Probefahrt. Ist noch lang hin bis 2028.

Ideal, wenn …

… man die Vergangenheit modern aufleben lassen möchte.

Die Alternativen

Renault 4/5, Renault Twingo, Dacia Spring, Leapmotor T03.

Stärken

  • Verspielte Optik.
  • Herausnehmbares Radio.
  • Günstiger Preis.

Schwächen

  • Zuviel Retro-Design.
  • Wenig Leistung.
  • Überschaubare Reichweite.

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5,1 Millionen Enten knatterten vom Band

Pferd, Schnecke, Ente, Ziege? Vier Tiere, ein Auto. Denn das sind die gängigsten Spitznamen des Citroën 2CV, hierzulande auch als Ente bekannt – übrigens auch in Holland. Auf das Pferd stößt man in Frankreich. 2CV heißt nämlich nichts anderes als „deux chevaux“, also „zwei Pferde“. So wurde die PS- und Steuerklasse genannt, mit der die Ursprungsente klassifiziert wurde. Als (Blech-)Schnecke (tin snail) bezeichnen die Engländer sie, in Italien hat Lumaca eine ähnliche Bedeutung. Und last but not least: In Belgien spricht man von Geit, von der Ziege. Weil das Motorengeräusch an Meckern erinnert. Ob Pferd, Schnecke, Ente oder Ziege. Der 2CV zählt neben dem Käfer von Volkswagen zu den berühmtesten Kultautos der Welt und knatterte von 1948 bis 1990 vom Band. 5,1 Millionen wurden davon hergestellt. Und jetzt im Elektrozeitalter soll sie ein Revival erleben.

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Karo-Sitze, Riffelblech, Eier-Halter – so nostalgisch ist die Elektro-Ente

Ebenso wie das Original wurde das neue Citroën 2CV Concept in Paris beim Automobilsalon vorgestellt. Wir konnten die Ente bei einem Studio-Termin in München etwas später in Augenschein nehmen. Schnuckelig sieht der Stromer, der spätestens Anfang 2028 auf den Markt kommen soll, ja schon aus. Mit zahlreichen Anleihen aus der Vergangenheit. Das fängt bei der typischen bogenförmigen Silhouette an, geht über das riesige Faltdach bis hin zu den glupschäugigen Scheinwerfern. Die geriffelte Motorhaube erinnert an die Wellblech-Haube der Ur-Ente. Und auch die Türgriffe im Drehklinken-Style und die Gurtschlaufen innen zum Zuziehen der Türen, zitieren das Original. Im Interieur stechen die dicken Polstersitze im gelben Karo-Design ins Auge. Wir erspähen gleich zwei Croissant-Halterungen. Eine in der Tür und eine auf dem herausnehmbaren Korb. Und es gibt elastische Gummizüge für den Transport von Eiern.

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Radio und Sitzbank: Alles kann man herausnehmen für ein Picknick

Eine Anspielung auf das ursprüngliche Lastenheft. Dort stand geschrieben: „Transportiere 4 Bauern, 50 kg Kartoffeln, ein 6er-Pack Eier über ein Feld. Ohne dabei die Eier zu zerbrechen.“ Wohl deshalb hatte der 2CV damals schon ein vorbildlich sanftes Fahrwerk. Ausgestattet mit Trägheitsdämpfern und einer Längsfederung schwebte die Ente mehr, als sie fuhr. Deshalb sind auch die Sitzpolster so dick – um genau dieses Feeling zu erzeugen. Ein weiteres, schönes Detail der Studie ist das sogenannte „Radioën“. Es ist ebenso wie der Korb herausnehmbar und funktioniert draußen dann als Bluetooth-Lautsprecher. Beide eignen sich hervorragend für ein Picknick. Zumal die vordere Sitzbank ebenfalls mit wenigen Handgriffen ausgebaut ist und dann als Bank für ein gemütliches Tête-à-tête im Grünen zur Verfügung steht.

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Zurück nach innen: Zum Head-up-Display gesellt sich ein acht Zoll großer Touchscreen. Hinter dem Lenkrad, das markentypisch aus einer Speiche besteht, sitzt ein großer Hebel, über den Scheibenwischer und Blinker bedient werden. Rechts der große Gangwahlschalter mit Drucktasten. Ein letztes Detail zum Schmunzeln: Auf den Fahrpedalen findet man zwei Symbole. Die Schildkröte an der Bremse und der Hase (logisch) auf dem Gaspedal.

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Leistung & Reichweite: Das erwarten Experten vom neuen 2CV

Nostalgisch und witzig – zumindest optisch kann die neue Ente überzeugen. Doch wie innovativ wird die Technik, die unter dem knuddeligen Blechkleid steckt? Allzu viel verraten die Franzosen noch nicht. Die neue Ente soll jedenfalls auf einer eigenständigen Plattform stehen. Mit einer Länge von 3,76 Metern ist sie kompakt und sogar neun Zentimeter kürzer als das Original. Das Gewicht soll nur rund eine Tonne betragen, deshalb gibt es auch nur Akkus von einer Größe zwischen 25 und 35 kWh, schätzen die Experten. Damit soll, wie Citroën schreibt „eine auf den Alltag zugeschnittene Reichweite“ erreicht werden. Vermutlich wird sie zwischen 200 und 300 Kilometern liegen. Erwartet wird eine Leistung zwischen 60 und 90 PS. Damit könnte man der Ente, die ja nicht viel wiegt, schon Beine machen. Was das Fahrwerk angeht, so wollen die Franzosen auf alle Fälle das typische Schweben des 2CV zurückholen. Dafür eignen würden sich die patentierten Stoßdämpfer mit dem progressiven, hydraulischen Anschlag, die schon in allen anderen Modellen im Einsatz sind. Das ist aber eine Spekulation. Beim Preis herrscht da schon mehr Klarheit. Citroën peilt extrem günstige 15.000 Euro an.

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Unser Fazit

Die große Frage lautet: Zieht der Retro-Trend auch bei der elektrischen Ente? Oder hat das Publikum nach Renault 4/5 und Twingo schon eine Nostalgie-Allergie? Wir meinen: Wenn das Gesamtpaket stimmt, und die Franzosen die vielen witzigen Details auch beim Serienmodell beibehalten, genauso wie den günstigen Preis – dann wird diese Ente nicht lahmen, sondern fliegen. (Text: Rudolf Bögel. Fotos: Hersteller)

Die zehn wichtigsten Fragen und Antworten zum Citroën 2 CV Concept

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel is sinds 2022 freelance redacteur bij AutoScout24. Hij houdt van elegante sedans en hoogtoerige atmosferische motoren, maar rijdt privé vooral elektrisch: in een Honda e, opgeladen met zijn eigen zonnepanelen. Zijn geheime passie ligt bij klassiekers – van de Mercedes-Benz 190 “Heckflosse” tot de Triumph Spitfire Mk II en de Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Over smaak kun je twisten, over goede auto’s niet.

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