Škoda Peak (2026) im ersten Test: Auf die Spitze getrieben

Der Škoda Peaq auf einen Blick
Was uns gefällt
Das Gesamtpaket: solide Technik, clevere Details.
Was wir vermissen
Schneller laden bei Wechselstrom.
Ideal, wenn …
… man eine große Familie hat.
Die Alternativen
Kia EV9, Peugeot E-5008, Tesla Modell Y
Stärken
- Wärmepumpe immer Serie
- Fairer Einstiegspreis
- Ausgewogenes Handling
Schwächen
- Lange Aufpreisliste
- Enge dritte Sitzreihe
- Schwache (11 kW) AC-Ladeleistung
Sieben Sitze: So wird aus dem SUV ein Bus
Škoda treibt es auf die Spitze. Mit dem Großraum-SUV Peaq (gesprochen wie das englische Wort peak für Gipfel) übertreffen die Tschechen ihr bislang größtes Modell, den Kodiaq, um 17 Zentimeter. Und auch der Radstand hat mit knapp drei Metern eine beeindruckende Größe. Mit sieben Sitzen wird aus dem SUV sogar ein Bus.
Auch bei der Reichweite will die Volkswagen-Tochter zum Gipfelsturm ansetzen. Mit 642 Kilometern wird Mr. Big zum Langstreckenläufer. Vorgestellt hat Škoda seinen Peag passend zum Namen auf einer historischen Bergstation auf 1100 Metern Höhe, oberhalb des Genfer Sees. Noch vor der offiziellen Fahrpräsentation konnten wir auf einem Event der Auto-Jury von GCOTY (German Car Of The Year) einen getarnten Prototypen fahren.
Drei Motoren für 2,3 Tonnen Gewicht
Aber was heißt hier Prototyp? Was uns die Tschechen da hingestellt haben, das sieht mit dem grau und lilafarbenen Tarnanzug und dem teilweise abgehängten Cockpit zwar noch so aus wie in einem frühen Entwicklungsstadium, fühlt sich beim Fahren aber schon ziemlich erwachsen an. Wir sind am Start mit einem Škoda Peaq 90. Er hat 210kW / 286 PS und wird am Heck angetrieben.
Der „kleinere“ Peaq 60 kommt auf 150 kW / 204 PS, und der Peaq 90x hat als einziger Allradantrieb und schiebt mit 220 kW / 299 PS an. Ordentlich Leistung braucht der Riese aus Mladá Boleslav aber auch, schließlich müssen 2,3 Tonnen Gewicht in Wallung gebracht werden. Das macht der E-Motor recht adrett - der Heckantrieb sorgt auch bei schwerem Gerät für Spaß. Und mit 286 PS und 545 Nm Drehmoment steht ja auch ausreichend Leistung zur Verfügung. Nach 7,1 Sekunden zeigt der Digitaltacho die Zahl 100. Das ist schneller als ein vergleichbarer Peugeot E-5008, aber deutlich langsamer als das Tesla Model Y RWD (5,6 Sekunden).
Fahrwerk und Lenkung: präzise, schnell und gefühlvoll
Noch mehr beeindruckt haben uns Fahrwerk und Lenkung. Da können wir den Peaq nur in den höchsten Tönen loben. DCC Pro heißt es, kommt aus dem VW-Regal und kann gegen Aufpreis bestellt werden. Aber es lohnt sich. Stramm und humorlos fertigen Federn und Dämpfer sogar einen zugegebenermaßen recht schnell angefahrenen Bahnübergang ab, sanft und ruhig gleiten wir über historische Straßenpflaster.
Die Lenkung passt dazu: Sie reagiert präzise, schnell und gefühlvoll schon auf die kleinste Drehung. Gut, dass Škoda ein entsprechendes Gestühl mit gutem Seitenhalt bietet. Im Stand werden Fahrer- und Beifahrersitz zu Lounge-Sesseln (optional). Man kann sie ausfahren und darin chillen. Mit Unterschenkelstütze und Massage - das ist fast so schön wie in der Business-Klasse im Flieger.
