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GEMBALLA

Der deutsche Automobilhersteller Gemballa GmbH steht seit 1981 ähnlich wie Ruf Automobile vor allem für veredelte Fahrzeuge der Marke Porsche. Im Fokus stehen Leistungssteigerungen, optische und aerodynamische Aufwertung sowie auch der Bau von eigenen Fahrzeugen auf der Basis von Porsche-Rohkarosserien. Seit 2012 dienen auch Fahrzeuge der Rennsport-Marke McLaren regelmäßig als Basis für Autokreationen in der Modellpalette des Fahrzeugveredlers. So entstehen in Leonberg bei Stuttgart geradezu automobile Legenden, die unter den Namen Avalanche, Mirage GT, Mistrale, Tornado, Aero oder auch Gemballa GT bei Enthusiasten auf der ganzen Welt für Begeisterung sorgen.

Die Geschichte von Gemballa

Gemballa in den 80er Jahren

Die Anfänge des Unternehmens finden sich bereits im Jahr 1979 mit ersten Interieur-Umbauten für BMW und Porsche Modelle mit Stereo- und Videoanlagen und elektronischen Instrumenten sowie kompletten Leder-Ausstattungen und Spezial-Einbaulösungen. 1981 ließ Uwe Gemballa seine Werkstatt als Firma (GmbH & Co. KG) eintragen und begann gleich mit einem kompletten Aerodynamik-Programm für die Porsche Modelle 911, 924 und 928. Außerdem entstanden schon jetzt die ersten Komplettfahrzeuge und man beschäftigte sich zudem mit Interieur-Veredelungen für VW und für Mercedes-Benz Fahrzeuge, speziell für AMG aus Affalterbach. Bei den kompletten Änderungen am Interieur wurden meist alle Einbauteile mit Alcantara oder Leder bezogen. Nachdem aber später die Umbauten an den Fahrzeugen durch Leistungssteigerung der Motoren und Veränderungen der Karosserien massiv in die Technik eingriffen, erlaubten Mercedes und Porsche nicht mehr, ihre Markenzeichen am Fahrzeug zu belassen. Gemballa wurde daraufhin vom Kraftfahrt-Bundesamt offiziell als Automobilhersteller anerkannt.

1982 entwickelte Gemballa bereits elektronische Instrumente mit LED-Anzeigen – eine Technik, die erst in den letzten Jahren mehr und mehr Einzug in die Automobilindustrie erhält, ebenso wie der Einsatz einer im Lenkrad integrierten Fernbedienung für die Hauptfunktionen der Hifi-Anlage des Fahrzeugs, die es bei Gemballa bereits ab 1983 gab. 1984 folgte die Präsentation der Modelle Gemballa Avalanche und Cyrrus, bei denen es sich um Komplettumbauten auf Basis des Porsche 911 / 930 handelte. Des Weiteren bot Gemballa exklusive Interieur-Veredelungen für Mercedes-Benz, Rolls-Royce und Ferrari Modelle hauptsächlich in den Märkten in Nordamerika, Europa und dem Mittleren Osten an. 1986 folgte der erstmalige Einsatz elektronischer Kameras mit Monitoren als Ersatz für die Außenspiegel – ein weiteres Beispiel für eine Vorreiterstellung einer Technik von Gemballa, die erst die letzten Jahre immer häufiger Einzug in Serienmodelle erhielt. Ab 1989 stand die Entwicklung und Produktion der ersten 964 und 965 „Turbo-Look“-Porsche-Fahrzeuge im Vordergrund, die ein vollständiges Aerodynamik- und Technik-Paket erhielten. Außerdem erschienen weitere Eigenentwicklungen von Klimaanlagen und speziellen Einbaulösungen für Multimedia-Systeme – sogar für Faxgeräte.

Gemballa in den 90er Jahren

1994 folgte die Entwicklung und Produktion eines Aerodynamik- und Technik-Pakets für die Porsche Modellreihe 993 sowie die Entwicklung der ersten Biturbo-Motoren, die ab dem Jahr 2000 auch im veredelten Porsche Boxster S Einzug erhielten. Die letzten Jahre hatte man bereits ein der Expansion des Unternehmens gearbeitet und konnte im August endlich die neuen Geschäftsräume beziehen, die sich ebenfalls in Leonberg befanden. 1999 wurde schließlich der Gemballa GTR auf Basis des Porsche 996 vorgestellt.

