Erster Test: Mitsubishi Colt Facelift – Schluss mit putzig

Seit 2004 rollt der Mitsubishi Colt durch Europa und mittlerweile haben die Japaner über 270.000 Einheiten in der „alten Welt“ an den Mann bringen können. Knapp 30 Prozent davon sind allein auf deutschen Straßen unterwegs.

Ein umfangreiches Facelift macht den kleinen bissiger und soll jetzt noch mehr Kunden begeistern.
Mehr Emotionen, heißt es, will man mit dem neuen Mitsubishi Colt in das Kleinwagen-Segment bringen. Und damit noch mehr potentielle Käufer ansprechen. Ab dem 15.11.2009 steht er bei den Händlern und noch dieses Jahr sollen 2.000 neue Colt über den Ladentisch gehen.

Lockangebot Nummer eins ist der Preis: Ab 9.990 Euro ist der überarbeitete Colt zu haben, als Dreitürer mit einem 75 PS starken 1,1-Liter-Benziner in der Basisausstattung. Klingt gut, doch was bekommt man für sein Geld? Immerhin haben die Entwickler beim Facelift gut 65 Prozent aller Bauteile geändert.

Bissige Optik

In Anbetracht der neuen, bissigeren Optik glaubt man das gerne. Während andere Hersteller bei einem Modellpflege oft nur dezent an Scheinwerfern und Rückleuchten Hand anlegen, hat Mitsubishi dem Colt ein komplett neues Gesicht verpasst.

Jetfighter-Markendesign nennen sie das neue Antlitz, das ob seiner scharf gezeichneten, böse blickenden Scheinwerfer und der großen Lufteinlässe an einen Kampfflieger erinnern soll. Damit rückt der bislang putzig-knuffige Colt optisch näher an das Mittelklassemodell Lancer, bei dem die neue Formensprache erstmalig zum Einsatz kam.

Leisetreter

Dank einer deutlichen Verbesserung der Dämmung geht es im Innenraum hörbar leiser zu, als im Vorgänger. Neue Materialien sorgen zudem für einen hochwertigeren Gesamteindruck. Weggefallen ist dafür die verschieb- und ausbaubare Rückbank. An ihrer statt gibt es nun eine feste Rückbank mit geteilt umklappbarer Rückenlehen, die im Bedarfsfall einen ebenen Ladeboden bietet.

Das Motorenprogramm bleibt zunächst unangetastet: Der Einstiegs-Dreizylinder ist drehwillig und ausreichend spritzig und bringt den Colt auf gut 160 km/h. Der Fahrer hat allerdings viel Schaltarbeit zu leisten, um das Triebwerk bei Laune, sprich Drehzahlen, zu halten. Erledigt wird das – wie bei allen anderen Motorvarianten auch – per manuellem Fünfgang-Getriebe.

Auf Wunsch automatisch

Nur der stärkere 1.3er kann optional mit einem automatisierten Sechsganggetriebe geordert werden. Der Vierzylinder mobilisiert 95 PS und beschleunigt den Kleinen gut eineinhalb Sekunden schneller auf Tempo 100 (11,1 Sekunden). Beim Verbrauch gönnt er sich mit exakt sechs Litern dafür einen halben Liter mehr, als das Basismodell.

Wer’s sportlicher mag, muss zur Ralliart-Version greifen. Dem auch optisch durch Dachkantenspoiler und Seitenschweller getrimmten Colt heizt ein 150 PS starker 1,5-Liter-Turbo ordentlich ein. Eine neue Radaufhängung, überarbeitete Stabilisatoren und straffere Federn verleihen dem Mitsubishi Ralliart, der jetzt übrigens auch als Fünftürer erhältlich ist, noch mehr Dynamik. Doch auch die zivilen Versionen lassen sich kein zu weiches Fahrwerk nachsagen. ESP gibt es in den beiden niedrigsten Ausstattungsvarianten allerdings nur gegen 600 Euro Aufpreis

Spar-Variante

Ab Frühjahr 2009 wird Mitsubishi den 1.1er und 1.3er auch als sogenannte ClerTec-Variante anbieten. Durch verschiedene Spritspar-Maßnahmen, wie etwa eine Start-Stopp-Automatik, soll er Dreizylinder dann nur noch fünf Liter, und der Vierzylinder 5,2 Liter Benzin je 100 Kilometer konsumieren. Außerdem ist eine Flüssiggas-Version angekündigt. Die ebenfalls verfügbare Flex-Fuel-Ausführung zum Betrieb mit Ethanol wird es vorerst in Deutschland dagegen nicht geben.

