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Kawasaki Vulcan S

Kawasaki nimmt die Vulcan S im Modelljahr 2015 neu in sein Cruiser-Programm auf

Mit hubraumstarken und zunehmend leistungsfähigeren Sportbikes gewannen die japanischen Motorradhersteller ab den 1970er Jahren immer größere Anteile am Weltmarkt. Die Konkurrenz in Nordamerika sowie in den europäischen Staaten konnte zwar meist auf eine sehr viel längere Tradition im Zweiradbau zurückblicken. Erfolgreiche Strategien gegen die drohende japanische Dominanz fielen jedoch weder den Herstellern in den USA noch den Produzenten in Europa ein. Dort verschwanden bald viele der alten Motorradmarken vom Markt. Und auch in Amerika war die Branche in den 80er Jahren Umbrüchen unterworfen. Das hatte nicht zuletzt damit zu tun, dass japanische Hersteller ihre Produktpalette erweiterten und mit Choppern oder Cruisern gezielt Modelle in Segmenten auf den Markt brachten, die bis dahin von amerikanischen Herstellern dominiert worden waren. Wie die Strategie funktionierte, das zeigte beispielhaft der Konstrukteur Kawasaki. Mitte der 80er Jahre brachte das Unternehmen mit den Eliminator genannten Modellen seiner ZL-Baureihe erstmals Cruiser mit den für diese Klasse typischen V2-Motoren in den Handel. In dieser Tradition standen die Vulcan S, die Kawasaki in Europa für das Modelljahr 2015 in sein Programm aufnahm. Wichtige Neuerung: Mit den S-Modellen brachte Kawasaki erstmals eine Vulcan auf den Markt, bei der die Zweizylindermotoren nicht in V-Bauweise ausgeführt waren.

Für das S-Modell der Serie Vulcan setzt Kawasaki auf Zweizylinder-Reihenmotoren

Wer sich auf dem Markt für neue oder gebrauchte Kawasaki nach Choppern und Cruisern der Marke umschaute, der fand dort außer den bereits als Oldtimer geltenden Eliminator der Serien ZL 900 und ZL 1000 in erster Linie die unterschiedlichen Vulcan-Modelle der Baureihe VN. Innerhalb dieser Produktlinie bot Kawasaki bereits seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre Motorräder im Stil der klassischen US-Bikes an. Und wie von den Japanern kaum anders zu erwarten, legte Kawasaki im Laufe der Entwicklungsgeschichte seiner in vielen Ländern unter dem Verkaufsnamen Vulcan vermarkteten Cruiser hinsichtlich Hubraum und Leistung ordentlich nach. So waren gebrauchte Vulcan aus dem Bauzeitraum zwischen 2004 und 2010 sogar mit Zweizylindermaschinen zu finden. Doch ganz gleich, ob es sich um eines der Flaggschiffe mit später 1700 ccm Hubraum oder um ein 500 ccm Einstiegsmodell der 90er Jahre handelte, Kennzeichen einer Vulcan waren stets die in V-Bauweise konstruierten Zweizylindermotoren, die im englischen Sprachraum als V-Twins bezeichnet wurden. Mit den neuen S-Modellen brach Kawasaki mit dieser bei den Vulcan über viele Jahrzehnte konsequent beibehaltenden Tradition. Die neue Vulcan S wurde im Modelljahr 2015 der erste Kawasaki Cruiser der Mittelklasse, der mit einem in Reihe gebauten Zweizylindermotor vom Band lief.

Kawasaki bietet die S-Version der Modellreihe Vulcan auch für A2-Führerscheininhaber an

Parallel Twin nannte Kawasaki das für die S-Version umgesetzte Motorenkonzept, das der Hersteller bereits zuvor bei den Einstiegsmodellen seiner Sportler-Mittelklasse realisiert hatte. Mit der Übernahme der für die Sportbikes der Serie ER-6N verbauten R2-Motoren für die Vulcan S reagierte Kawasaki auf die Neuordnung der seit Anfang 2013 innerhalb der EU geltenden Führerscheinrichtlinien und die dort vorgegebenen Regelungen zur Leistungsdrosselung. Konkret bedeutete das: Kawasaki nutzte die Möglichkeit, die Vulcan S technisch so einzurichten, dass die Leistungsabgabe der verbauten 650 ccm Zweizylinder variiert werden konnte. Wer eine Fahrerlaubnis der Klasse A besaß, der konnte eine neue oder gebrauchte Vulcan S in der ungedrosselten Version mit 45 kW (61 PS) fahren. Für Inhaber eines Motorradführerscheins der Klasse A2 bot Kawasaki die S-Version der Modellreihe Vulcan hingegen in einer leistungsreduzierten Variante an.

