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MZ ES 125

MZ ES 125 - Klassiker aus DDR-Zeiten

Bereits seit 1922 werden in der sächsischen Stadt Zschopau Fahrzeuge hergestellt. Ab 1952 erlangten die ansässigen Unternehmen unter dem Kürzel MZ (kurzzeitig auch unter MuZ) Popularität. Diese Kürzel stehen für MZ Motorrad- und Zweiradwerk GmbH sowie für VEB Motorradwerk Zschopau, Motorrad- und Zweiradwerk GmbH (MuZ). Seit 2009 verbirgt sich hinter dem Kürzel die Motorenwerke Zschopau GmbH. In der sächsischen Stadt stand außerdem das weltweit erste Fließband für Motorräder. Bis zur Wende im Jahre 1989 zählte das Unternehmen zu den größten Motorradherstellern der Welt. In den ersten Jahren nach der Firmengründung durch Jörgen Skrafte Rasmussen wurden unter dem Namen Rasmussen & Ernst in erster Linie Haushalts- und Werkstattgeräte gefertigt. Das junge Unternehmen stellte außerdem KFZ-Zubehör her. Nach der Firmierung 1912 entstand das Markenzeichen DKW (Dampfkraftwagen). Der erste Ein-PLS-Fahrradhilfsmotor wurde in den 1920ern entwickelt, ab 1922 stellte man Motorräder auch in Serie her.

In den Jahren 1956 bis 1978 liefen die Motorräder der Baureihe ES, so auch die MZ ES 125, in Zschopau vom Band. ES ist ein Kürzel und steht für “Einzylinder und Schwinge”. Seine robuste Bauweise und die Möglichkeit, das kleine Motorrad bei Versandhäusern zu bestellen, machten auch die MZ ES 125 insbesondere bei westlichen Studenten überaus beliebt. Bis in die 1990er-Jahre gehörten die Motorräder dieser Baureihe in Städten mit großen Universitäten zum Stadtbild.

Nachfolger der MZ RT125/3

Als neues Modell ersetzte 1962 die MZ ES 125 die MZ RT125/3. Aus fertigungstechnischer Sicht stellte das Modell eine vollständige Neukonstruktion dar. Rahmen und Fahrgestell wurden ebenfalls ganz neu konstruiert. Wurde bei dem Vorgängermodell ein geschweißter oder gelöteter Rohrrahmen verwendet, kam bei der ES 125 ein Pressstahlrahmen zur Anwendung. Ohne Schweißpunkte und ausschließlich über Falzung wurden die beiden Rahmenhälften miteinander verbunden. Dadurch konnte eine Steigerung der Verwindungssteifigkeit um 20 Prozent erreicht werden. Mit geringen Modifikationen wurde das Design des Rahmens bis zum Jahr 1985 und in der Baureihe TS 125 verwendet. Das Fahrwerk bestand aus einer Vollschwingen-Konstruktion. Der Vorderradträger und der hintere Sattelträger bestanden aus Leichtmetall-Guss. Wahlweise wurde die MZ ES 125 als Einzelsitzer oder mit einer Sitzbank angeboten.

Der luftgekühlte Zweitakt-Einheitsmotor, der sich bereits in der MZ 1253 bewährt hatte, kam in überarbeiteter und weiterentwickelter Form auch in der MZ ES 125 zum Einsatz. Der 123 cm³ große Motor erbrachte eine Nennleistung von 6,2 kW oder 8,5 PS bei ca. 5.500 Umdrehungen pro Minute.

Im Laufe ihres Produktionszeitraums wurde die MZ ES 125 verschiedenen Modellüberarbeitungen unterzogen, die sowohl technische wie auch optische Veränderungen mit sich brachten. 1964 erfolgte eine Veränderung des Farbprogramms und des Lackierungsschemas, 1965 wurden für eine Verbesserung der thermischen Stabilität die Kühlrippen vergrößert. Der Vergaser mit Luftschieber wurde durch einen Zentralschwimmer-Startvergaser ersetzt. Ende der 1960er-Jahre folgten Veränderungen an der Ansauganlage und am Auspuff. Endgültig eingestellt wurde die Produktion der kleinen ES-Modelle dann Ende der 1970er-Jahre.</