AGPI Juni: Gebrauchtwagenpreise sinken weiter, Elektroautos erneut mit Preisanstieg

Grünwald, 09. Juli 2026 - Der AutoScout24 Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) sinkt im Juni gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent auf durchschnittlich 27.229 Euro und setzt damit den seit Jahresbeginn rückläufigen Trend fort. Während die Durchschnittspreise über nahezu alle Fahrzeugsegmente hinweg leicht nachgeben, entwickeln sich gebrauchte Elektroautos weiterhin entgegen dem Gesamtmarkttrend. Deutschland-Vertriebschef Stefan Schneck ordnet die aktuellen Marktentwicklungen ein.
Preisrückgang setzt sich fort
Über sämtliche Fahrzeugsegmente hinweg gehen die Durchschnittspreise zurück. Besonders deutlich betrifft dies Kleinwagen (-1,7 Prozent auf 12.968 Euro), Sportwagen (-1,4 Prozent auf 70.117 Euro), die obere Mittelklasse (-1,2 Prozent auf 31.296 Euro) sowie die Mittelklasse (-1,2 Prozent auf 25.406 Euro). Nachdem die Oberklasse im Mai noch ein leichtes Preisplus verzeichnet hatte, sinkt nun auch ihr Durchschnittspreis um 0,7 Prozent auf 59.370 Euro. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Alterssegmenten. Die stärksten Preisrückgänge verzeichnen Youngtimer (-2,4 Prozent auf 7.665 Euro), Oldtimer (-1,5 Prozent auf 32.399 Euro) sowie Fahrzeuge im Alter von zehn bis zwanzig Jahren (-0,8 Prozent auf 10.936 Euro).
Angebot steigt in vielen Segmenten, Nachfrage entwickelt sich unterschiedlich
Im Juni wächst die Zahl der inserierten Fahrzeuge in mehreren Fahrzeugsegmenten. Die größten Zuwächse verzeichnen SUV und Geländewagen (+4,6 Prozent), Kleinwagen (+4,1 Prozent) sowie die Mittelklasse (+3,8 Prozent).
Die Nachfrage entwickelt sich je nach Fahrzeugsegment unterschiedlich. Zuwächse zeigen sich insbesondere in der oberen Mittelklasse (+6,9 Prozent), bei Vans und Kleinbussen (+3,5 Prozent), SUV und Geländewagen (+3,4 Prozent) sowie der Oberklasse (+2,9 Prozent). Rückläufig ist sie dagegen bei Sportwagen (-3,4 Prozent), Kleinwagen (-3,3 Prozent), der Mittelklasse (-0,8 Prozent) und der Kompaktklasse (-0,8 Prozent).
Auch bei den Alterssegmenten ergeben sich unterschiedliche Entwicklungen. Während das Angebot insbesondere bei Youngtimern (+8,4 Prozent), Oldtimern (+7,9 Prozent) und Fahrzeugen zwischen zehn und zwanzig Jahren (+6,0 Prozent) zunimmt, steigt die Nachfrage vor allem bei fünf bis zehn Jahre alten Fahrzeugen (+3,4 Prozent) sowie Fahrzeugen zwischen einem und drei Jahren (+3,2 Prozent).
Elektroautos entwickeln sich weiterhin gegen den Markttrend
Während die Durchschnittspreise bei den meisten Antriebsarten im Juni leicht sinken, entwickeln sich gebrauchte Elektroautos weiterhin entgegen dem Gesamtmarkttrend. Ihr Durchschnittspreis steigt um 1,0 Prozent auf 37.810 Euro. Seit Jahresbeginn erhöht sich der Durchschnittspreis damit von 32.980 Euro auf 37.810 Euro. Die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos geht gegenüber dem Vormonat um 16,9 Prozent zurück. Das Angebot bleibt mit -0,1 Prozent nahezu unverändert.
Blick hinter die Zahlen
Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei AutoScout24: „Für Kaufinteressierte ist die aktuelle Entwicklung zunächst eine gute Nachricht: Der durchschnittliche Angebotspreis liegt inzwischen rund 530 Euro unter dem Niveau zu Jahresbeginn. Insbesondere im Einstiegs- und Mittelsegment wieder eine größere Auswahl zur Verfügung. Gebrauchte Elektroautos entwickeln sich dagegen weiterhin entgegen dem aktuellen Gesamtmarkttrend. Während sich die Zahl der inserierten Fahrzeuge im Juni kaum verändert, geht die Nachfrage gegenüber dem Vormonat zurück. Dennoch steigen die Durchschnittspreise leicht weiter. Eine mögliche Erklärung ist, dass vor allem günstigere Fahrzeuge verkauft wurden und dadurch tendenziell höherpreisige Modelle im Angebot verbleiben. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie sich das Auslaufen des Tankrabatts sowie die weitere Entwicklung an der Straße von Hormus und eine mögliche wieder einkehrende Entspannung bei den Kraftstoffpreisen auf die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos auswirken.“
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