Und auch auf einen Diesel muss man zukünftig verzichten. Mitsubishi hat den 1,5-Liter-Selbstzünder komplett aus dem Colt-Programm gestrichen, da das Aggregat nicht Euro-5-fähig war. Doch bei einem Dieselanteil von weniger als zehn Prozent dürfte diese Entscheidung die Verkaufszahlen nicht groß beeinflussen.

Sparsame Basis

Wer sich für den Mitsubishi Colt 1.1 entscheidet bekommt serienmäßig Zentralverriegelung, ABS, vier Airbags, einen Bremsassistenten und elektrische Scheibenheber vorne. Auf jeden Fall dazu bestellen sollte man das 600 Euro teure Sicherheitspaket mit ESP und Traktionskontrolle sowie Kopf-Airbags vorne und hinten und Scheiben- statt Trommelbremsen an den Hinterrädern.

Technische Daten
Marke und Modell Mitsubishi Colt 1.1 MPI Mitsubishi Colt 1.3 MPI Mitsubishi Colt 1.5 Turbo
Ausstattungsvariante Inform, 3-Türer Intense, 5-Türer Ralliart, 3-Türer
Abmessung und Gewicht
Länge/Breite/Höhe (mm) 3.880 / 1.695 / 1.520 3.940 / 1.695 / 1.550 3.880 / 1.695 / 1.520
Radstand (mm) 2.500 2.500 2.500
Wendekreis (m) 10,8 10,8 10,8
Leergewicht (kg) 1.010 1.045 1.135
Kofferraum (Liter)
Bereifung Testwagen 175/65 R14 195/50 R15 205/45 R16
Motor
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart) 1.124 / 3, Reihe 1.332 / 4, Reihe 1.468 / 4, Reihe
Leistung (PS) 75 95 150
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen 100 / 4.000 125 / 4.000 210 / 3.500
Antriebsart Frontantrieb Frontantrieb Frontantrieb
Getriebeart manuelles 5-Gang-Getriebe manuelles 5-Gang-Getriebe manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch
Krafstoffart Benzin Benzin Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km) 5,5 6,0 6,8
CO2-Emissionen (g/km) / EU-Norm 130 / Euro 4 143 / Euro 4 161 / Euro 4
AS24-Verbrauch (l/100km) k. A. k. A. k. A.
Fahrleistungen
Werksangabe 0-100km/h (s) 12,8 11,1 7,4
AS24-Sprint 0-100km/h (s) k. A. k. A. k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m) k. A. k. A. k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 165 180 210
Preise
ab (Euro) 9.990 15.890 18.990
Empfohlene Extras Sicherheitspaket inkl. ESP (600 Euro), Metallic-Lackierung (390 Euro) Metallic-Lackierung (390 Euro) Metallic-Lackierung (390 Euro)
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Auch in der besseren Inform-Ausstattung muss ESP bezahlt werden, erst in der Invite- und Intense-Version ist das Paket dann serienmäßig. Wer sich für das Topmodell, den fünftürigen Ralliart entscheidet, bekommt ein komplett ausgestattetes Auto mit Klimaautomatik, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, Radio mit CD-Spieler und Aux-Eingang, Tempomat, Multifunktions-Lederlenkrad, Nebelleuchten, 16-Zoll-Aluräder und Sportsitzen. Der Preis: 19.990 Euro.

Fazit

Beim Mitsubishi Colt trifft der Begriff Facelift endlich zu. Während andere Hersteller ihre Modelle nur ganz leicht überarbeiten, haben die Japaner dem Colt eine komplett neue, bissigere Optik verpasst. Der aufgewertete, besser gedämmte Innenraum spricht ebenso für den neuen Colt wie die ab 2009 erhältlichen, sparsamen ClearTec-Varianten. Sie werden den Wegfall des Diesels wieder gut machen. Und wer nicht sparen will, kann mit der Ralliart-Version richtig Spaß haben.

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