AGPI Juli: Preisanstieg bei Elektroautos endet erstmals, Gebrauchtwagenpreise setzen Rückgang fort

Angebot wächst, erstmals kein Preisanstieg bei Elektroautos

Grünwald, 04. August 2026 - Der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) sinkt im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent auf durchschnittlich 26.989 Euro und setzt damit den seit Jahresbeginn rückläufigen Trend fort. Während die Durchschnittspreise über sämtliche Fahrzeugsegmente hinweg nachgeben, endet der seit Jahresanfang anhaltende Preisanstieg bei gebrauchten Elektroautos erstmals.

Preise sinken über nahezu alle Segmente hinweg

Über sämtliche Fahrzeugsegmente hinweg gehen die Durchschnittspreise zurück. Am deutlichsten betrifft dies die obere Mittelklasse mit einem Minus von 1,9 Prozent auf 30.713 Euro. Dahinter folgen Vans und Kleinbusse mit einem Rückgang um 1,2 Prozent auf 24.947 Euro, die Oberklasse mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 58.654 Euro sowie Sportwagen mit einem Rückgang um 1,1 Prozent auf 69.319 Euro. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Alterssegmenten. Die stärksten Preisrückgänge verzeichnen Youngtimer mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 7.473 Euro und Oldtimer mit einem Rückgang um 1,9 Prozent auf 31.789 Euro. Bei Fahrzeugen im Alter von zehn bis zwanzig Jahren sinkt der Durchschnittspreis um 1,0 Prozent auf 10.828 Euro.

Angebot wächst, Nachfrage entwickelt sich rückläufig

Im Juli nimmt die Zahl der inserierten Fahrzeuge in sämtlichen Fahrzeugsegmenten zu. Besonders deutlich wächst das Angebot bei Kleinwagen um 9,9 Prozent, bei SUV und Geländewagen um 8,2 Prozent sowie in der Kompaktklasse um 5,4 Prozent. Die Nachfrage geht dagegen in fast allen Fahrzeugsegmenten zurück. Die stärksten Rückgänge verzeichnen die obere Mittelklasse mit einem Minus von 8,8 Prozent, die Oberklasse mit einem Rückgang um 6,9 Prozent sowie SUV und Geländewagen mit einem Minus von 6,5 Prozent. Eine Ausnahme bilden Sportwagen, deren Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 2,4 Prozent steigt.

Bei den Alterssegmenten entwickelt sich das Angebot ebenfalls durchgehend positiv. Die größten Zuwächse verzeichnen Oldtimer mit einem Plus von 13,2 Prozent, drei bis fünf Jahre alte Fahrzeuge mit 9,5 Prozent sowie Youngtimer mit 7,3 Prozent. Die Nachfrage geht dagegen in allen Altersklassen zurück. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Fahrzeugen bis zu einem Jahr mit einem Minus von 7,6 Prozent, bei ein bis drei Jahre alten Fahrzeugen mit einem Rückgang um 6,2 Prozent sowie bei Fahrzeugen zwischen fünf und zehn Jahren mit einem Minus von 6,0 Prozent.

Preisanstieg bei Elektroautos endet erstmals

Nachdem die Durchschnittspreise gebrauchter Elektroautos seit März kontinuierlich gestiegen waren, endet dieser Preisanstieg im Juli erstmals. Der Durchschnittspreis liegt mit 37.744 Euro nahezu auf dem Niveau des Vormonats und gibt leicht um 0,2 Prozent nach. Das Angebot gebrauchter Elektroautos wächst im Juli um 10,1 Prozent. Die Nachfrage steigt leicht um 1,7 Prozent. Damit bilden Elektroautos bei der Nachfrage eine der wenigen Ausnahmen vom überwiegend rückläufigen Gesamtbild.

Blick hinter die Zahlen

Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei AutoScout24: „Sinkende Durchschnittspreise im Sommer sind am Gebrauchtwagenmarkt zunächst nichts Ungewöhnliches. Während der Ferien rückt der Autokauf für viele Menschen in den Hintergrund, entsprechend entwickelt sich der Markt in dieser Zeit traditionell etwas ruhiger. In diesem Jahr fällt dieser saisonale Effekt allerdings etwas stärker aus als in den beiden Vorjahren. Für Kaufinteressierte verbessert sich dadurch die Ausgangslage, da die Nachfrage sinkt und der Handel mit leichten Preisnachlässen reagiert. Erfreulich für Verbraucher ist zudem, dass der Preisanstieg bei gebrauchten Elektroautos erstmals seit Jahresbeginn endet. Das deutlich gewachsene Angebot spielt dabei eine entscheidende Rolle. Verstärkt kommen etwas ältere Elektroautos auf den Gebrauchtwagenmarkt, die durch neue E-Autos ersetzt wurden. Das erweitert die Auswahl und stabilisiert die Durchschnittspreise. Ob sich diese Entwicklung dauerhaft fortsetzt, werden allerdings erst die kommenden Monate zeigen.“

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