Kurztest: Hyundai Santa Fe LPG – Unspürbar

Autogas erfreut sich immer größerer Beliebtheit, senkt es doch die Spritkosten erheblich. Hyundai bietet nun für einige Modelle eine Umrüstung an. Wir haben den Santa Fe mit Gasantrieb zu einer kurzen Ausfahrt gebeten - und nichts gespürt.

Zusammen mit Ecoengines hat Hyundai einen neuen Flüssiggasantrieb für Motoren mit Direkteinspritzung entwickelt, beim dem lediglich die Benzinhochdruckpumpe ausgetauscht werden muss - und natürlich muss ein Flüssiggastank eingebaut werden. So entfallen eine extra Abnahme und ein neues Abgasgutachten ist nicht nötig. Und wer sich gleich bei der Bestellung seines neuen i10, i30, i40, ix35 oder Santa Fe für eine mindestens 2.746 Euro teure Umrüstung entscheidet, bekommt auf die LPG-Bauteile auch fünf Jahre Garantie.

Unmerklich

Erfahren konnten wir die Umrüstung in einem Santa Fe, der sich einzig und allein durch einen kleinen Schalter mit ein paar LEDs als Tankanzeige in der Mittelkonsole von seinem nur-benzinbetriebenen Bruder unterscheidet. Per Tastendruck lässt sich zwischen den beiden Kraftstoffen wechseln, geht der Gasvorrat zur Neige, greift das System automatisch auf die in unverändertem Umfang vorhandenen Benzinreserven zurück.

Auch beim Fahren fällt der Gasantrieb in dem von uns bewegten Santa Fe nicht auf; zwar bildet man sich anfangs ein, dass im LPG-Modus der 192 PS starke 2,4-Liter (im übrigen der einzige für das koreanische SUV verfügbare Benziner; ab 29.990 Euro) etwas weniger Durchzug bietet, doch im Blindtest - der Beifahrer wechselt mehrfach zwischen Benzin- und Gas-Betrieb, ohne dass der Fahrer sieht, was gerade aktiv ist - stellt sich heraus, dass nicht festzustellen ist, welcher Kraftstoff gerade verbrannt wird.

Nicht flott, aber komfortabel

So oder so also beschleunigt der Santa Fe in rund zehn Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo und wird bis zu 190 km/h schnell - das ist nicht sonderlich flott; ein vergleichbar starker BMW X3 fährt 20 Sachen schneller und braucht fast zwei Sekunden weniger. Ausreichend ist es aber allemal, und gleitet der Hyundai dafür kommod durchs Land, ohne die Passagiere durchzuschütteln.

Derer können übrigens mittlerweile bis zu sieben an Bord sein, nämlich dann, wenn man den Grand Santa Fe bestellt - der momentan allerdings noch nicht mit LPG-Antrieb erhältlich ist. Und eine erste Sitzprobe ergab, dass die beiden Plätze im Kofferraum doch besser kleingewachsenen Passagieren zu überlassen sind, denn sowohl für den Kopf als auch für die Knie wird es ziemlich eng. Dafür verschwinden die Sessel, wenn sie nicht benötigt werden, ebenerdig im Kofferraumboden. Ob sich der Gasumbau lohnt, hängt natürlich von der Fahrleistung ab, doch dürfte er vor allem beim Santa Fe viele Freunde finden, denn wirklich sparsam ist das SUV nicht. Schon im Norm-Test nimmt es sich 8,7 Liter; in der Praxis ist eine zehn vor dem Komma also kaum zu vermeiden.

Zwar erhöht der Gasbetrieb den Konsum nocheinmal ein wenig, allerdings kostet der Treibstoff mit derzeit durchschnittlich 76 Cent pro Liter deutlich weniger als Benzin. Und Nachteile erfährt man nicht: Weder an Leistung noch am Geräusch ist der andere Kraftstoff zu erkennen, der übrigens mittlerweile an 6.705 Tankstellen in Deutschland erhältlich ist.

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