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Rücksichtslos im Straßenverkehr: 2 von 3 deutschen Autofahrern ignorieren bewusst Verkehrsregeln

Eine repräsentative Befragung unter deutschen Autofahrern zeigt, welche Verkehrsverstöße besonders häufig in Kauf genommen werden – und warum.

  • Knapp zwei Drittel der Befragten geben zu, Verkehrsregeln zu missachten.
  • 43 Prozent der Autofahrer ignorieren Regeln, weil sie diese als unnötig empfinden.
  • Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) hält es für wahrscheinlich, selber regelmäßig zu drängeln oder zu dicht aufzufahren.

Grünwald, 13. Juni 2024 – Der Online-Automarkt AutoScout24 hat die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter mehr als 1.000 Autofahrerinnen und -fahrern veröffentlicht, bei der die Teilnehmer offengelegt haben, wie häufig sie geltende Verkehrsvorschriften bewusst missachten. Dabei wurde erfragt, wie oft Autofahrer Regeln brechen, welche Regeln sie besonders häufig ignorieren und was ihre Gründe dafür sind.

Sommerzeit ist statistisch gesehen Unfallzeit: In den warmen Monaten geschehen auf deutschen Straßen im Schnitt die meisten Verkehrsunfälle. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) sind dabei rund 90 Prozent aller Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen [1]. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen, dass die Straßenverkehrsordnung oft nicht so penibel befolgt wird, wie es wünschenswert wäre.

Jeder Zweite blinkt nicht beim Abbiegen

Besonders häufig missachten Autofahrer Geschwindigkeitsbegrenzungen und blinken nicht korrekt. Knapp 63 Prozent der Befragten geben an, schneller als erlaubt zu fahren, wenn keine Blitzer in Sicht sind. Beinahe jeder Zweite (46 Prozent) spart sich mindestens hin und wieder das Blinken beim Abbiegen. Das Ignorieren solcher grundlegenden Vorschriften kann fatale Folgen haben. Destatis zufolge zählen Fehler beim Abbiegen neben Raserei zu den häufigsten Unfallursachen[1].

Aggressionen im Straßenverkehr: In Deutschland wird gedrängelt

Frühere Umfragen haben gezeigt, dass der Ton auf deutschen Straßen rauer wird [2]. Die aktuellen Ergebnisse dieser Umfrage bestätigen diese gefährliche Tendenz zu Rücksichtslosigkeit und Aggression im Verkehrsraum. So sollten die Befragten auch angeben, welche Verstöße sie selbst am wahrscheinlichsten begehen.

Neben dem Weglassen des Schulterblicks und dem Verzicht auf korrektes Blinken nennen viele hier das fehlende Einhalten des Mindestabstands. Mehr als jeder dritte Autofahrer (37 Prozent) hält es für wahrscheinlich, selber regelmäßig zu drängeln oder zu dicht aufzufahren. Dieses Verhalten erhöht das Unfallrisiko erheblich: Ein zu geringer Abstand zwischen Verkehrsteilnehmern gehört laut Destatis ebenfalls zu den Hauptursachen für Unfälle mit Personenschaden [1].

Regelmissachtung erschreckend weit verbreitet

Der tägliche Stau, der Stress des Alltags und die scheinbare Harmlosigkeit kleiner Vergehen – all das führt dazu, dass 63 Prozent der deutschen Autofahrer mindestens gelegentlich Verkehrsregeln missachten. Männer (8 Prozent) geben doppelt so häufig wie Frauen (4 Prozent) an, bei jeder Fahrt gegen die Verkehrsordnung zu verstoßen.

Wenn Verkehrsvorschriften als sinnlos empfunden werden, werden sie häufiger missachtet

Für viele Autobesitzer hängt ihr Verhalten am Steuer offenbar entscheidend davon ab, ob sie die vorgeschriebenen Regeln als sinnvoll erachten. So geben 43 Prozent der Befragten an, dass sie Vorschriften missachten, wenn sie keinen schlüssigen Sinn darin sehen. Weitere 39 Prozent lassen sich vom Fehlverhalten anderer Fahrer beeinflussen. Mehr als jeder dritte Autofahrer (37 Prozent) ist sich laut eigenen Angaben wohlmöglich nicht immer vollständig der Verkehrsregeln bewusst und nennt dies als Grund, wieso er oder sie Verkehrsregeln nicht einhält.

