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Handy am Steuer

Das Smartphone macht im Auto die Musikauswahl, Navigieren und Telefonieren am Steuer möglich. Alles grundsätzlich nicht verboten, aber die Straßenverkehrsordnung (StVO) macht genaue Vorgaben, unter welchen Voraussetzungen die Nutzung von Mobilgeräten während der Fahrt erlaubt ist.

Diese Vorschriften der StVO zur Handynutzung im Auto sollte jeder kennen

Hände ans Steuer, Augen auf die Straße und alle Aufmerksamkeit auf den Verkehr, nach dieser Maxime bestimmt die Straßenverkehrsordnung auch Vorschriften zur Nutzung elektronischer Geräte in Fahrzeugen. Das heißt zunächst ganz allgemein nach § 23 StVO, dass während der Fahrt weder Sicht noch Gehör beeinträchtigt werden dürfen. Ein generelles Handyverbot ist das allerdings nicht. Denn erlaubt ist etwa das Telefonieren mit Handy im Auto, wenn das Gerät dazu nicht in die Hand genommen oder gehalten werden muss.

Also deswegen am besten eine Handyhalterung montieren und die Sprachsteuerung oder Freisprecheinrichtung nutzen. Wer so mit dem Smartphone navigiert oder damit seine Musik auswählt, darf dies unter der Voraussetzung tun, dass zur Bedienung der Blick nur kurz auf den Bildschirm gerichtet ist. Diese sogenannte "angepasste Blickzuwendung" muss überdies die jeweiligen Verkehrs- und Sichtverhältnisse berücksichtigen. Keine Probleme gibt es mit der Handynutzung am Steuer, wenn der Motor abgestellt ist und das Fahrzeug sicher steht. Den Ampelhalt beim aktivierten Start-Stopp-System rechnet die StVO allerdings nicht dazu.

Höhere Strafen für Handy am Steuer durch die neue Bußgeldverordnung 2020/2021

Die StVO hat die Regeln für die Nutzung von Handy & Co. in Fahrzeugen erst 2017 nachgeschärft. Da es viele Verstöße gibt, bringt der Gesetzgeber jedoch für die Handynutzung beim Fahren schon 2020 wieder einen neuen Bußgeldkatalog auf den Weg. Der braucht zwar noch einige Zeit, um durch alle Instanzen in endgültiger Form verabschiedet zu werden. Ab dem 9. November 2021 tritt er dann aber in Kraft und sieht weitaus höhere Geldstrafen als vorher vor.

Diese Strafen drohen für Fahren mit Handy am Steuer

Die StVO macht die generellen Vorgaben, was beim Autofahren im Hinblick auf die Nutzung elektronischer Geräte zu beachten ist. Welche Sanktionen Verstöße nach sich ziehen, wird dann im offiziellen Bußgeldkatalog in aktualisierter Form festgelegt. Generell umfasst der Katalog Strafen in Form von Bußgeld, Punkten und Fahrverbot. Je nach Einzelfall und dessen Folgen können die Strafen gestaffelt sein. Wer etwa wegen verbotener Handynutzung einen Unfall mit Sach- oder Personenschaden verursacht, der muss mit härteren Sanktionsmaßnahmen rechnen oder sogar seinen Führerschein für einige Zeit abgeben.

 Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss mit Strafen in Form von Bußgeld, Punkten oder Fahrverbot rechnen. Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss mit Strafen in Form von Bußgeld, Punkten oder Fahrverbot rechnen.

Fahren mit Handy am Steuer kostet 100 bis 200 Euro Bußgeld

Los geht es im Bußgeldkatalog 2021 mit dem Tatbestand der rechtswidrigen elektronischen Gerätenutzung beim Fahren. Dafür sieht der Katalog einen Regelsatz von mindestens 100 Euro als Strafe vor. Werden andere Verkehrsteilnehmer durch das Verhalten gefährdet, kann das Bußgeld auch auf 150 Euro steigen. Führt die verbotene Handynutzung gar zu einem Unfall mit Schaden, wird die Strafzahlung auf 200 Euro angehoben.

Ab zwei Punkten droht ein Fahrverbot

Mit der 100 Euro Strafe gibt es zusätzlich einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Geldstrafen ab 150 Euro kosten nicht nur mehr, sie bringen gleich auch noch die doppelte Punktzahl auf das Konto zur zentralen Erfassung von Verkehrssündern. Wer zwei Punkte für das Fahren mit Handy am Steuer kassiert, darf zudem mit einem Monat Fahrverbot rechnen.