Gemballa ab der Jahrtausendwende

Ab dem Jahr 2000 erschienen die ersten Biturbo-Motoren neben dem Boxster S auch für den Porsche 911 GT3, und für die 996er-Reihe des Porsche 911 kamen die ersten Leichtbau-Programme zum Einsatz. Besonderes Aufsehen erregte in diesem Zuge die Präsentation des Gemballa GTR 600 Cabrio im Jahr 2001, der – ebenfalls auf der Basis eines 996 Turbo – mit Flügeltüren ausgestattet war. 2002 gewinnt Gemballa mit dem 600 PS starken GTR 600-R auf Basis des Porsche 996 GT3 zahlreiche Trophäen: Beim Tuner Grand Prix auf dem Hockenheimring siegt das Fahrzeug in der begehrten GT Klasse. Auf dem Nürburgring wird mit 7:32,5 min ein neuer Nordschleifen-Rekord für straßenzugelassene Fahrzeuge aufgestellt. Hatte im selben Jahr Porsche erst mit dem Cayenne eine Zäsur im klassischen Sportwagen-Programm eingeführt, sollte es mit diesem Novum bei Gemballa natürlich nicht lange auf sich warten lassen: 2003 begann der Verkaufsstart des Gemballa Aero III, der auf dem Cayenne 955 basierte. Das Modell bot durch eine Leistungssteigerung auf bis zu 750 PS die bislang sportlichste Interpretation dieser Baureihe. Den Komfort des Fahrzeugs verbesserte Gemballa durch ein modernes TV- und Video-System mit einer integrierten Multimedia-Einheit sowie durch mit edlem Leder bezogene Einzelsitze im Fond.

2005 folgte der Gemballa GTR 650 Avalanche, der auf dem Porsche 997 Carrera S auf eine neue Performance-Ebene gehoben wurde: Bei einer Leistung von 650 PS und 820 Nm fiel für den neuen Avalanche in nur 11,2 Sekunden die 200-km/h-Marke, die Spitzengeschwindigkeit stellte sich bei 335 km/h ein. 2006 wird der erste Mirage GT gebaut und der Weltpresse präsentiert. Diese streng limitierte Reinkarnation des legendären Porsche Carrera GT wird selbst zur Legende. Der 10-Zylinder-Motor erhält ein Leistungsupgrade auf 670 PS bei 630 Nm und katapultiert den Mirage GT auf eine Höchstgeschwindigkeit von über 335 km/h.

Ab 2008 erreicht Gemballa mit dem Tornado ein neues Level der Sportwagen- und Leichtbautechnik: Die tiefgehende Modifikation auf Basis des Porsche Cayenne 957 mit Vollcarbon Wide-Body Konzept bringt enorme Performancewerte mit sich: 750 PS bei 6.400 U/min und ein maximales Drehmoment von 1050 Nm bei 3.200 U/min sprechen bereits für sich und so benötigt das Modell für den Sprint von 0 auf 100 km/h nur 4,3 Sekunden und die 300 km/h Marke überwindet der Gemballa Tornado spielend. Doch es geht noch stärker: Der Avalanche GTR 670 EVO-R auf Basis des Porsche 997 Turbo ist mit 670 PS bei 930 Nm einer der stärksten Turbos seiner Zeit. Mit neuem Aerodynamik-Paket, geprägt durch großflächige Luftöffnungen am ganzen Fahrzeug sowie einen zweistufig verstellbaren Carbonheckflügel, schafft der Avalanche es in nur 3,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Im Jahr 2009 baute Gemballa im Auftrag eines arabischen Kunden ein ganz spezielles Fahrzeug: Der Gemballa MIG basierend auf dem legendären Ferrari Enzo Ferrari. Mit einem optimierten 700 PS starken 12-Zylinder-Motor werden Spitzengeschwindigkeiten von 355 km/h erreicht. Durch die Verwendung von hochfester und leichter Carbonfaser erzielt das Modell Gewichtsvorteile und bis zu 35 kg mehr Abtrieb an der Vorderachse und rund 85 kg an der Hinterachse, was auf der Rennstrecke klare Vorteile bringt. Die Kleinstserie war auf maximal fünf Fahrzeuge limitiert.

Gemballa seit 2010

Zum nächsten Jahrzehnt hin wird zunächst die neue Generation des Tornado auf Basis des Porsche Cayenne Turbo (Baureihe 958) mit einer Karosserie aus Carbon vorgestellt. Da 2011 bereits der 30igste Geburtstag von Gemballa anläutete, war beinahe schon zu erwarten, dass die Firma sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen wird, besondere Modelle auf den Markt zu bringen: So folgten die Modelle Tornado „30th Anniversary“ auf Basis des Porsche Cayenne Turbo und des Mistrale „30th Anniversary“, der nun auch auf dem neuen Porsche-Modell Panamera basierte. Auf der exklusiven Top Marques Monaco Show und der Motor Show in Dubai begeistern die neuesten Modelle die Fachpresse und Kunden aus der ganzen Welt. Dass ein Basisfahrzeug mit einem Leergewicht von über zwei Tonnen eine Karosserie aus Carbon erhält, war damals ein echtes Novum in der Branche. Die detailverliebte Verarbeitung und die Performance dieser beiden Ikonen sind bis heute unerreicht. 2012 erweitert das Unternehmen sein Produktportfolio um den Gemballa GT auf Basis des Porsche 991 sowie den Aero 1 auf Basis des Porsche Cayenne 958, der 2013 als Aero II bereits das erste Upgrade erhält. Die Fahrzeuge feiern ihre Premiere auf dem Internationalen Automobil-Salon in Genf. Als weiteres Novum nimmt Gemballa die Marke McLaren mit dem neu vorgestellten Supersportwagen MP4-12C in sein Portfolio auf. Aktuell stehen der nächste Nachfolger des Avalanche auf Basis des Porsche 991 Turbo sowie die dritte Generation des Mirage auf Basis des Porsche 918 Spyder im Entwicklungs-Fokus der Ingenieure.