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Fokus: Kauf
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Auto Import und Reimport – 10 Tipps

Autokauf ist immer auch eine Preisfrage. Gibt es das Wunschauto in Zeiten der Internationalisierung nicht irgendwo billiger? Oftmals ja. Denn Deutschland ist ein teures Pflaster, auch bei den Kfz-Preisen. Unsere 10 Tipps geben dir einen guten Überblick zum Thema Import und Reimport.

Warum man beim Import sparen kann

Ein Blick über die Landesgrenzen lohnt sich beim Autokauf oft, da es dir mitunter richtig Geld sparen kann. Manche Auto-Modelle sind im Ausland deutlich günstiger zu haben als hierzulande – sogar solche, die in Deutschland produziert wurden. Letzteres wird deshalb auch als Reimport bezeichnet. Gute Kaufländer für Fahrzeuge sind die Niederlande, Dänemark, Finnland, Griechenland, Spanien und Portugal. Als Deutscher musst du beim Kauf nicht die hohen Steuern und Abgaben bezahlen, die es in vielen EU-Ländern für Einheimische gibt. Für dich fällt „nur“ der Nettopreis und die deutsche Mehrwertsteuer an, die ebenfalls oft günstiger ist als in anderen Ländern. Bei Gebrauchtwagen entfällt die Mehrwertsteuer ganz. Ob Auto-Import oder Reimport, gerade bei Mittel- und Oberklassewagen sind die niedrigeren Preise verlockend; er sollte aber gut überlegt und geplant sein. Worauf ist hierbei besonders zu achten? Mit diesen 10 Tipps zeigen wir dir, wie du beim Autokauf im Ausland am besten vorgehst. Wenn du ein Auto aus den USA importieren möchtest, empfehlen wir dir diesen Artikel.

Tipp 1: AutoScout24 bei der Suche nutzen

Über 3 Mio. Gebrauchtwagen und mehr als 1 Mio. Neuwagen werden monatlich in Europa verkauft. Um den Überblick zu behalten und das eigene Wunschauto herauszufiltern, bietet AutoScout24 beste Möglichkeiten. Wir unterstützen dich dabei, einen umfassenden Überblick zu gewinnen und Preise für die unterschiedlichsten Modelle in den verschiedenen Ländern zu vergleichen. Zudem findest du hier zahlreiche Adressen und Kontaktdaten ausländischer Händler. Die Europäische Kommission veröffentlicht außerdem einmal jährlich eine Tabelle, in der die Listenpreise der meistverkauften Neuwagen-Modelle innerhalb der EU verglichen werden.

Tipp 2: Zulassung und Kosten prüfen

Vor dem Import oder Reimport solltest du dich vergewissern, dass der Wagen in Deutschland eine Zulassung erhält. Dazu benötigst du bei der Zulassungsbehörde alle relevanten Dokumente vom Exporteur beziehungsweise Verkäufer (siehe Tipp 6). Darüber hinaus solltest du kalkulieren, welche Nebenkosten auf dich zukommen. Diese beinhalten die Überführungskosten (mindestens 400 €), gegebenenfalls Umsatzsteuer und weitere Verwaltungsgebühren. Frage, wenn möglich, Insider nach Tipps und Erfahrungswerten.

Tipp 3: Auslaufmodell als Schnäppchen

Wer auf der Suche nach Auslaufmodellen oder älteren Modelljahrgängen ist, kann bares Geld sparen, da diese Modelle mit erheblichen Abschlägen verkauft werden. Speziell gebrauchte Kleinwagen werden im Ausland oftmals günstiger gehandelt. Das liegt daran, dass sie schon in der Anschaffung in einigen EU-Ländern 30% billiger sind und es ein größeres Angebot auf dem Markt gibt. Für Gebrauchtwagen gilt: ältere Fahrzeuge sind in Sicherheitsaspekten oftmals nicht auf dem neuesten Stand und verfügen z. B. über keine oder nur wenige Airbags. Muss technisch nach- oder aufgerüstet werden, sind diese Kosten in deiner Kalkulation nicht zu vergessen.

Tipp 4: Ausstattung unter die Lupe nehmen

Verschiedene Länder, verschiedene Sitten und Vorlieben. Das zeigt sich besonders bei den Ausstattungen. Oft unterscheiden sich bereits die Grundausstattungen in den Ländern und häufig werden auch verschiedene Extras präferiert. Achte daher bei ausländischen Autos auf die Motorleistung, Emissionen, Grundausstattung und Sonderausstattung. Beachte auch, dass einzelne Modelle unter Umständen technisch leicht umgerüstet werden müssen, um eine deutsche Zulassung zu erhalten, beispielsweise wenn sie aus den USA kommen.

Tipp 5: Auf der sicheren Seite mit Kaufvertrag

Hast du dein Wunschauto gefunden und bist dir mit dem Verkäufer einig? Der nächste Schritt ist der Kaufvertrag: Achte darauf, dass der Vertrag Preis, Ausstattungsdetails und den konkreten Übergabetermin enthält. Bei einem Neuwagen solltest du zudem sicherstellen, dass der Begriff „Neufahrzeug“ ausdrücklich erwähnt wird. Wer sprachlich unsicher ist, sollte sich den Vertrag übersetzen lassen. Wichtig dabei: zahle erst, wenn du Vertrag, Fahrzeugpapiere und Zündschlüssel in den Händen hältst und vermeide Bargeldtransfers über Dienstleister.

