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Iso Rivolta

Aktuelle Iso Rivolta Topmodelle im Überblick

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Iso Rivolta

Die beiden wichtigsten Fahrzeuge, die den italienischen Hersteller Iso Rivolta bekannt gemacht haben, könnten gegensätzlicher kaum sein: Da wäre zum Einen das zweisitzige Rollermobil Iso-Isetta. Der Kleinstwagen aus den 50er Jahren zeigte sich wie geschaffen für den behaarten, laufenden Meter „Vetter It“ aus dem Film „The Addams Family“ und als BMW Isetta war er eine wichtige Stütze in den Zeiten der Finanzkrise des bayrischen Herstellers. Dem gegenüber steht der Hochleistungs-Sportwagen Iso Grifo, der in seinen zehn Jahren Produktionszeit nicht nur optisch eine ganz andere Fahrzeug-Dimension verkörperte – die Motoren mit 5,4 bis 7,0 Liter Hubraum hätten im Isetta wohl gerade noch Platz für eine Handtasche gelassen. Was die kleine Gemeinde Bresso nahe Mailand sonst noch mit dem Namen Iso Rivolta hervorbrachte, erfahren Sie hier:

Die Iso-Isetta als Startschuss für Iso Rivolta

Die Rivolta Group ist ein typisches über Generationen geführtes Familienunternehmen, wobei es zu Beginn noch keinerlei Bezug zur Herstellung von Autos gab: Der Gründer Renzo Rivolta stammt aus einer oberitalienischen Industriellendynastie. Bis 1953 hieß seine Firma noch „Isothermos“ und stellte Kühlanlagen her. Dann beschloss Rivolta, die Ausrichtung seines Unternehmens komplett umzustellen und mit der Produktion von Motorrädern und Motorrollern, die damals noch „Isomotos“ hießen, zu beginnen. Auf dieser Basis kam ihm noch im selben Jahr die Idee eines Fahrzeugs mit vier Rädern, das aber dennoch auf Roller-Technik konzipiert sein sollte: die Iso-Isetta.

Bis heute rangiert sie unter den kleinsten Fahrzeugen der Welt, wobei man sich über die Definition ‚Auto‘ oder ‚Motorroller‘ hier schon mal streiten kann. Ursprünglich hatte die Isetta ja hinten nur ein Rad, nicht zuletzt aus Stabilitätsgründen wurden daraus aber sehr bald zwei eng zusammenstehende Räder, die weiterhin den Eindruck eines Dreirads erzeugten. Zu den beiden Sitzplätzen gelangte man von vorne – also über einem Fronteinstieg dort, wo sonst eine Motorhaube ihren Platz hat.

Ab 1954 ging die Isetta in Serie, allerdings nicht nur bei Iso Rivolta. Ein derart sonderbares und zugleich praktisches Fahrzeug hatte Potential, ein Renner zu werden – diesen Braten hatten auch andere internationale Unternehmen gerochen und gingen alsbald Lizenzverträge mit Iso Rivolta ein: In Frankreich kam das Modell somit als Vélam-Isetta auf den Markt, in Spanien als Iso Espana, in England als Isetta of Great Britain und in Brasilien als ROMI-Isetta. Mitunter am erfolgreichsten war das Modell als BMW Isetta in Deutschland. Die nur sieben Jahre lang produzierte „Erfüllung des deutschen Nachkriegstraums der Mobilität“ kam allein bei BMW auf Stückzahlen von mehr als 130.000 Exemplaren.

Ab den 60er Jahren wird es sportlich

Der Iso Rivolta 300

Der erste Nachfolger und indem das erste „größere“ Auto von Iso Rivolta sollte gleich ein Sportwagen mit Topleistungen sein. Wegen seinen fehlenden Erfahrungen im Bauen von Autos holte sich Renzo Rivolta einige Experten zur Unterstützung seines Vorhabens: Zusammen mit dem Konstrukteur Giotto Bizzarrini, dem Designer Giorgetto Giugiaro und dem Karosseriehersteller Bertone entwickelte der Italiener zu Beginn der 60er Jahre einen eleganten Gran Turismo, der gleich zu Beginn mit ausgewogener Technik und guter Motorisierung glänzte: Der Iso Rivolta 300 ab 1962 orientierte sich in Sachen Bremsen und Achsen an den damaligen Topmodellen von Jaguar und stellte damit eine Grundlage für alle späteren Fahrzeuge her, die an diesem Konzept anknüpften. Als Motorisierung des Rivolta 300 kam ein Chevrolet-Aggregat aus der Corvette zum Einsatz. Die acht Zylinder mit 5,4 Litern Hubraum blieben auch beim 1964 folgenden Iso Grifo A3 L zunächst noch erhalten:

