Die wichtigsten Informationen zur Ladedauer

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Laut einer Studie des Bundesverbands für eMobilität laden acht von zehn Besitzer ihr Elektroauto an der heimischen Steckdose auf. Daneben können auch öffentliche Schnell-Ladestationen oder die von Tesla eingeführten Supercharger genutzt werden. Wie lange Sie dann warten müssen, bis der E-Car wieder einsatzbereit ist, hängt vor allem vom jeweiligen Modell ab.


Wie lang ist die Ladedauer von Elektroautos?

Wer mit den umweltfreundlichen Stromern weite Strecken zurücklegen möchte, sollte sich schon frühzeitig über Ladestationen informieren. Schließlich haben E-Cars – und dafür stehen sie immer wieder in der Kritik – eine geringere Reichweite im Vergleich zu kraftstoff-betriebenen Fahrzeugen. Gerade deshalb ist die Ladedauer beim Elektroauto von großer Bedeutung. So macht es einen bedeutenden Unterschied, ob bis zur Weiterfahrt nur eine halbe Stunde oder gar eine ganze Nacht gewartet werden muss. Eine kurze Ladezeit kann also das Problem der begrenzten Reichweite lösen.

Pauschal lässt sich die Frage nach der Ladedauer beim Elektroauto nicht beantworten. Sie hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel:

  • Ladeleistung der Ladestation oder Steckdose
  • Kapazität der Batterie
  • Ladetechnik des E-Autos

Wie lange dauert der Ladevorgang an verschiedenen Ladestationen?

Großen Einfluss auf die Gesamtdauer des Ladeprozesses hat die jeweilige Art der Ladestation. So bieten sich Ihnen verschiedene Möglichkeiten, das Elektroauto zu laden. Im Bereich der öffentlichen Ladesäulen versprechen die sogenannten Schnell-Ladestationen die kürzeste Ladezeit. Auch an der heimischen Steckdose können Sie Elektroautos aufladen, wobei die Ladedauer hier deutlich länger ausfällt. Hersteller bieten deshalb die sogenannte Wallbox an, die als Wandladestation zu Hause installiert wird und den Ladevorgang verkürzt. Für einen groben Überblick über die verschiedenen Ladezeiten dient die folgende Tabelle:

Art der Ladestation Ladeleistung in Kilowatt Beschreibung Ladedauer in Stunden
Haushaltssteckdose ~2,3 Batterie wird durch ein spezielles Ladekabel an gewöhnlichen Wechselstrom-Steckdosen zu Hause geladen ~8-14
Haushaltssteckdose mit Wallbox ~3,6-22 Wandladestationen werden zu Hause installiert und fungieren als Steckverbindung für Ladekabel ~2-6
Öffentliche Ladesäulen ~10-22 Das öffentliche Netz an Ladestationen mit Wechselstrom wird stetig erweitert, hierfür ist meist ein spezielles Ladekabel und eine Tankkarte des Herstellers nötig ~2-4
Öffentliche Schnell-Ladesäulen ~50 Hochleistende Ladestationen, die schnelleres Laden durch Gleichstrom ermöglichen. Hierfür ist meist eine spezielle Lade-Dose notwendig ~0,5 – 1
Tesla-Supercharger ~120 Hochleistungs-Gleichstrom-Ladesäulen speziell für die Tesla Modelle S und X ermöglichen derzeit die kürzeste Ladedauer ~0,3

 

Hinweis: Die in der Tabelle gemachten Angaben stellen lediglich Richtwerte dar. So können Ladezeit und Ladeleistung bei einzelnen Modellen auch abweichen.

Warum hat das jeweilige Fahrzeugmodell Einfluss auf die Ladedauer?

Nicht nur die Art der Ladestation, sondern auch das jeweilige Modell bestimmt die Ladedauer des Elektroautos. Grund dafür ist zum einen die verbaute Ladetechnik, die bestimmt, in welchem Maße die Leistung der Ladestation überhaupt genutzt werden kann. Vor allem aber die Kapazität der Batterie ist entscheidend: Diese gibt an, welche Mengen an Strom die Batterie speichern kann. So kommt es, dass zum Beispiel der E-Stadtflitzer Renault Twizy bei der Ladezeit deutlich aus dem Rahmen fällt – durch seine kleine Batteriekapazität von 6,1 Kilowattstunden benötigt dieser an der Steckdose zu Hause nur wenige Stunden.

Das kann auch bei Modellen des gleichen Herstellers zu Abweichungen bezüglich der Ladedauer führen: Während der beliebte E-Kleinwagen VW e-up! an der heimischen Steckdose rund neun Stunden Ladezeit benötigt, braucht der e-Golf dazu rund vier Stunden länger. Letzterer hat mit 24 Kilowattstunden eine deutlich höhere Batteriekapazität. Ähnlich lange braucht der Nissan Leaf, der sich als meistverkauftes Elektroauto weltweit bezeichnen darf.

Die größte Ausnahme stellt wohl die E-Limousine Model S von Tesla dar. Möchten Sie diese an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose laden, müssen Sie rund 40 Stunden auf das luxuriöse E-Car warten. Grund dafür ist die Batterie, die mit einer Kapazität von rund 100 Kilowattstunden die größte Reichweite unter allen Elektroautos verspricht: Laut Hersteller können mit voller Batterie bis zu 600 Kilometer zurückgelegt werden. Um ein vielfaches schneller geht der Prozess, wenn Sie den Wagen über die von Tesla eingeführten Elektroauto-Supercharger aufladen. Die Dauer beträgt hier laut Hersteller nur rund 20 Minuten, zudem können Tesla-Kunden die Ladesäulen kostenfrei nutzen.

