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Überholen im Überholverbot – das sind die Regeln

Das Überholen im Überholverbot beinhaltet nicht nur oft eine rechtliche Tragweite, die häufig unterschätzt wird – sondern ist auch extrem gefährlich. Welche Regelungen und Verordnungen es gibt und warum sie so wichtig für ein sicheres Fahren sind, erfährst du hier.

Was gilt als Überholvorgang?

Das Überholen findet dann statt, wenn ein Fahrzeug auf dem rechten Fahrstreifen fährt und das andere Fahrzeug auf der linken Spur vorbeizieht.

Das Vorbeifahren ist dem Überholen zwar ähnlich, doch die beiden Vorgänge sind nicht gleichzusetzen. Ein Vorbeifahren findet dann statt, wenn ein Fahrzeug am Straßenrand parkt oder hält und selbst nicht in Bewegung ist. Autos, die kurz vor einem Stillstand sind, sind ebenfalls einem haltenden PKW gleichzusetzen. Im mehrspurigen Verkehr ist das Vorbeifahren in einer Richtung erlaubt. Dies wird nicht als Überholvorgang gewertet.

Wie sieht ein Überholverbot aus?

Das Passieren von Fahrzeugen im gekennzeichneten Überholverbot ist kein Kavaliersdelikt. Ein unerlaubter Überholvorgang kann rechtliche Folgen mit sich ziehen und ist oft mit hohen Strafen verbunden. Darüber hinaus sind derartige Situationen sehr gefährlich. Bei einem Überholmanöver gibt es einige wichtige Punkte, die du unbedingt beachten solltest. Prinzipiell gibt es im Straßenverkehr zwei Signale, die ein Überholverbot anzeigen:

  • Überholverbotsschilder
  • Die Fahrstreifenbegrenzung

1. Überholverbotsschilder

Das Verbot kann mittels eines Überholverbotsschildes angezeigt werden. Dieses Zeichen wird dort eingesetzt, wo die Gefahr für den Autofahrer nicht ausreichend erkennbar ist. Die Überholverbotsschilder signalisieren, dass das Überholen in bestimmten Streckenabschnitten untersagt ist.

Überholverbot- Die Verkehrsschilder

  • Das Überholverbotsschild 276 zeigt ein Überholverbot für alle Kraftfahrzeuge an.
  • Das Verkehrszeichen 277 gestattet kein Passieren von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen. Das Symbol 277.1 signalisiert das Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge. Dies gilt auch für Krafträder mit Beiwagen.
  • Darüber hinaus gibt es weitere Zusatzbeschilderungen, die ebenfalls zu beachten sind. Beispielsweise zeigt eine zusätzliche Beschilderung die Länge der Überholverbotszone an.
  • Viele Überholverbotsschilder zeigen den Zusatz "7,5t". Es ordnet ein Überholverbot für Kraftfahrzeuge über 7,5 Tonnen inklusive ihrer Anhänger an.

2. Fahrstreifenbegrenzung

Ist die Fahrstreifenbegrenzung (Mittellinie) durchgezogen, weist dies auf ein Überholverbot hin. Erst bei einer unterbrochenen Fahrbahnmarkierung ist das Überholen von Fahrzeugen erlaubt. Im Übrigen musst du das Überholmanöver beenden, bevor eine durchgehende Bodenmarkierung beginnt. Ansonsten kannst du mit empfindlichen Sanktionen rechnen.
Überholverbot durch Fahrstreifenbegrenzung Lenker eines Kraftfahrzeuges schätzen Distanzen und Geschwindigkeiten häufig falsch ein. Deswegen kommt es nicht selten zu gefährlichen Gegebenheiten oder gar Unfällen. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass man die entsprechenden Verkehrszeichen beachtet und die Regeln genau kennt.

In diesen Situationen ist das Überholen grundsätzlich verboten

Ein Überholmanöver darf ausschließlich dann gestartet werden, wenn während des gesamten Vorgangs eine Beeinträchtigung der anderen Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen werden kann. Darüber hinaus gibt es weitere Situationen, bei denen das Überholen strengstens verboten ist.

Das Überholen an unübersichtlichen Straßenstellen

Insbesondere an schlecht einsehbaren Stellen können plötzlich andere Beteiligte des Straßenverkehrs auftauchen. Die Gefahr, dass du ein anderes Fahrzeug zu spät erkennst, ist groß. Somit ist ein rechtzeitiges Anhalten kaum möglich. Da hier eine potentielle Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer besteht, ist an unübersichtlichen Streckenabschnitten das Überholen verboten.

