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Im Jahr 1935 beginnt Rixe mit der Produktion von Motorrädern

Mit dem Beginn der maschinellen Textilverarbeitung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich in der für seine Wäschefabrikation bekannten ostwestfälischen Stadt Bielefeld zahlreiche Industriebetriebe, die mit der Herstellung von Nähmaschinen begannen und dazu auch Metall für die notwendigen Gestelle verarbeiteten. Damit entstand das Know-how für den Bau von Fahrradrahmen und die Konstruktion kompletter Fahrräder sowie bald auch der ersten Motorräder. Vor diesem Hintergrund etablierte sich in den 1920er Jahren das Unternehmen Rixe, das zunächst als Zulieferer für die heimische Zweiradindustrie arbeitete und auf seinen Maschinen Rahmen und andere Teile für Fahrräder sowie motorisierte Zweiräder fertigte. Mit dem Jahr 1935 erweiterte Rixe sein Programm um Motorräder, die unter dem eigenen Markenamen in den Handel kamen.

In aktueller Zeit steht der Name Rixe für Fahrräder und E-Bikes

In den 1950er Jahren konnte das Unternehmen vom Motorradboom der Nachkriegszeit profitieren und brachte dann in den Achtzigerjahren vor allem noch Kleinkrafträder unter der Kernmarke sowie unter den Labels Phönix und Tornado auf den Markt. Im Zuge der Krise im Motorradbau stellte Rixe Mitte der 80er Jahre dann seine Produktion ein. In späteren Jahren belebte der norddeutsche Fahrradhersteller Derby die Bielefelder Traditionsmarke neu und nahm unter dem Namen Rixe Fahrräder und E-Bikes in sein Programm auf.

Seine ersten Motorräder vermarktet Rixe als Motor-Fahrrad

Betrachtet man die modernen Elektro-Bikes als Fahrräder mit Hilfsmotor, kehrte Rixe mit den alternativ angetriebenen Zweirädern gewissermaßen zu seinen Ursprüngen zurück. Denn eigentlich erinnerten die ersten Rixe Motorräder der 30er Jahre eher an eine Fahrradkonstruktion, an die ein kleiner Motor mit Auspuff angebaut worden war. Zwar fiel der Rahmen des ersten Rixe Motorrads etwas stärker aus und auch die Speichen der großen Räder wirkten kräftiger als beim Fahrrad. Doch Lenkgestänge und die Rohrverbindung zum Sattelsitz erinnerten wie die Gabel, das schmale Schutzblech am Hinterrad sowie der darüber montierte Gepäckträger an die Tretmodelle des Herstellers. Und dementsprechend bewarben die Westfalen die Fahrzeuge denn auch als Motor-Fahrrad. Optisch fielen die Motorradbestandteile tatsächlich kaum ins Auge: Die erste Rixe erhielt einen schlanken Miniaturtank und einen klein dimensionierten Motor des Herstellers Sachs, der über einen Hubraum von 98 ccm verfügte. Ebenfalls von Sachs kam der Motor für die Rixe Saxonette, die an der Hinterradnabe angetrieben wurde.

Die Rixe 36 fertigt der Hersteller auch als Damen-Modell

Mit dem Modell Rixe 36 orientierte sich der Hersteller bereits etwas stärker an der im Motorradbau üblichen Konstruktion. Die Frontschwinge des im Jahr 1936 vorgestellten Modells erhielt ähnlich wie die Rohre des Stahlrahmens einen deutlich größeren Durchmesser. Auch die Bereifung bekam ein breiteres Format und der Tank wurde auf ein Fassungsvermögen von nunmehr knapp fünf Liter vergrößert. Technisch zeigte die Rixe 36 ebenfalls Fortschritte in Richtung eines richtigen Motorrads. So stattete der Hersteller das Modell mit einem Kickstarter und wahlweise mit einem 98 ccm oder 118 ccm Motor aus. Ein Kuriosum jedoch blieb: Die Rixe 36 wurde wie bei Fahrrädern üblich in zwei verschiedenen Rahmenarten gefertigt und war daher auch ohne Oberrohr als Damenmodell verfügbar.

