Autofelgen

optisches-tuning

Autofelgen

Autofelgen gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Arten, Materialien und Formen. Am häufigsten kommen einteilige Felgen aus gewalztem Stahl oder aus Aluminium zum Einsatz. Deutlich seltener, weil kostspieliger, sind Felgen aus Magnesium-Legierungen oder sogar aus Faserverbundwerkstoffen wie etwa Carbon oder Kevlar. Vor allem in der Tuning-Szene erfreuen sich auch verchromte Felgen größter Beliebtheit. Die Geschmäcker sind verschieden, ebenso die Einsatzzwecke. Hier erfahren Sie, welche Felgen es gibt und welche Vor- und Nachteile diese jeweils mit sich bringen.

Eine kleine Felgenkunde

Die Begriffe „Rad“ und „Felge“ werden heute als gleichbedeutend verstanden, obwohl man unter einer Felge ursprünglich nur den äußeren Ring verstand, auf welchem der Autoreifen aufliegt und von welchem aus der sogenannte Tragstern (bei Alufelge) beziehungsweise die Radscheibe oder auch Radschüssel (bei Stahlfelgen) zum Mittelloch führt. Die äußere und innere Reifenaufsitzkante wird auch als vorderes und hinteres Schlüssel- oder Felgenhorn bezeichnet. Aus mehreren Teilen zusammenmontierte Felgen müssten also genau genommen als Räder, nicht als Felgen bezeichnet werden.

Ein- und mehrteilige Felgen

Mehrteilige Felgen haben vor allem bei der Gewichtsreduzierung von Leichtmetallfelgen große Bedeutung und sind häufig an den 30 bis 40 kleinen Schrauben am äußeren Innenrand zu erkennen, die zwei oder mehrere Felgenteile miteinander verbinden. Die Teile können aber auch durch Reibschweißen miteinander verbunden werden. Folgende Arten sind möglich:

Während einteilige Felgen aus einem Stück gegossen werden, bestehen zweiteilige Felgen meist aus dem vorderen Schüsselhorn als Einzelteil, das mit dem Felgentragstern und dem hinteren Schüsselhorn als zweites Einzelteil verbunden wird. Bei der dreiteiligen Felge sind Tragstern, vorderes und hinteres Schüsselhorn jeweils Einzelteile, die miteinander verschraubt werden. Eine Besonderheit von mehrteiligen Felgen liegt darin, dass der Reifen nicht über das Felgenhorn gezogen werden muss, sondern die einzelnen Schüsseln links und rechts an den Reifen angesetzt und verschraubt werden können.

Die Stahlfelge

Stahlfelge werden heute meist aus warmgewalztem Stahl mit deutlich geringeren Wandstärken als noch vor einigen Jahren gefertigt. Zugleich weisen sie aber eine sehr hohe Streckgrenze auf. Sie sind also verhältnismäßig leicht bei hoher Festigkeit. Im Vergleich etwa zu Aluminiumfelgen sind sie mittlerweile nur noch geringfügig schwerer. Am häufigsten kommen sogenannte Scheibenräder zum Einsatz, die aus der Felge (im ursprünglichen Sinne) und der Radscheibe bestehen. Beide Teile werden von der Innenseite her verschweißt. Die Schweißungen selbst werden nur abschnittsweise – also in Form von Schweißpunkten – angebracht, da durchgehende Nähte im Zuge der hohen Temperaturen beim Schweißen zu einem Verzug der Felge führen würden. Stahlfelgen stellen im Gegensatz zu allen anderen Felgenarten in der Regel den günstigsten Typus dar, jedoch werden sie optisch gemeinhin als am wenigsten ansprechend empfunden.

Die Aluminiumfelge

Bei Aluminiumfelgen muss zunächst zwischen geschmiedeten und gegossenen Felgen unterschieden werden. Geschmiedete Felgen haben in der Regel eine höhere Festigkeit als gegossene. Da sie stärker verdichtet sind, können sie zudem eine weitere Gewichtsersparnis mit sich bringen. In den meisten Fällen werden Aluminiumfelgen jedoch gegossen und anschließend klar oder silbern lackiert. Im Tuningbereich werden Alufelgen auch oft in Wagenfarbe lackiert oder anstelle einer Lackierung verchromt, so dass diese noch glänzender erscheinen. Und gerade der „Schein“ ist das Stichwort, denn Aluminiumfelgen bringen entgegen vieler Mutmaßungen keine verbesserten Fahrleistungen mit sich, sondern dienen wegen ihres höheren Reflexionsgrades vorrangig einer ansprechenderen Optik. Bei besonders großen Aluminiumfelgen kann im Zuge der höheren Luftdurchlässigkeit durch den Tragstern allenfalls eine verbesserte Kühlung der Bremsen erreicht werden. Bei besonders leistungsstarken Fahrzeugmodellen ist die Verwendung von Aluminiumfelgen in seltenen Ausnahmefällen sogar vorgeschrieben. Wer sich neue Aluminiumfelgen zulegt, sollte vor allem viel Wert auf die Korrosionsbeständigkeit der Felgen legen. Bei billigen Alufelgen können durch Streusalz, Rollsplit und Sand – also vor allem im Winter – Schäden in der Lackschicht entstehen, wodurch die Felge an den ungeschützten Stellen korrodieren und beschädigt werden kann.

Luxus-Felgen

Soll mit den Felgen tatsächlich eine höhere Leistung erzielt werden, kommen Leichtmetallfelgen aus Magnesium-, Silizium- oder Manganlegierungen zum Einsatz. Bei Motorrädern finden sogar Faserverbundwerkstoffe wie Carbon oder Kevlar, das von schusssicheren Westen bekannt ist, Verwendung. Wer sich in diesem Revier bewegt, kommt jedoch meist entweder aus dem Motorsport oder er hat sein Erspartes etwas lockerer sitzen, denn diese Felgentypen verschlingen in der Regel sehr viel Geld. Der Vorteile dieser „Luxus-Felgen“ liegen zum Einen in einer weiteren Gewichtsersparnis, zum Anderen verringern sich die ungefederten Massen, was das Fahrverhalten durchaus verbessern kann.

Nach oben