Tipp 6: Wichtige Dokumente bei Übergabe

Nach der Vertragsunterzeichnung kommt es zur Fahrzeugübergabe. Als Käufer solltest du auf jeden Fall die Rechnung bzw. den Vertrag sowie die Zulassungsbescheinigungen Teil 1 und Teil 2 im Original, und alle Zündschlüssel erhalten. Fordere außerdem das sogenannte Certificate of Conformity, kurz CoC. Es gilt als Bescheinigung, dass das Fahrzeug der europäischen Norm entspricht und zugelassen werden darf. Hat das Auto keine CoC, ist in Deutschland eine aufwendige Vollabnahme, z.B. beim TÜV, fällig. Bestehe auch darauf, dass die Garantieunterlagen, also Serviceheft und Garantiekarte, abgestempelt und mit Fahrgestellnummer und Übergabedatum versehen sind. Gut zu wissen: Besteht für das Auto noch Herstellergarantie, muss jeder Händler in Europa Garantieleistungen erbringen.

Tipp 7: Problemlose Überführung

Nach der Übergabe des Autos und der notwendigen Papiere kann es losgehen: am besten mit einem Ausfuhr- oder Überführungskennzeichen des Kauflands. Dafür gibt es in jedem Land andere Bestimmungen und Vorgaben. Frage am besten den Verkäufer, wie du es bekommen kannst. Am einfachsten ist die Abholung mit einem Anhänger: dafür brauchst du nämlich keine Kennzeichen.

Tipp 8: Erst Finanzamt, dann Zulassung

Für Neufahrzeuge gilt: Spätestens 10 Tage nach dem Kauf musst du zum Finanzamt. Dieses stellt dir die üblichen 19% MwSt. in Rechnung. Dafür brauchst du eine „Umsatzsteuererklärung für Fahrzeug-Einzelbesteuerung“. Besonders praktisch: das Formular kannst du bequem auf der Internetseite des Finanzamts herunterladen. Bei Gebrauchtwagen fallen keine Steuern in Deutschland an, daher ist hier dem Finanzamt auch nichts zu melden. Für die Zulassung müssen bei Neu- und Gebrauchtwagen vorliegen: Personalausweis oder Reisepass, Versicherungsbestätigung, Originalrechnung oder Vertrag, ausländische Fahrzeugpapiere, das CoC (Certificate of Conformity), Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer und bei Neuwagen die Umsatzsteuererklärung vom Finanzamt. Bei Gebrauchten musst du zusätzlich eine deutsche HU-Untersuchung vorlegen – es sei denn, das Fahrzeug ist jünger als drei Jahre. Importierst du dein Fahrzeug aus nichteuropäischen Staaten wie den USA, muss bei der Zulassungsstelle eine Zollunbedenklichkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Die Bescheinigung dient als Nachweis für eine einwandfreie Einfuhr und prüft z.B. ob das Fahrzeug gestohlen oder die Mehrwertsteuer ordnungsgemäß beglichen wurde. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung erhältst du direkt beim Zoll. Wichtig: Das einzuführende Fahrzeug muss vorher schriftlich oder online bei der Zollstelle angemeldet werden.

Tipp 9: Garantieleistungen beachten

Für Fahrzeuge innerhalb der EU gelten die Garantiebestimmungen des Kauflands. Die Garantieleistungen sind nahezu identisch, zwischen den Herstellern gibt es jedoch Unterschiede. Wichtig sind nur die abgestempelten und vollständigen Garantieunterlagen. Laut EU-Recht sind alle Vertragshändler in der EU verpflichtet, Garantieleistungen zu erbringen, auch wenn du das Fahrzeug nicht in Deutschland gekauft hast. Allerdings richtet sich die Sachmängelhaftung des ausländischen Händlers nach dem Recht des Kauflandes. Das bedeutet, dass du im Fall der Fälle dein Recht im Ausland geltend machen musst.

Tipp 10: Auf Nummer sicher mit freiem Händler

Nicht nur die Suche kann sich als schwierig erweisen, auch die Sprachbarriere will erst einmal überwunden werden. Vom Papierkram wie der Anmeldung oder dem Fahrzeugtransport bzw. -import ganz abgesehen. Wer sich all diese aufwendigen Angelegenheiten ersparen will, sollte sich für den Kauf eines Wagens aus der EU an einen freien Händler wenden. Dieser übernimmt nicht nur die Preisrecherche und die gesamte Vertragsabwicklung, sondern er kümmert sich auch noch um die Zulassung und Überführung des neuen Fahrzeuges. Trotz der Inanspruchnahme dieses Spezialisten bleibt der Reimport oder Import eines EU-Neuwagens oder Gebrauchtfahrzeugs aufgrund der günstigen Preise immer noch ein gutes Geschäft.

Übrigens: Nicht immer ist der Umweg über das Ausland der preiswerteste Weg zum Auto. Viele Autohäuser sind auch hierzulande zu großzügigen Angeboten mit hohen Rabatten bereit, gerade bei Barzahlung oder Finanzierung über Autokredit. Umschauen und vergleichen kann sich also lohnen und dir Papierkram und weite Strecken ersparen.

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