Stress und Zeitdruck fördern rücksichtsloses Fahrverhalten

Die Befragten wurden auch gebeten, einzuschätzen, in welchen Situationen oder unter welchen Begleitumständen sie besonders häufig Verkehrsverstöße begehen. So missachtet mehr als die Hälfte der Befragten die Straßenverkehrsordnung, wenn sie es eilig hat, und 42 Prozent ignorieren Verkehrsvorschriften, wenn sie gestresst sind. Immerhin ein Drittel (36 Prozent) der deutschen Autofahrer fühlt sich zudem in (vermeintlich) unbeobachteten Momenten zu Verkehrsverstößen verleitet.

Unfallforscher Brockmann: "Es geht darum, sich im Straßenverkehr einen Vorteil zu schaffen" Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Zeitdruck und Stress oft Verkehrsverstöße begünstigen und die Sinnhaftigkeit mancher Vorschriften in Frage gestellt wird. Doch selbst vermeintlich kleine Vergehen wie Falschparken können schwerwiegende Konsequenzen haben, indem die Sicht behindert wird und so Unfälle begünstigt werden.

Siegfried Brockmann, Geschäftsführer Verkehrssicherheit und Unfallforschung bei der Björn Steiger Stiftung, befasst sich seit über zwanzig Jahren mit dem Fahrverhalten auf deutschen Straßen. Er erklärt den Umgang miteinander im Straßenverkehr folgendermaßen:

“Eine Umfrage der Unfallforschung der Versicherer aus dem Jahr 2023 hat bereits einen Trend aufgezeigt, der auf eine Zunahme von aggressivem Verhalten im Straßenverkehr hinweist. Unser Verkehrssystem ist von einem Ellenbogen-Prinzip geprägt, das sich aus der Individualisierung unserer Gesellschaft ergibt. Es geht weniger darum, anderen absichtlich zu schaden, sondern mehr darum, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Diese Mentalität nimmt in allen Bereichen unseres Lebens zu. Der Straßenverkehr ist ein Spiegelbild dieser gesellschaftlichen Dynamik. Hier gibt es aber eine entscheidende Besonderheit: Fehlverhalten im Verkehr kann schwerwiegende Folgen haben. Ein Auto stellt eine potenziell gefährliche Waffe dar. Deswegen fallen im Straßenverkehr solche gesellschaftlichen Dynamiken eindeutiger auf als in anderen Bereichen.”

Unter folgendem Link finden Sie detaillierte Informationen zur Datenauswertung, Ergebnisinterpretation, Methodik sowie eine umfassende Übersicht der verwendeten Quellen finden sich unter: www.autoscout24.de/informieren/ratgeber/studien-umfragen/verkehrsverstoesse

Über AutoScout24

AutoScout24 ist mit über 2 Mio. Fahrzeug-Inseraten, rund 30 Mio. Usern pro Monat und mehr als 43.000 Händlerpartnern europaweit der größte Online-Automarkt. Neben Deutschland ist die AutoScout24 Group auch in den europäischen Kernmärkten Belgien, Luxemburg, Niederlande, Italien, Frankreich, Österreich, Norwegen, Dänemark, Polen und Schweden vertreten. Als umfassender Marktplatz für Mobilität investiert AutoScout24 gezielt in die Wachstumsfelder Leasing, Auto-Abo, Elektromobilität und Online-Autokauf. Mit AutoScout24 smyle ermöglicht der Marktplatz seinen Nutzerinnen und Nutzern den vollständigen Online-Kauf von Fahrzeugen – kostenlos und ready-to-drive direkt vor die Haustür geliefert. Seit 2020 ist auch der Leasing-Spezialist LeasingMarkt.de und seit 2022 die B2B-Auktionsplattform AUTOproff Teil der AutoScout24 Gruppe. Zusammen treiben die Marktplätze die Digitalisierung des europäischen Autohandels maßgeblich voran.

Weitere Informationen finden Sie unter www.autoscout24.de

Medienkontakt:
Julia Dreßen
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