Das Überholen an Fußgängerübergängen

Die verwundbarsten Verkehrsteilnehmer sind Fußgänger. Deswegen muss ein sicheres Überqueren der Straße garantiert werden. Beim Überholen gekennzeichneter Fußgängerübergänge kann es passieren, dass mögliche Passanten von einem anderen Fahrzeug verdeckt werden. Da Fußgänger zudem oft plötzlich auftauchen, ist ein rechtzeitiges Bremsen oft nicht mehr möglich – nicht zuletzt da die Bremswege für motorisierte Fahrzeuge sehr lange sind. Aus diesem Grund ist das Überholen an Fußgängerübergängen grundsätzlich verboten. Außerdem dürfen Schulbusse und Linienbusse, die mit aktiver Warnblinkanlage an einer Bushaltestelle stehen, nicht passiert werden.

Ausnahmen: In diesen Fällen gelten die Regeln nicht

In Deutschland ist das Überholen im § 5 der StVO geregelt. Prinzipiell sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass der linke Fahrstreifen für einen Überholvorgang benutzt wird. Dennoch gibt es einige wenige Ausnahmen, die das Überholen im Überholverbot (auch auf der rechten Spur) gestatten:

  • Haben sich Fahrzeugschlangen gebildet, z.B. bei zähflüssigem Verkehr, Kolonnenverkehr oder Stau, darf rechts schneller gefahren werden als links.
  • Linksabbieger, die sich bereits in der Mitte der Fahrbahn eingeordnet haben, dürfen auf dem rechten Fahrstreifen überholt werden.
  • Innerhalb von Ortschaften kann auch rechts überholt werden. Die Voraussetzung hierfür ist, dass sich mindesten zwei Fahrstreifen in eine Richtung befinden.
  • In Bereichen, die durch eine Ampel geregelt sind, darf man ebenfalls auf der rechten Seite überholen.
  • In Deutschland können Straßenbahnen auch auf der rechten Fahrspur überholt werden.
  • Auf Autobahnen ist das Überholen auf dem Beschleunigungsstreifen auch rechts erlaubt. Sie gelten als eigenständige Fahrstreifen. Diese Ausnahme gilt wiederum nicht beim Verzögerungsstreifen.

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, kann mit teils empfindlichen Geldstrafen rechnen. Das Überholen auf dem rechten Fahrstreifen kann außerhalb einer Ortschaft bis zu 100 Euro kosten sowie einen Punkt in Flensburg. Innerhalb eines Ortes droht ein Bußgeld von etwa 30 Euro.

Wann ist ein Überholverbot aufgehoben?

Ein Überholverbot beginnt, sobald das Überholverbotsschild passiert wurde. Ab diesem Zeitpunkt darfst du keinen Überholvorgang beginnen. Darüber hinaus musst du ein angefangenes Überholmanöver vor dem Symbol abschließen. Erst nach dem Überqueren des Schildes, das den Abschluss des Gebotes signalisiert, ist ein erneutes Überholen möglich.

Jedes Verkehrszeichen, das ein Überholverbot ausspricht, beinhaltet auch ein Zeichen, welches das Ende anzeigt. Daher wird die Beendigung dieser gekennzeichneten Zone mittels eines Schildes „Überholverbot Ende“ sichtbar gemacht. Außerdem können auch Verbote für bestimmte Fahrzeugkategorien signalisiert werden. Die Symbole 280 bis 282 zeigen die Aufhebung eines Überholverbotes an. Des Weiteren sind die entsprechenden Zusatztafeln unbedingt zu beachten.
Aufgehobenes Überholverbot- Die Verkehrsschilder Nicht nur die Verkehrszeichen können das Ende eines Überholverbotes anzeigen: Straßenmarkierungen sind ebenfalls wichtige Marker. Die durchgezogene Mittellinie trennt die beiden Fahrstreifen und darf nicht überfahren werden. Sobald die Streifen in der Mitte nicht mehr durchgängig sind, ist das Verbot aufgehoben. Bei einem Überholmanöver solltest du unbedingt zu beachten, den Vorgang noch im Bereich der unterbrochenen Linien abzuschließen.

Ist das Überholen im Überholverbot eine Straftat?

Ein Überholmanöver ist ein Vorgang, der aus dem alltäglichen Straßenverkehr nicht wegzudenken ist. Trotzdem ist es auch eine der gefährlichsten Situationen im Verkehr. Daher ist es umso wichtiger, keine Fehler zu machen und die Regeln genauesten zu beachten. Denn ein Überholen im Überholverbot ist ein ordnungswidriges Verhalten.

Verstöße gegen ein Überholverbot können diverse Folgen mit sich ziehen. Je nach Schweregrad des Delikts können die Konsequenzen unterschiedlich sein. Das verhängte Bußgeld kann in einer empfindlichen Höhe ausfallen. Zusätzlich sind Punkte in Flensburg möglich. Bei schwerwiegenden Vergehen ist sogar mit einem zeitweiligen Fahrverbot zu rechnen.