Ende der 1940er Jahre legt Rixe die Motorräder der Baureihen KP und KT auf

Großer Rundscheinwerfer, klassisches Lenkgestänge mit kurzen Griffen, breite Schutzbleche, voluminöser Tropfentank, optionale Teleskopgabel und ein großzügig bemessener Fahrerplatz in Sattelform, mit diesen Neuerungen brachten die Bielefelder im Jahr 1949/50 mit der Rixe T98-50 ihr erstes Nachkriegsmotorrad mit Sachs-Motor in der 100 ccm Klasse auf den Markt. Nahezu Baugleich, jedoch mit anderen Motoren ausgestattet, waren die Rixe KP sowie die mit Teleskopgabeln gebauten Rixe KT, die in unterschiedlichen Hubraumklassen produziert wurden.

Die Rixe KT und R/RS werden in Hubraumklassen bis 250 ccm gefertigt

In der Baureihe seiner technisch aufwendiger konstruierten KT-Modelle fertigte Rixe in den Fünfzigerjahren seine leistungsfähigsten Motorräder. Im Programm stand als Einstiegsversion die KT 150 mit gut 6 PS, der eine Variante mit 175 ccm Hubraum und einem Leistungsvermögen von rund 8 PS an die Seite gestellt wurde. Im Jahr 1953 ergänzte die KT 53/200 mit einer maximalen Leistungsausbeute von 11,2 PS das Programm. Die Position als Spitzenmodell nahm die KT 250 ein, die nach einer technischen Überarbeitung unter den Bezeichnungen Rixe R 250 und RS 250 vermarktet wurde und es je nach Baujahr auf knapp über 15 PS brachte. In der Ausführung mit durchgehender Sitzbank für Fahrer und Sozius wurde der Leistungsträger der 250er Klasse als Rixe Senator bekannt. Im Laufe der 50er Jahre wurden dann auch die anderen KT-Typenbezeichnungen umgestellt und die Modelle kamen bis Ende des Jahrzehnts nun als Rixe R 150, R 175 und R 200 zu den Kunden, bevor die Produktion der schweren Rixe Motorräder 1958 auslief.

Leichte Motorräder und Kleinkrafträder von Rixe

Gelochtes Schalldämpferrohr, sichtbare Nieten an der Sitzbank, freistehender Scheinwerfer und Feinspeichenfelgen, in diesem modernen Look präsentierte sich 1958 eine neue Generation leichter Motorräder der 100 ccm Klasse. Die Rixe R 100 und RS 100 blieben bis Ende der Sechzigerjahre im Programm. Darüber hinaus produzierte der Hersteller in den 50er und 60er Jahren das Rixe Moped, das während seiner Bauzeit in unterschiedlichen Ausstattungen in den Handel kam und bis Anfang der Siebzigerjahre als Rixe Derby in der Klasse der 50 ccm Motorräder antrat. Ab 1965 brachte das Unternehmen zudem 50er Versionen in der damals neu geschaffenen Klasse der Mofas in den Handel. Bekanntestes Modell wurde die Rixe Libelle, die in den verschiedenen Bauphasen in unterschiedlichen Ausstattungen gefertigt und etwa als Libelle GT, FTH, FT oder High Sport Super verkauft wurde. Zudem gab es eine Mofa-Version des Rixe Mopeds der Baureihe Tourismo. Die letzten Mofas liefen in der Baureihe Rixe R 503 in Bielefeld vom Band.

Rixe Zweiräder als Classic Bikes auf dem Gebrauchtmarkt

Die frühesten Rixe Motorräder der 1930er Jahre sind auf dem Markt für gebrauchte Motorräder praktisch nicht zu finden, da diese nur in relativ geringen Stückzahlen produziert wurden. Die Zeit der Classic Bikes des Bielefelder Zweiradproduzenten beginnt daher eigentlich erst mit der Großserienherstellung ab den Fünfzigerjahren. Als klassische Vertreter dieser Epoche gelten insbesondere die schweren Rixe der 250er Hubraumklasse. Als Oldtimer interessant sind jedoch auch gebrauchte Rixe Mofas, die über mehrere Jahrzehnte beispielhaft die Entwicklung der Modelle dieser Zweiradklasse widerspiegeln.