Bei den Einsteigermodellen drosselt Kawasaki die Leistung der Vulcan S auf 48 PS

Bei diesen Einsteigermodellen war die maximale Leistungsabgabe durch die ab Werk verbaute Drosseltechnik auf 35 kW (48 PS) begrenzt. Und das brachte vor allem Vorteile für junge Fahrer: Einerseits sorgte Kawasaki mit der Einführung der 48 PS Varianten dafür, dass eine Vulcan S schon ab 18 Jahren gefahren werden konnte. Andererseits brauchten Vulcan-Fahrer nach dem erst ab 20 Jahren gestatteten Erwerb eines Führerscheins der Klasse A nicht auf ein neues Modell umzusteigen. Denn in einer Kawasaki-Werkstatt ließen sich die Zweizylindermotoren der 650er Vulcan so einrichten, dass sie wieder ihre Höchstleistung von 61 PS erreichten.

Das S-Modell konzipiert Kawasaki als Einstiegsversion seiner Vulcan-Baureihe

Mit der Differenzierung der Leistungsabgabe der R2-Motoren machte Kawasaki klar, dass den S-Versionen innerhalb der Cruiser-Baureihe an der Seite der 900 ccm Vulcan und der 1700er Flaggschiffe die Rolle eines Einstiegsmodells zukam. Entsprechend dieses Profils legten die Ingenieure von Kawasaki die Konstruktion der kleinen Vulcan an. Mit einem Radstand von gut 1,57 Metern und einer Gesamtlänge von knapp 2,30 Metern fiel das S-Modell deutlich kompakter aus als die großen Cruiser des Herstellers. Zum Vergleich: Das Spitzenmodell Vulcan 1700 konstruierte Kawasaki mit einem Radstand von 1,66 Metern bei einer Länge von 2,56 Metern. Entsprechend gab es zwischen den verschiedenen Modellen der Vulcan-Familie erhebliche Gewichtsunterschiede. Während die 1700er im betankten Zustand über 400 Kilogramm wog, brachte die kleine Vulcan in der S-Ausführung fahrfertig nur gut 230 Kilogramm auf die Waage. Dazu legte Kawasaki die Sitzhöhe mit gerade einmal 70 Zentimetern extrem niedrig an, damit die Vulcan S für kleinere und weniger kräftige Fahrerinnen und Fahrer geeignet war. Auch die in drei Positionen einstellbaren Fußrasten sowie das Zubehörprogramm mit Lenker- und Sattelkomponenten speziell für weniger großgewachsene Biker unterstrich das Profil der 2015er Vulcan S als Einsteigermotorrad.

Für das Modelljahr 2015 legt Kawasaki eine Sonderedition der Vulcan S auf

Während die S-Version optisch eher als Cruiser der Mittelklasse mit sportlichem Anspruch auftrat, sorgte das optional erhältliche Zubehör dafür, dass sich die kleine Vulcan mit der 650 ccm Motorisierung auch als Reisemaschine einsetzen ließ. Dafür lieferte Kawasaki etwa einen Gepäckträger mit Rückenlehne für den Sozius, lederne Satteltaschen oder Windschilde in unterschiedlichen Größen. Hinsichtlich der farblichen Gestaltung beschränkten sich die Japaner im Modelljahr 2015 auf schwarz und weiß lackierte Karosserieteile. Gebrauchte Vulcan S der ersten Bauphase tauchten später jedoch auch mit grauer oder silberner Lackierung auf dem Markt auf. Diese 650er Vulcan Cruiser mit matter Oberfläche legte Kawasaki als Special Edition auf. Weiteres Merkmal: Die Sonderversionen der Vulcan S zeigten an den Felgenrändern und am Federbein das leuchtende Grün, das für die Renngeräte des Herstellers Kawasaki typisch war. So ließ sich der sportliche Charakter der Einsteiger-Cruiser noch einmal stärker betonen.