Motorrad Kaufvertrag

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Kaufvertrag für den privaten Verkauf eines gebrauchten Motorrades

Ein Motorrad Kaufvertrag dient zur rechtlichen Absicherung des Käufers und Verkäufers bei der Veräußerung bzw. dem Erwerb eines gebrauchten Motorrads von einer Privatperson. Bei diesen Musterverträgen ist zu beachten, dass sie tatsächlich nur für den privaten Verkauf vorgesehen sind. Wer im Rahmen einer gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit ein gebrauchtes Motorrad verkauft, ist von dem sogenannten Ausschluss der Sachmängelhaftung nicht ausgeschlossen. Bei der selbstständigen Tätigkeit muss es sich nicht um einen gewerblichen Autohändler handeln. Auch beispielsweise ein Rechtsanwalt, Arzt oder selbstständiger Handwerker, welcher sein gebrauchtes Geschäftsmotorrad veräußert, fällt bereits unter die oben erwähnte Regelung.

Die richtige Auswahl des Motorrad Kaufvertrages

Damit weder Käufer noch Verkäufer im Nachhinein unangenehm überrascht werden, sollten nur Musterverträge, Vergleich auf kaufvertragauto.org, eingesetzt werden, welche von Seriosität geprägt sind. So bietet beispielsweise der ADAC ein hochwertiges vorgefertigtes Verkaufsformular, welches im Internet heruntergeladen werden kann. An diesem Formular sind Veräußerungsanzeigen angehängt, welche vom Verkäufer an die Zulassungsstelle und die Versicherung gesendet werden müssen. Grundsätzlich sollte sich der Kaufvertrag für den privaten Verkauf eines gebrauchten Motorrades durch eine hinreichende Detailtreue auszeichnen.

Worauf der Verkäufer beim Motorrad Kaufvertrag achten sollte

Der Verkäufer sollte sein Motorrad im Vorfeld technisch überprüfen lassen, da mit einem professionellen und renommierten Untersuchungsprotokoll ein gebrauchtes Motorrad sich leichter verkaufen lässt. Zur Preisorientierung hilft ein Blick in die bekannte „Schwacke-Liste Zweirad“. Die dort aufgeführten Preise beziehen sich auf Serienmotorräder, welche verkehrssicher, betriebssicher sowie unfallfrei sind. Nachdem ein seriöser Kaufvertrag für gebrauchte Motorräder ausgewählt worden ist, sollten auch beim Ausfüllen des Formulars einige Dinge beachtet werden. Es ist zwingend erforderlich, dass der Käufer 18 Jahre alt ist. Ist dies nicht der Fall, muss eine schriftliche Einverständniserklärung seiner Erziehungsberechtigten vorliegen. Wenn der potenzielle Käufer eine Probefahrt unternehmen möchte, sollte er dem Verkäufer seinen Motorradführerschein vorzeigen und für die Dauer der Fahrt seinen Personalausweis als Pfand hinterlassen. Ferner ist es empfehlenswert, dass ein Formular zur Haftungsvereinbarung für die Probefahrt ausgefüllt wird. Auch dieses kann aus dem Internet heruntergeladen werden. Beim Ausfüllen des Kaufvertrages müssen die vollständigen Namen sowie die Adresse des Käufers in den Kaufvertrag und in die Verkaufsmeldungen eingetragen werden. Hierbei sollte sich nicht auf die Aussagen des Käufers verlassen werden. Die Daten sollten mit den Informationen auf dem Personalausweis verglichen werden. Auch ein Eintragen der Personalausweisnummer sowie der ausstellenden Behörde ist von großer Bedeutung. Bei Vertragsabschluss muss der Käufer über jegliche Mängel und Schäden an dem Kraftrad informiert werden. Dies gilt insbesondere für Unfallschäden. So besagt die Rechtssprechung, dass der Verkäufer auch kleine Unfallschäden dem Käufer ungefragt mitteilen muss. Bezüglich der Art der Bezahlung ist stets eine Barzahlung zu bevorzugen, welche bei übergabe des Motorrades erfolgen sollte. Ratenzahlungen, Stundungen sowie das Akzeptieren von Schecks können sich als problematisch erweisen. Dem Käufer wird die Zulassungsbescheinigung Teil II erst dann ausgehändigt, wenn er den vollen Kaufpreis entrichtet hat. Bereits mit der Eigentumsübertragung geht die Versicherung des Motorrades an den neuen Besitzer über. Aus diesem Grund wird der Schadenfreiheitsrabatt vom Verkäufer nicht beeinträchtigt, wenn der Käufer nach übertragung des Motorrads einen Unfallschaden hat. Diese Regelung zählt auch, wenn das Kraftrad noch nicht offiziell umgeschrieben worden ist. Selbstverständlich sollte der Verkäufer nach Ausfüllen des Kaufvertrages die vollständigen Verkaufsmeldungen an die Zulassungsstelle und Versicherungsgesellschaft schicken. Erst wenn die Veräußerungsanzeige bei der Zulassungsstelle eingegangen ist, geht die Steuerpflicht auf den Käufer über. Von den Verkaufsmeldungen sollten ferner dringend Sicherheitskopien aufbewahrt werden. Sollte der Käufer das veräußerte Motorrad nicht ummelden, kann es passieren, dass der Verkäufer weiterhin für die Versicherungsprämie sowie die Steuer haften muss. In Zweifelsfällen kann es daher hilfreich sein, mit dem neuen Besitzer zum Ummelden zur Zulassungsstelle zu fahren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Motorrad für Eigentumsübergabe abzumelden. Dadurch ist der Käufer gezwungen, zur Abholung ein Kurzzeit- bzw. Ausfuhrkennzeichen mitzubringen oder den Transport über einen Hänger zu realisieren.

