Gebrauchtwagen-Kaufberater: BMW 5er (F10) – Alltagsheld für Vielfahrer

Der neue BMW 5er ist seit letztem Jahr auf dem Markt, die Vorgänger-Baureihe wurde sieben Jahre lang gebaut und ist nun ein lohnenswerter Gebrauchter.

Allerdings gibt es ein paar Punkte, die man beim Kauf eines 5ers der F10-Generation genauestens beachten sollte – darunter die Zahl der bereits absolvierten Kilometer.Große Auswahl innerhalb der Modellpalette
Die sechste Generation des bekannt guten BMW 5er basiert auf der Plattform des großen Bruders 7er und nutzt auch dessen Technik. Nach der Markteinführung der Limousine im Januar 2010 kam am Ende des gleichen Jahres der beliebte Kombi Touring unter dem internen Kürzel F11. 2013 gab es ein Facelift mit zusätzlichen Assistenzsystemen und optionalen LED-Scheinwerfern. An der gefälligen Optik des großen Bayern hat sich dabei nichts geändert. Während der Kofferraum der Limousine 520 Liter fasst, nimmt der Kombi zwischen 560 und 1.670 Liter Gepäck auf.

Viele Modellbezeichnungen, die lange mit dem hervorragenden Sechszylinder in Verbindung gebracht wurden, haben mittlerweile nur noch einen Vierzylinder unter der Haube. Bestes Beispiel: der 528i ab September 2011. Wer einen Benziner mit richtig viel Kraft haben möchte, kann zum 550i greifen, der seit dem Facelift 330 kW/450 PS leistet. Darüber rangiert nur noch der M5, der in Leistungsstufen von 412 kW/560 PS bis 441 kW/600 PS erhältlich war. Bei den Selbstzündern ist die Auswahl noch unübersichtlicher als bei den Otto-Motoren. Hier gibt es sechs verschiedene Bezeichnungen, die je nach Modelljahr variieren können. Die Leistungsspanne erstreckt sich von 105 kW/143 PS im 518d bis zu 280 kW/381 PS im M550d. Empfehlenswert sind die drehmomentstarken Sechsender vom 530d aufwärts. Diese Motoren sind echte Autobahntiere und passen hervorragend zur Gesamtcharakteristik des 5er. Auch eine Hybrid-Variante war Teil der Modellpalette: der Active Hybrid 5 mit einer Systemleistung von 250 kW/340 PS. Die meisten Fahrzeuge sind mit der sehr guten Achtgang-Automatik von ZF ausgerüstet – eine empfehlenswerte Ausstattung.

Treuer Alltagsbegleiter mit Spaßfaktor

Die Aufhängung ist BMW-typisch straff abgestimmt, damit der 5er nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf der Landstraße eine gute Figur macht. Dennoch gehört die Businessklasse – dank der Technik des großen Bruder 7er – wohl zu den komfortabelsten Reiseautos, die man sich wünschen kann. Die Doppelquerlenker-Vorderachse aus Aluminium garantiert einen von Querkräften unbeeinflussten Federungskomfort. Darüber hinaus verfügt der 5er über Allradlenkung, die sowohl Wendigkeit als auch Spurstabilität zugutekommt.

Im Jahr 2010 erreicht der damals neue 5er beim Crashtest der Prüforganisation Euro-NCAP die volle Punktzahl von fünf Sternen. Die Karosserie ist steifer als beim Vorgänger, Front- und Seitenairbags, seitliche Kopfairbags sowie aktive Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer gehören genauso zum Serienumfang wie die aktive Motorhaube für den Fußgängerschutz. Beim Infotainment setzt BMW auch im F10 auf das bewährte iDrive-System, hier optional mit 10,2 Zoll großem Bildschirm in der Mittelkonsole. Außerdem leuchtet der 5er serienmäßig mit Bi-Xenon-Scheinwerfern. Gegen Aufpreis gab es darüber hinaus Optionen wie diverse Fahrmodi, Verkehrszeichenerkennung oder Spurwechselassistenten.

Nur kleine Wehwechen

Der 5er ist ein echter BMW – auch bei der Qualität. Zwar hatten frühe Modelle Probleme mit der Elektronik, hier leerte die Parkbremse regelmäßig die Batterie, diese waren aber mit einem Software-Update zu beheben. Rückrufe gab es wegen der Turbolader-Kühlung bei den Top-Benzinern 550i und M5 sowie wegen der Ventilsteuerung bei den meisten Sechszylindern. Der 528i staubte im Dauertest der „Auto Bild“ über 100.000 Kilometer eine lupenreine „1+“ ab. Wenn der TÜV etwas zu bemängeln hat, liegt es meist an exorbitanten Laufleistungen, die viele 5er als Geschäftswagen sammeln. Dann gibt auch das beste Fahrwerk irgendwann nach. Auffällig sind außerdem hohe Durchfallquoten bei der AU – ebenfalls bei Fahrzeugen mit vielen Kilometern auf dem Buckel.

Wer einen Wagen der Businessklasse mit Autobahn-Qualitäten für gutes Geld sucht, dürfte beim 5er F10 fündig werden. Durch den Marktstart der neuen Baureihe ist das Angebot an alten Modellen groß. Abgesehen werden sollte jedoch von vermeintlichen Schnäppchen mit hohen Laufleistungen. Hier häufen sich die Kosten meist nach dem Kauf und spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung. Wer ein vernünftiges Exemplar mit vertretbarem Kilometerstand und guter Ausstattung erwischen will, muss bei der aktuellen Marktlage mindestens 20.000 Euro investieren. Ein guter Deal, bedenkt man die einst hohen Neupreise. (sp-x/mf/jub)

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