Gebrauchtwagen-Kaufberater: Opel Meriva B – Familienvan mit typischen Mängeln

Für eine höhere Sitzposition und gute Übersicht braucht der Meriva kein SUV-Styling. In seiner zweiten Auflage ab 2010 ist er auf 4,29 Meter gewachsen. Von seinem größeren Bruder Zafira hat der Rüsselsheimer die Flexibilität geerbt: So lassen sich zum Beispiel die verschiebbaren Rücksitze mit einem Handgriff zur ebenen Ladefläche zusammenfalten. Als Besonderheit bietet der Meriva gegenläufig öffnende Türen. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass ein praktisch großer Öffnungswinkel entsteht. Auf der anderen Seite kehren sich die hinten angeschlagenen Fondtüren aber in einen Nachteil, wenn der Parkplatz sehr eng ist: dann ist der Zustieg erschwert. Optional hat Opel die besonders bequemen Ergonomie-Sitze eingebaut. Auf dem Papier verspricht das Gepäckabteil mit bis zu 1.500 Litern Volumen Überdurchschnittliches, der Kofferraum ist eher schmal geschnitten.
Keine fahrende Verzichtserklärung
Mit der zweiten Generation basiert der Meriva auf dem Astra, wodurch das Fahrverhalten an Souveränität gewinnt und der Van an Langstreckentauglichkeit. Bei den Motoren genügt der 88 kW/120 PS starke Turbo-Benziner, um den Van als gemütliche Familienkutsche zu bewegen. Die Diesel-Exemplare leisten zwischen 70 kW/ 95 PS und 100 kW/136 PS. Für einige Motorvarianten ist ein Automatikgetriebe im Angebot. Den 1,4-Liter-Turbo bietet Opel auch in einer 88 kW/120 PS starken LPG-Variante an, mit der der Van keinesfalls eine fahrende Verzichtserklärung, sondern durchaus flott unterwegs ist.
Beim Euro-NCAP-Crashtest holte der Meriva – wie es sich für einen Familienvan gehört – die volle Punktzahl von fünf Sternen. Die Serienausstattung „Selection“ ist nicht besonders üppig, immer an Bord sind unter anderem elektrische Fensterheber vorn, Berganfahr-Assistent und die geteilt umlegbare Rücksitzbank. Empfehlenswert ist die zweite Stufe „Edition“, mit Klimaanlage und CD-Radio. Wer gerne Fahrrad fährt, hält nach einem Modell Ausschau, das Opels „Flex Fix“-Trägersystem mit integriertem Fahrradträger am Heck an Bord hat. Aber Vorsicht: Nicht immer lässt sich die Konstruktion nach einigen Jahren noch einwandfrei bedienen, bei der Probefahrt sollte man unbedingt die Funktion prüfen.
In Sachen Style nicht auf der Höhe
Auch nach einigen Jahren kommt der Meriva öfter als der Durchschnitt seiner Altersklasse ohne Beanstandung durch die Hauptuntersuchung, die Quote der erheblichen Mängel liegt in allen Baujahren unter dem Schnitt. Fehlerfrei ist der Van aber nicht: So bemängeln die Prüfer im „TÜV-Report“ zum Beispiel bei älteren Modellen Schwächen bei Federn und Dämpfern. Bereits früher wird Ölverlust ein ärgerliches Thema, auch hierauf sollte man bei der Probefahrt achten. Die Schwächen an der Beleuchtung sind dagegen eine im Zweifel günstig zu behebende Sünde.
Der Meriva mag in Sachen Style nicht auf der Höhe der Zeit sein, wer mehr Wert auf Platz und Solidität legt, liegt bei ihm aber richtig. Los geht es auf den gängigen Onlinebörsen bei gut 4.000 Euro für ältere Modelle. Für ein Exemplar mit weniger als 100.000 Kilometern muss man gut 6.000 Euro anlegen. (sp-x/hs/jms)
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