Worauf der Käufer beim Motorrad Kaufvertrag achten sollte

Vor dem Kauf eines Motorrades sollte das Kraftrad ausführlich untersucht werden. Im Zweifelsfall ist ein Heranziehen eines Fachmannes ratsam. Des Weiteren sollte nicht auf eine Probefahrt verzichtet werden. Bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird, müssen die Eintragungen in den Fahrzeugpapieren überprüft werden. Ferner ist es wichtig, bei Importfahrzeugen aus einem anderen EU-Land nach der EU-übereinstimmungserklärung zu fragen. Da häufig stark umgerüstete Motorräder angeboten werden, befinden sich mitunter die Fahrzeugteile nicht mir im Originalzustand. Aus diesem Grund sollten die Eintragungen im Zulassungsbescheinigung Teil II überprüft werden oder ein Blick in die allgemeine Betriebserlaubnis geworfen werden. Der Käufer sollte ferner darauf achten, dass der Verkäufer ihm alle Schlüssel aushändigt. Auch die Schließfunktion sollte überprüft werden. Wenn nicht der Eigentümer mit dem Käufer selbst verhandelt, müssen eine schriftliche Verkaufsvollmacht sowie die Papiere des Bevollmächtigten vorliegen. Es empfiehlt sich, die Adresse des Bevollmächtigten aufzuschreiben. Im Kaufvertrag müssen jegliches Zubehör sowie die Zusatzausstattung vermerkt werden. Die Kasko- und Haftpflichtversicherung gehen mit dem Kauf des Motorrades an den Käufer über. Daher sollte überprüft werden, ob das Kraftrad günstig versichert ist. Ansonsten kann ein neuer Versicherungsvertrag abgeschlossen werden. Des Weiteren sollte das Kraftrad sofort bei der Zulassungsstelle am Hauptwohnsitz umgemeldet werden. Für die Ummeldung werden folgende Unterlagen benötigt: die Zulassungsbescheinigung Teil I, die Zulassungsbescheinigung Teil II, den Nachweis über die letzte Hauptuntersuchung, die elektronische Versicherungsbestätigung, einen Lichtbildausweis mit Meldebestätigung und die Einzugsermächtigung des Motorradhalters für Kraftfahrtzeugsteuer. Erfolgt ein Wechsel des Zulassungsbezirks, sind ferner Kennzeichenschilder erforderlich. Wenn das Motorrad nicht vom Halter selbst zugelassen wird, wird von dem Beauftragten eine schriftliche Vollmacht verlangt. Des Weiteren muss der Bevollmächtigte zur Zulassungsstelle einen anerkannten Lichtbildausweis sowie den Ausweis des Vollmachtgebers mitführen.

Checkliste zum Motorrad Kaufvertrag

  • 1. Ein schriftlicher Motorrad Kaufvertrag ist aus rechtlicher Perspektive nicht vorgeschrieben. Es wird jedoch nachdrücklich dazu geraten.
  • 2. Stets sollte ein standardisierter Motorrad Kaufvertrag aus einer seriösen Quelle genutzt werden. Auf einseitig begünstigenden Klauseln sollte verzichtet werden.
  • 3. Die persönlichen Angaben müssen vom Käufer und Verkäufer detailliert ausgefüllt werden. Ist einer der Parteien minderjährig, muss eine Vollmacht des Erziehungsberechtigten vorliegen.
  • 4. Die Telefonnummern der Vertragspartner sollten ausgetauscht werden, falls im Nachhinein eine Kontaktaufnahme notwendig ist.
  • 5. Alle Angaben zum Motorrad müssen eingetragen werden. Angaben zum Hersteller und die Bezeichnung des Modells reichen nicht aus. Die notwendige Identifizierung des Motorrades beinhaltet die Fahrgestellnummer, die Nummer des Fahrzeugbriefes bzw. der Zulassungsbescheinigung II, das Datum der Erstzulassung, Kilometerstand, Termin für die nächste Abgas- und Hauptuntersuchung sowie die Anzahl der Vorbesitzer.
  • 6. Der Käufer sollte sich schriftlich bestätigen lassen, dass das Motorrad noch keinen Unfall hat. Hatte das Motorrad bereits einen Unfallschaden, sollte sich der Käufer die Schadensart im Detail schildern lassen. Hierfür sollte auch die Höhe der Reparaturkosten erfragt werden. Jegliche verfügbaren Rechnungen und Gutachten zum Unfallschaden sollten dem Kaufvertrag angehängt werden.
  • 7. Im Vertrag muss festgehalten werden, ob das Motorrad jemals zu gewerblichen Zwecken genutzt worden ist. Ist das Motorrad importiert, sollten auch diese Fragen seitens des Interessenten erfolgen.
  • 8. Ein Austausch des Motors oder ein Einsetzen eines neuen Getriebes muss im Kaufvertrag festgehalten werden. Auch wenn eine große Reparatur notwendig gewesen ist, sollte dies im Kaufvertrag fixiert werden. Die Laufleistung der neuen Teile im Motorrad kann im Vertrag ebenfalls notiert werden.
  • 9. Liegen Mängel am Motorrad vor, sollten diese ausführlich beschrieben werden. Eine Eingrenzung der Schäden dient Käufer und Verkäufer zur Sicherheit.
  • 10. Erst wenn alle Fragen geklärt sind, unterschreiben Käufer und Verkäufer den Motorrad Kaufvertrag. In dem Vertrag ist Kaufpreis fixiert worden. Mit der Unterschrift beglaubigt der neue Besitzer die übergabe des Motorrades. Mit der Unterschrift des ehemaligen Besitzers wird der anfallende Kaufbetrag quittiert.

 

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