Erster Test: VW CrossGolf – Der Golf im Wolfspelz

Der CrossGolf ist das dritte Derivat der Golf-Baureihe. Auf dem Genfer Autosalon im März wird die Wolfsburger Kompakt-Familie schließlich mit dem lang ersehnten Golf Variant komplettiert. Doch zurück zum CrossGolf, der unter seiner Offroad-Hülle einen Golf Plus mit Sportline-Aussattung versteckt.
Hoch hinaus
Der ohnehin höher bauende Plus erhält in der Cross-Version weitere zwei Zentimeter an Bodenfreiheit. Gegenüber dem Standard-Golf sitzen die Passagiere um 9,5 (vorne) beziehungsweise 10,5 Zentimeter (hinten) höher. Mehr Überblick und eine bessere Aussicht sind garantiert.
Kunststoffplanken rundum, eine Dachreling und große 17-Zoll-Räder gehören ebenso zum Cross Golf wie eigens entwickelte Interieurfarben und Stoffe. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder CrossPolo bekommt der neue Golf keine spezielle Lackfarbe.
Mehr Optik als Technik
„Das Cross-Konzept basiert hauptsächlich auf optischen Änderungen“, antwortet VW-Sprecher Jens Bobsien auf die immer wiederkehrende Frage, warum für die Cross-VWs kein Allradantrieb angeboten werde. Schließlich wären die Bauteile vorhanden, Golf und Golf Plus sind mit 4Motion erhältlich - aber nur im zivilen Look.
Die Cross-Umbauten hätten viel mehr einen psychologischen Effekt: SUV-Optik wirke vertrauensbildend, die Passagiere fühlten sich sicherer und geborgener als in einem herkömmlichen PKW, meint Bobsien.
Zwei Benziner, zwei Diesel
Motorenseitig beschränkt sich VW auf vier Aggregate. Basis-Benziner ist der bekannte 1,6-Liter-Vierzylinder mit 102 PS. Für den Stadtverkehr reicht das Aggregat allemal aus, schnelle Spurts und spontane Überholmanöver sind aber nicht sein Ding. Letzteres meistert der so genannte TwinCharger besser, obwohl er seine Kraft aus weniger Hubraum schöpft. Dank Benzindirekteinspritzung und doppelter Aufladung (Kompressor und Turbo) leistet der nur 1,4 Liter große TSI 140 PS. Zwischen 1.500 und 4.000 Touren stemmt er 220 Newtonmeter auf die Kurbelwelle.
Ein kleines Turboloch ist nicht weg zu diskutieren, doch das Aggregat überzeugt mit kräftigem Durchzug ab 2.000 Touren, seinem geringen Verbrauch von nur 7,3 Litern und dem geräuscharmen Lauf.
Leisetreter
Ebenfalls sehr gut gekapselt ist der 2.0 TDI mit ebenfalls 140 PS. Lediglich unter Volllast wird der Diesel laut und gibt sein Brennverfahren preis. Starken Durchzug in allen Bereichen garantiert das maximale Drehmoment von 320 Newtonmeter, das ab 1.750 Touren anliegt.
Alternativ steht der 105 PS starke 1.9 TDI zur Auswahl. Beide Selbstzünder (serienmäßig mit Partikelfilter) sowie der TSI können mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG gekoppelt werden, serienmäßig ist ein leichtgängiges, exakt geführtes Sechsganggetriebe verbaut. Der Einstiegs-Benziner muss mit fünf Gängen auskommen.
Fahrwerkstechnisch unterscheidet sich der CrossGolf nicht vom Golf Plus. Trotz des hohen Aufbaus gerät der Pseudo-Offroader nicht ins Wanken. Die Federung gleicht Unebenheiten gekonnt aus. Serienmäßig sind im CrossGolf angenehm straff gepolsterte Sportsitze verbaut, die mit mehr Seitenhalt die Passagiere fest im Griff halten.
Fazit
Die Preise für den CrossGolf beginnen bei 22.851,08 Euro für den 1,6-Liter-Benziner und reichen bis 29.519,18 Euro für den 2.0 TDI mit DSG. Zur Serienausstattung gehören zusätzlich zur Sportline-Version des Golf Plus (inklusive elektrischer Fensterheber und Klimaanlage) ein Lederlenkrad mit Alu-Dekor, Pedale in Alu-Optik und Nebelscheinwerfer. ESP und sechs Airbags sind bei allen Gölfen serienmäßig.
Ein Jahr nach Einführung des CrossPolo zog VW Bilanz: Elf Prozent der Kleinwagenkäufer entschieden sich für die SUV-Optik. Ob der CrossGolf ebenso einschlägt, wagt bei VW noch keiner zu prognostizieren. Der Aufpreis von rund 2.100 Euro zum herkömmlichen Golf Plus wird dem CrossGolf den Erfolg sicher nicht leichter machen.
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