Der Bußgeldkatalog

Die Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) ist eine deutsche Bundesrechtsverordnung. Sie regelt nach der Straßenverkehrsordnung Bußgelder, Fahrverbote und Verwarnungen. Dieser Erlass wird stetig aktualisiert und angepasst. Die letzte Ergänzung fand im Jahr 2021 statt und ist seit 9. November gültig.

Der aktuelle Bußgeldkatalog gibt einen detaillierten Einblick und Überblick über die einzelnen Sanktionen bei diversen Verstößen der StVO. Dazu einige Beispiele:

  • Ein ausreichender Seitenabstand ist unumgänglich für ein sicheres Überholmanöver. Wer dies nicht einhält, kann mit einer Geldstrafe von 30 Euro rechnen.
  • Die Strafe beim „Überholen im Überholverbot“ fällt weitaus höher aus. Das Vergehen wird mit einer Strafe bis zu 70 Euro geahndet. Außerdem erhält man einen Punkt in Flensburg.
  • Besonders teuer ist es, wenn zusätzlich zu einem unerlaubten Überholverbot noch eine Sachbeschädigung in unklarer Verkehrssituation dazukommt. Das Bußgeld beträgt 300 Euro. Zusätzlich erhält man zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Gibt es besondere Regeln oder Konsequenzen beim Überholverbot für LKW?

Das LKW-Aufkommen auf den Straßen nimmt stetig zu. Insbesondere ist dies auf den Autobahnen bemerkbar. Die sogenannten „Elefantenrennen“ sind daher für viele PKW-Fahrer ein großes Ärgernis. Die oft sehr langen Überholmanöver der Lastwagen sind für den Autoverkehr meistens eine große Blockade. Insbesondere auf zweistreifigen Richtungsfahrbahnen ist die Verzögerung stark bemerkbar. Zudem verursachen die plötzlichen Spurwechsel von den Lastkraftwagen besonders gefährliche Situationen.

Wann gilt ein Überholverbot für LKW?

Fahrer eines Lastwagens dürfen kein Überholvorgang einleiten, wenn:

  • die Verkehrslage unklar ist,
  • die Sichtweite erschwert ist, oder
  • ein Verkehrsschild das Überholverbot für LKW signalisiert.

Welche Bedingungen müssen LKW-Fahrer beachten?

Große LKW haben sehr lange Überholwege. Dafür ist einerseits die Länge des Verkehrsmittels verantwortlich. Andererseits sind die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den großen Lastkraftwagen gering. Das Überholmanöver ist nur erlaubt, wenn der Vorgang innerhalb von 45 Sekunden abgeschlossen ist. Daher muss der Unterschied der Geschwindigkeit zwischen den Fahrzeugen bei mindestens 10 km/h liegen.

Welche rechtlichen Konsequenzen drohen bei der Nichteinhaltung des Überholverbots für LKWs?

Die derzeitige Bußgeldtabelle für Lastwagen gibt einen detaillierten Überblick über die Strafen der unterschiedlichen Vergehen. Beispielsweise wird beim Überholen im Überholverbot mit LKW etwa 70 Euro Strafe verrechnet. Außerdem kann man einen Punkt in Flensburg erwarten. Um einiges heikler sind die Sanktionen bei einem Überholvorgang im Überholverbot und bei unklarer Verkehrslage sowie einem daraus resultierenden Unfall. In diesem Fall kann der Fahrer ein Bußgeld von 300 Euro befürchten, obendrein zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Wer sich nicht an das LKW-Überholverbot hält oder den Gegenverkehr behindert, kann also mit beträchtlichen Strafen rechnen.

Fazit

Das Überholmanöver ist einer der gefährlichsten Vorgänge im Verkehr. Der Hauptgrund dafür ist, dass Fahrzeuge ihre für sie bestimmte Spur verlassen müssen. Daher sind viele wichtige Faktoren zu beachten. Zum einen darf der Gegenverkehr nicht behindert werden, zum anderen muss genügend Seitenabstand zum überholenden Verkehrsteilnehmer eingehalten werden. Ebenso ist es wichtig, dass der Vorgang zügig vonstatten geht, ohne die Geschwindigkeitsbeschränkung zu überschreiten.

Wer einen Überholvorgang starten möchte, sollte daher gut überlegen, ob das Manöver wirklich notwendig ist. In jedem Fall solltest du die Überholverbotsschilder für PKWs und LKWs genau beachten. Das Überholen im Überholverbot ist nämlich mit hohen Strafen verbunden: Das Missachten der entsprechenden Verkehrszeichen ist also nicht nur gefährlich, sondern kann auch teuer werden.

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