Tipp: Hersteller berechnen Ladezeit für nur 80 Prozent Akkustand

Meist verfügen Batterien über ein System, womit E-Cars bei Schnell-Ladesäulen nur bis zu 80 Prozent aufgeladen werden können. Grund dafür ist die Überspannung, die bei höherer Ladung auftreten kann und die Batterie schädigen könnte. Daher beziehen sich meist auch die Herstellerangaben zur Schnell-Ladezeit auf einen Akkustand von nur 80 Prozent.

Ladezeit beim Elektroauto selbst berechnen: So geht’s

Die Ladezeit kann für gewöhnlich beim jeweiligen Anbieter erfragt oder nachgelesen werden. Daneben haben Sie die Möglichkeit, die Ladedauer Ihres Elektroautos selbst zu berechnen. Dazu werden die bereits erwähnten Faktoren Batterie-Kapazität und Ladeleistung benötigt. Die Formel dazu lautet:

Tipp: Kapazität der Batterie in Wattstunden/ Ladeleistung in Watt = Ladedauer

Derzeit beträgt die durchschnittliche Kapazität der E-Auto-Batterien rund 24 Kilowattstunden. Wird von einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose ausgegangen, beträgt die Ladeleistung hier rund 2,3 Kilowatt. Laut Formel dauert es also durchschnittlich zehn Stunden, um E-Autos zu laden. Allerdings sollten Sie diese Formel aus den folgenden Gründen lediglich für eine grobe Orientierung nutzen:

  • Ausstattung des E-Autos: Längst nicht jedes E-Auto ist dazu fähig, die komplette Ladeleistung zu nutzen. Besonders gilt das für Ladesäulen mit einer sehr hohen Leistung, wie etwa die Schnell-Ladestationen mit Gleichstrom. Für ein optimales Ergebnis muss schließlich auch das Auto mit entsprechender Technik ausgestattet sein. Möchten Sie also in vollem Maße von leistungsstarken Ladesäulen profitieren, sollten Sie sich beim jeweiligen Hersteller informieren, bei welcher Leistung das E-Auto aufladen kann.
  • Akku-Ladestand: Des Weiteren sollten Sie auf die durch die Formel errechnete Dauer rund eine halbe bis ganze Stunde hinzurechnen. Grund dafür ist das mit steigendem Akku-Ladestand abnehmende Ladetempo. Für die letzten 20 bis 30 Prozent wird so eine längere Zeit benötigt.
  • Außentemperatur: Batterien von Elektroautos funktionieren am besten bei rund 15 bis 25 Grad Celsius. So kommt es, dass die Elektroauto-Ladezeit im Winter zunimmt. Hier verlangsamen sich die elektrochemischen Prozesse innerhalb der Batterie-Zellen. Deshalb sollten Sie bei Minusgraden, aber auch im Hochsommer eine etwas längere Ladedauer für das Elektroauto einplanen.

Schnell- oder Heimladung: Die Vor- und Nachteile

Wenn es um die Ladezeit von Elektroautos geht, haben sich vor allem zwei Begriffe etabliert: Die Schnellladung und die Heimladung. Beide Varianten gehen sowohl mit Vor- als auch mit Nachteilen einher:

Schnellladung: Das E-Mobil wird hierbei innerhalb von circa einer halben Stunde bis zu 80 Prozent aufgeladen. Dazu müssen Sie für gewöhnlich öffentliche Ladesäulen nutzen, da übliche Haushaltssteckdosen nicht im Ansatz die notwendige Ladeleistung von rund 50 Kilowatt erreichen. Allerdings ist auch nicht jedes E-Car mit der notwendigen Technik ausgestattet. Fähig zur Schnellladung sind zum Beispiel:

  • BMW i3
  • Nissan Leaf
  • Tesla Model S
  • VW e-up!
Vorteile Nachteile
Sehr kurze Ladedauer von unter einer Stunde möglich zu häufige Schnellladungen können für die Batterie schädigend sein, sodass sich die Batterie-Lebenszeit verkürzt
Ladesäulen üblicherweise nahe der Autobahn Die Batterie kann wegen Gefahr der Überspannung nur bis rund 80 Prozent geladen werden
ermöglicht schnelle Weiterfahrt bei langen Strecken

 

Heimladung

Von einer Heimladung wird gesprochen, wenn das Fahrzeug über mehrere Stunden bei geringer Ladeleistung an haushaltsüblichen Steckdosen geladen wird. Dazu liefern die Hersteller ein Kabel mit, welches den Auto-Lader mit der Steckdose verbindet.

Vorteile Nachteile
E-Car kann bequem über Nacht geladen werden je nach Modell lange Ladezeiten von acht bis 14 Stunden
möglich über einfache Haushaltssteckdosen Steckdosen sollten unbedingt vom Fachmann auf Eignung für eine Dauerbelastung geprüft werden
kann zu Hause oder sogar am Arbeitsplatz durchgeführt werden ausreichend großer Stellplatz nahe der Steckdose notwendig
Leistung kann durch spezielle Wandladestationen optimiert werden

 

Wann ist welche Option besser geeignet?

Die Schnellladung stellt eine angenehme Option dar, wenn Sie mit dem E-Car längere Strecken zurücklegen möchten. So müssen Sie bis zur Weiterfahrt nicht mehrere Stunden, sondern nur rund 30 Minuten abwarten. Wenn Sie das Auto allerdings erst am nächsten Tag wieder nutzen möchten, bietet sich auch die Ladung zu Hause an. Hier sollte allerdings ebenfalls darauf geachtet werden, dass sich der Akkustand zwischen 20 und 80 Prozent befindet. Höhere oder niedrigere Ladestände könnten sich schließlich negativ auf die Lebensdauer der Batterie auswirken.

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