Der Iso Grifo A3/L

Bei den Grifo-Modellen gibt es wie bei vielen anderen Sportwagen-Modellen zunächst die Unterscheidung zwischen den Varianten für den Rennsport – beim Grifo die Modelle „A3/C“ (Competizione) – und den Varianten für die Straße, die beim Grifo „A3/L“ (Lusso) heißen. Selbst von den Straßenversionen wurden zwischen 1965 und 1974 nur 412 Exemplare hergestellt, die sich im Grunde in drei „Strömungen“ je nach Motorenhersteller unterscheiden lassen: Das Basismodell GL300 mit 224 kW (304 PS) greift auf den bereits erwähnten 5,4-Liter-Achtzylinder von Chevrolet zurück, ebenso der spätere GL350 mit 260 kW (355 PS). Beim späteren Basismodell „Grifo 1971“ stellte Iso auf Ford-Motoren um, so dass bis zum Produktionsende 1974 ein 5,8 Liter großer Achtzylinder vom Ford Cobrajet mit 243 kW (330 PS) zum Einsatz kam.

Dazwischen stehen die beiden deutlich sportlicheren Varianten Iso Grifo Litri und Grifo Can Am, die auf erheblich größere Motoren von General Motors zurückgriffen: Der Litri stand 1968 bis 1970 zum Verkauf und bot dem Namen nach ein Sieben-Liter-Aggregat auf, das bis zu 294 kW (400 PS) leistete. Der 1970 bis 1972 angebotene Nachfolger Can Am kam sogar auf 7,3 Liter, zwar mit „nur“ 290 kW (395 PS), dafür aber mit einem höheren Drehmoment von maximal 677 Nm.

Etwa zur Zeit der Umstellung auf den Grifo 1971 hatten sich unter anderem wegen der Ölkrise 1972 vermehrt finanzielle Schwierigkeiten für Iso Rivolta eingestellt, aus denen das Unternehmen nicht mehr herauskam. 1973 wurde Iso erst aufgekauft und wegen fortdauernder Zahlungsunfähigkeit 1974 schließlich liquidiert.

Das Familienunternehmen Iso Rivolta

Der Firmengründer Renzo Rivolta starb im Jahr 1966 recht überraschend. Daher sah sich sein Sohn Piero Rivolta bereits mit 25 Jahren der Verantwortung gegenüber, die Firmenleitung zu übernehmen. Heute lebt er zusammen mit seiner Frau Lele in Sarasota, Florida – ihr übrigens ist das 1969 bis 1974 gebaute Sportcoupé Iso Lele gewidmet. Zusammen leiten sie die Rivolta Group, die hauptsächlich im Bereich Immobilienentwicklung arbeitet. Sein nach Renzo Rivolta benannter Sohn und seine Tochter Marella sind ebenfalls jeweils eigenständig im Fahrzeugbau tätig: Renzo Junior stellt luxuriöse Segelschiffe her und Marella leitet zusammen mit ihrem Ehemann Andrea Zagato das Karosseriebau-Unternehmen Zagato Centrostile, das wiederum der Familie Rivolta gehört. Die Witwe von Renzo Rivolta Senior starb 2007 im Alter von 101 Jahren – also erst 41 Jahre nach Renzo Senior.

Bis dahin hatte es zwei Versuche gegeben, die Marke Iso Rivolta wiederzubeleben – jedoch erfolglos: 1976 gründeten die ehemaligen ISO-Mitarbeiter Roberto Negri und Maurizio Zanisi in Paderno Dugnano das Unternehmen Ennezeta S.r.l. und stellten bis 1979 einige wenige Exemplare der Modelle Grifo, Fidia und Lele her. Dafür griffen sie sogar auf die originalen Fertigungsanlagen, Ersatzteile und Werkzeuge von Iso Rivolta zurück. 1991 stellte Piero Rivolta persönlich einen Prototyp mit Kunststoffkarosserie vor, mit dem er das Interesse der Öffentlichkeit an einer Wiederbelebung der Marke Iso testen wollte: der Iso Grifo 90 war erneut mit einem 5,7-Liter-Motor der Chevrolet Corvette ausgestattet – mittlerweile der Corvette ZR-1 mit 324 kW (440 PS). Allerdings kam es nicht zur Serienproduktion, sondern es blieb bei diesem einzigen Exemplar.

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