Das Design macht aus dem Peaq einen sanften Riesen
Szenenwechsel: Wir nehmen Platz in einem ungetarnten Peaq, den Škoda ebenfalls mitgebracht hat. Im Gegensatz zum Prototypen wirkt die 4,87 Meter lange Großraumlimousine in Rosé-Gold wie ein sanfter Riese. Die filigranen und flachen T-förmigen Leuchten verleihen dem Peaq einen eleganten Auftritt an der Front und ein feines Finish am Heck.
Mit einer Lichtleiste, die sich quer über das Armaturenbrett spannt, geben die Designer dem Interieur Leichtigkeit. Das Cockpit besteht aus einem 10-Zoll-Digitaltacho und einem 13,6 Zoll großen, hochkant angeordneten Touch-Display. Für Klimatisierung und Lautstärke sind nach wie vor Tasten und Walzen zuständig. Skoda sei Dank!
Kofferraum und Anhängelast: hier hat der Peaq seine Stärken
Bestellen kann man den Peaq als Fünf- oder als Siebensitzer. Die letzte Reihe eignet sich aber maximal für Personen bis zu 1,75 Metern Größe, die aber mit einer gewissen Grundgelenkigkeit gesegnet sein sollten. Auch wenn man die zweite Sitzreihe um 15 Zentimeter verschieben kann, ist das Einsteigen für Erwachsene kein Kinderspiel.
Mit dem dritten Rang fällt das Kofferraumvolumen naturgemäß klein aus. Da bleiben dann gerade noch 299 Liter. Beim Fünfsitzer sind es 935 Liter - und wer bei umgeklappter Rückbank auf das Ganze geht, dem stehen 2.150 Liter zur Verfügung. Auch als Lastesel bietet sich der Škoda an. Bis zu 1,8 Tonnen darf der Peaq 90 ziehen. Damit schlägt er auch die Konkurrenz von Kia. Der EV9 RWD packt nämlich nur die Hälfte. Hier muss man schon den AWD ordern, dann nimmt er 2,5 Tonnen an den Haken. Der Allrad-Peaq muss hier mit 2000 Kilogramm zurückstecken.
AC-Laden leider nur mit 11 kW
Gespeist werden die Elektromotoren von zwei unterschiedlich großen Akkus. Beim Einstiegsmodell bietet die Batterie eine Kapazität von 63 kWh und damit eine Reichweite von 456 Kilometern. Die 90er-Modelle haben einen 91-kWh (brutto) großen Energiespeicher. Damit soll der Hecktriebler 641 Kilometer weit kommen, der AWD hingegen nur 609 km. Geladen wird mit 160 oder 190 kW je nach Batteriegröße. Eine entsprechende Zapfsäule vorausgesetzt, dauert es dann knapp unter 30 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent Kapazität zu kommen.
Inwieweit das und die Verbrauchswerte (zwischen 14,9 und 18,6 kWh/100 km) realistisch sind, wird sich bei einem ersten längeren Verbrauchstest zeigen. Bei Wechselstrom (AC) schafft der Peaq übrigens nur 11 kW. Das ist bedauerlich, weil es in Deutschland jede Menge 22-kW-Ladesäulen gibt, vor allem an Supermarkt- und Baumarkt-Parkplätzen.
Erstes Fazit
Design, Platzverhältnisse und Fahrverhalten - der Škoda Peaq hat uns in diesen Disziplinen auf Anhieb überzeugt. Beim Preis setzen die Tschechen auf Zurückhaltung, zumindest bei der Einstiegsvariante, dem Peaq 60. Los geht es bei 49.900 Euro. Inklusive sind bereits Wärmepumpe, Drei-Zonen-Klimaautomatik, elektrische Heckklappe und das große Infotainment-Display. Wer den Konfigurator großzügig bedient, der stellt schnell fest, dass Škoda mit dem Peaq zur Höchstform aufläuft. Mit 21-Zöllern, Panorama-Glasdach und allen Simply-Clever-Spielereien (Schirm in der Tür, Klapptisch in der Mittelkonsole, Handbesen) kostet der Großraum-SUV dann satt über 70.000 Euro. Das ist der Gipfel, denn damit ist der Peaq auch der teuerste Škoda aller Zeiten. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Hersteller)
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