Autoimport - Tipps

Manche Auto-Modelle sind im Ausland deutlich günstiger zu haben als hierzulande - sogar solche, die in Deutschland produziert wurden. Ein (Re-)Import erscheint da gerade bei Mittel- und Oberklassewagen verlockend; er sollte aber gut überlegt und geplant sein. Worauf ist hierbei besonders zu achten?

Wann sich ein Autoimport lohnt

Zunächst müssen Sie sich im Klaren darüber sein, dass ein Neuwagen für den Markt eines anderen Landes dessen Standards unterliegt. Das bedeutet, Autohändler verkaufen dasselbe Fahrzeug in Deutschland oft mit einer anderen Ausstattung sowie anderen Funktionen als im Ausland.

  • Vergewissern Sie sich vor dem Autoimport oder Reimport, ob der Wagen in Deutschland eine Zulassung erhält. Sie benötigen dazu bei der Zulassungsbehörde alle relevanten Dokumente vom Exporteur beziehungsweise Verkäufer.
  • Kalkulieren Sie, welche Nebenkosten auf Sie zukommen. Diese beinhalten die Mehrwertsteuer beim Zoll (Neuwagen), die Überführungskosten (mindestens 300 €), gegebenenfalls Umsatzsteuer und weitere Verwaltungsgebühren. Fragen Sie Insider nach Tipps und Erfahrungswerten.
  • Sie können das Auto auch persönlich im Ausland abholen und es nach Hause fahren. Dann genügt ein Überführungskennzeichen. Ihre persönlichen Ausgaben für die Reise sowie Telefonkosten kommen noch dazu.

Ergibt sich unter dem Strich ein positiver Betrag, für den es sich lohnt, die Strapazen auf sich zu nehmen, kann es losgehen. Selbstredend wird die Hemmschwelle bei einem begehrten Oldtimer höher liegen, als bei einem Standardauto.

Tipps für einen reibungslosen Ablauf des Imports

Beherzigen Sie ein paar wichtige Punkte beim Import und der Überführung, dann kann nichts mehr schief gehen:

  • Kaufen Sie kein Kfz im Ausland, ohne es gesehen zu haben und nur mit gültigen Originalpapieren. Reimport ist die Einfuhr eines deutschen Autos, das im Ausland zum Kauf angeboten wird.
  • Bevorzugen Sie Fahrzeuge aus den EU-Staaten. Dort entsprechen die technischen Standards weitgehend denen in Deutschland.
  • Lassen Sie sich nicht abweisen, wenn es später um einen Fall der Garantie oder Gewährleistung geht. Der Hersteller leistet die Garantie, nicht die Werkstatt.
  • Beim Neuwagen wie beim Gebrauchten müssen Sie immer die Originalrechnung bei der Zulassungsstelle vorlegen sowie die ausländischen Originalpapiere. Dort bekommen Sie zudem entsprechende Tipps und Hinweise für den Werdegang beim Autokauf im Ausland.
  • Sie benötigen eine Zollunbedenklichkeitsbescheinigung, wenn das Auto von außerhalb der EU importiert werden soll.
  • Eine Versicherungsdoppelkarte ist zur Zulassung mitzubringen. Je nach Anbieter kann sie auch elektronisch vorliegen.
  • Wenn Sie keine EG-Übereinstimmungsbescheinigung bekommen, müssen Sie das Auto beim TÜV vorstellen (§ 21 StVZO). Die genannte Bescheinigung bestätigt, dass das Fahrzeug den deutschen Vorschriften entspricht.
  • Für einen Gebrauchtwagen benötigen Sie noch die KBA-Anfrage. Ein solches Formular erhalten Sie bei der Zulassungsstelle. Es ist vier Wochen gültig. Damit prüft die Behörde, ob es für das Fahrzeug schon eine deutsche Zulassung gibt.
  • Für den Import eines Neuwagens müssen Sie Umsatzsteuer bezahlen. Das entsprechende Dokument hat ebenfalls die Zulassungsstelle.
  • Kaufen Sie das Auto bei einem deutschen Importeur, muss der Ihnen mitteilen, wenn es sich um einen EU-Wagen handelt. Dieser darf als Neuwagen nicht älter als zwölf Monate sein.

Nicht jedes Automodell ist im Ausland gleichermaßen billiger. Es lohnt sich, die Preise in verschiedenen Ländern zu vergleichen. Das trifft auch bei Oldtimern zu, bei denen die Hürden zur Zulassung in Deutschland niedriger liegen. Wollen Sie den Autoimport nicht bereuen, gilt im besonderen Maße die alte Weisheit: Beim Autokauf die Augen auf!

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