Umwandeln von Fahrverbot für Handynutzung nur im Härtefall möglich

Das Bußgeld für einen Verstoß gegen die gesetzlichen Bestimmungen zur Handynutzung beim Autofahren tut weh, aber ein Fahrverbot ab zwei Punkten bringt den Alltag meist gehörig durcheinander. Ein Umwandeln in Geldstrafe ist zwar grundsätzlich möglich, muss aber im Einzelfall behördlich oder vor Gericht geprüft werden. Chancen haben da in der Regel nur Personen, die einen unzumutbaren Härtefall glaubhaft machen können. Das kann etwa dann der Fall sein, wenn der Führerschein für den Lebensunterhalt absolut notwendig ist und der zeitweise Einbehalt der Fahrerlaubnis somit die Existenz bedroht.

Bei Erfolg des Einspruchs gegen das Fahrverbot im Härtefall wird das Bußgeld in der Regel an der Höhe des monatlichen Einkommens oder an den finanziellen Verhältnissen der Person bemessen.

Blitzer & Kontrollen: Fakten zur Beweislage und wann Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid Sinn macht

Wer mit dem Handy in der Hand am Steuer geblitzt wird und eindeutig auf dem Foto zu identifizieren ist, dürfte es schwer haben, die Bußgeldbehörde davon zu überzeugen, dass eine andere Person gefahren ist. Bei unklarer Beweislage jedoch kann ein Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid Sinn machen. Der muss allerdings innerhalb von zwei Wochen erfolgen, sonst erlangt der Bescheid automatisch Rechtskraft.

Schwieriger wird ein Widerspruch, wenn bei Polizeikontrollen mehrere Beamte den Sachverhalt bezeugen. Im Alltag schwer zu beweisen sind Verstöße, die sich auf die in der StVO genannte „angemessene Blickzuwendung“ bei der Bedienung eines elektronischen Geräts im Fahrzeug beziehen. Da muss im Zweifel ein Gericht beurteilen, ob der Blick beim Hantieren auf Touchscreen oder Smartphone-Bildschirm zu lange vom Verkehrsgeschehen abgelenkt hat.

 Nur mit "angemessener Blickzuwendung" darf das Handy am Steuer bedient werden. Nur mit "angemessener Blickzuwendung" darf das Handy am Steuer bedient werden.

Härtere Strafen für Fahranfänger

Wer seinen Führerschein auf Probe hat, darf sich in den ersten zwei Jahren nach Erhalt der Fahrerlaubnis weniger leisten als andere Verkehrsteilnehmer. Das gilt auch beim Fahren mit Handy am Steuer. Denn mindestens 100 Euro Bußgeld und ein Punkt im Register gilt bei Fahranfängern schon nicht mehr als B-Verstoß, der die weniger schwerwiegenden Ordnungswidrigkeiten umfasst. Vielmehr gehört die Handynutzung am Steuer in der Probezeit in die Kategorie A-Verstoß für schwerwiegendere Zuwiderhandlungen. In der Konsequenz wird die Führerschein-Probezeit damit durch die verbotene Handynutzung auf vier Jahre verlängert und die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet.

Erfolgt in der Lernphase zwei Mal ein A-Verstoß, erfolgt eine schriftliche Verwarnung und es sollte ein Gespräch in einer auf Verkehrspsychologie spezialisierten Beratungsstelle eingeplant werden. Denn wer innerhalb von zwei Monaten nach dem zweiten A-Verstoß als Fahranfänger erneut etwa wieder mit dem Handy am Steuer geblitzt wird, darf seinen neuen Führerschein gleich wieder abgeben.

Strafen für Telefonieren am Steuer in anderen europäischen Ländern

Um die durch Handys am Steuer erhöhte Unfallgefahr zu reduzieren, haben auch viele andere Länder strikte Maßnahmen als Sanktionen eingeführt. Die Bandbreite ist dabei sehr groß und reicht von Bußgeldern in Höhe von 25 bis 400 Euro. Besonders teuer wird es in Estland, Skandinavien, Großbritannien oder den Niederlanden. Aber auch viele beliebte Urlaubsländer wie Spanien, Italien oder Kroatien langen kräftig zu.

Strafen in europäischen Ländern für die Handynutzung im Auto

Land Bußgelder
Belgien Ab 115 €
Dänemark 200 €
Deutschland 100 – 200 €
Estland Bis 400 €
Frankreich Ab 135 €
Griechenland 100 €
Großbritannien Ab ca. 235 €
Island 30 €
Italien Ab 165 €
Irland Ab 60 €
Kroatien 135 €
Lettland 15 €
Luxemburg 75 €
Niederlande 250 €
Norwegen 170 €
Österreich Ab 50 €
Polen Ab 45 €
Portugal Ab 120 €
Schweden 150 €
Schweiz 95 €
Slowakei Ab 100 €
Slowenien 120 €
Spanien Ab 200 €
Tschechien und Ungarn Ab 40 €

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