Führerschein Klasse B

fahrschule

Legt man als Maßstab alle Personen innerhalb Deutschlands zugrunde, die das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben, so besitzen nahezu 90 Prozent der Bundesbürger einen Führerschein der Klasse B. Anlass genug also, sich die Voraussetzungen und rechtlichen Rahmenbedingungen dafür einmal genauer zu betrachten.

 

Ab welchem Alter kann der Führerschein erlangt werden?

Die Fahrerlaubnis der Klasse B ist allen Personen auszuhändigen, die neben einer erfolgreich absolvierten praktischen und theoretischen Prüfung bereits das 18. Lebensjahr vollendet haben. Das bedeutet gleichfalls, dass die Anmeldung zur Fahrschule sowie dem dort stattfindenden Unterricht ab 17,5 Jahren erfolgen darf. Meist obliegt es sodann den Fahrlehrern, ob der Schüler schon vor seinem 18. Geburtstag erste Fahrstunden nehmen kann oder ob damit gewartet werden sollte. Unabhängig davon ist aber bereits eine Erlangung des Führerscheins mit einem Mindestalter von 17 Jahren möglich. Hierbei handelt es sich um das sogenannte betreute Fahren, bei dem der Fahrzeugführer lediglich mit einer zugelassenen Begleitperson am Straßenverkehr teilnehmen darf.

 

Voraussetzungen für den Erwerb

Neben dem Alter sind einige körperliche Erfordernisse maßgeblich. Der Fahrschüler sollte dabei insbesondere über eine gute Wahrnehmung der Augen verfügen und zudem einen Kurs der Erste Hilfe absolviert haben. Darüber hinaus müssen in der Fahrschule selbst bestimmte Pflichtstunden absolviert werden. Hinsichtlich der Theorie liegen diese in 14 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Im Straßenverkehr sind außerdem 12 Stunden als Sonderfahrt nachzuweisen, die sich aus Touren über Autobahnen, Landstraßen und in den nächtlichen Stunden zusammensetzen. Vorher gilt es aber, die grundsätzlichen Fähigkeiten des Fahrens zu erlangen. Bundesweit liegt der Durchschnitt damit gegenwärtig bei etwa 30 bis 35 Fahrstunden, ehe die Anmeldung zur Prüfung erfolgt.

 

Die Unterlagen zur Beantragung des Führerscheins

Bereits bei der Anmeldung in der Fahrschule müssen bestimmte Dokumente eingereicht werden. Zunächst handelt es sich dabei um ein aktuelles Passbild – das später einmal die Fahrerlaubnis zieren wird. Daneben muss ein Sehtest nachgewiesen, der beim Augenarzt absolviert werden kann. Im Regelfall wird diese Maßnahme aber auch nahezu jeder Augenoptiker kostengünstig gewährleisten. Ebenso gilt es, einen erfolgreich bestandenen Kurs zur Soforthilfe am Unfallort oder zur Ersten Hilfe besucht zu haben. Die dabei ausgehändigte Bescheinigung ist der Fahrschule vorzulegen. Genauso wie die obligatorische Kopie des Personalausweises und – sofern vorhanden – bereits bestehender Führerscheine. Alle genannten Dokumente werden neben den absolvierten Fahrstunden und Prüfungen zur Aushändigung der Fahrerlaubnis benötigt.

 

Für welche Fahrzeuge berechtigt der Führerschein der Klasse B?

Der Inhaber darf sich mit Fahrzeugen im Straßenverkehr bewegen, die ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht übersteigen. In ihnen ist die Beförderung von bis zu acht Personen möglich. Erlaubt wird somit eine Nutzung der üblichen Personenkraftwagen. Diese können darüber hinaus über einen Anhänger verfügen, der im Gewicht nicht mehr als 750 Kilogramm messen darf. Daneben schließt der Führerschein der Klasse B auch die Klassen AM und L mit ein. Die Erstgenannte bezieht sich auf Kleinkrafträder, die Letztgenannte auf Zugmaschinen, für die jeweils ab dem 16. Lebensjahr bereits eine Erlaubnis erlangt werden darf.

 

Befristungen für den Führerschein Klasse B

Bis vor wenigen Jahren war es üblich, dass der Führerschein der Klasse B unbefristet ausgehändigt wurde und somit dauerhaft uneingeschränkt gültig war. Seit dem Januar 2013 gilt jedoch eine neue rechtliche Vorgabe. Die Fahrzulassung ist nunmehr auf lediglich 15 Jahre befristet und muss anschließend umgetauscht werden. Damit wird sichergestellt, dass der Führerschein eine gewisse Aktualität hinsichtlich der persönlichen Daten und des Passbildes gewährleistet. Ein abermaliges Absolvieren der Gesundheitstests oder der Fahrprüfung ist vor der Beantragung der neuen Lizenz aber natürlich nicht erforderlich. Ebenso bleiben alle erlaubten Klassen weiterhin bestehen. Bei Führerscheinen, die schon vor dem Jahr 2013 erworben wurden, gilt zudem eine Befristung bis zum Ablauf des Jahres 2033 – dann müssen auch sie umgetauscht werden.

 

Probezeit für den Führerschein Klasse B

Wird der Führerschein erstmalig ausgestellt, so muss der Fahrer ungeachtet des eigenen Alters zunächst eine Probezeit von zwei Jahren einhalten. Dieser Zeitraum soll insbesondere jüngere Fahranfänger schützen und deren Risiko minimieren, in folgenschweren Unfällen verwickelt zu sein. Kommt es während der Probezeit zu Verstößen im Straßenverkehr, so sind verschiedene Sanktionen denkbar. Diese umfassen bei leichteren Fahrmängeln ein Verwarnungsgeld, können bei schwerwiegenden Fehlern aber eine Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre hervorrufen. Bei letztgenannter Maßnahme wird zugleich der Besuch eines Aufbauseminars angeordnet. Kommt der Betroffene dieser Aufforderung nicht nach, ist auch ein Entzug der Fahrerlaubnis zulässig.

 

Was kostet der Führerschein?

Wer sich für den Führerschein der Klasse B entscheidet, investiert in die eigene Zukunft. Viele Arbeitgeber sehen darin eine Grundvoraussetzung für die Einstellung neuer Kollegen. Doch die Fahrerlaubnis muss erst einmal bezahlt werden. Je nach Vorwissen und persönlicher Eignung liegen die Gesamtkosten im bundesweiten Durschnitt bei 1.500 bis 2.000 Euro. Denn neben der Fahrschule sind auch die Prüfungen nicht kostenfrei absolvierbar. Ebenso erhält die Straßenverkehrsbehörde einen geringen Obolus – und letztlich lassen selbst die kleinen Ausgaben für das Passbild oder den Sehtest die Ausgaben ansteigen. Wochenendkurse oder Ferienseminare können die Preise im Regelfall aber erheblich senken und zu einer schnelleren Erteilung des Führerscheins beitragen.

 

Sie benötigen mehr Informationen zum Thema Führerschein? Das folgende Führerschein Booklet enthält alle relevanten Informationen für Sie bereit.

Nach oben