ADAC Winterreifentest 2026: 15 Reifen fallen durch

Der ADAC Winterreifentest 2026 stellt 32 Produkte aus zwei gängigen Dimensionen auf die Probe und fördert beunruhigende Ergebnisse zu Tage. Fast die Hälfte aller getesteten Reifen fallen mit der Gesamtnote „mangelhaft“ durch.

Auf einen Blick:

  • 32 Reifen im Härtetest: Untersucht wurden die Größen 185/65 R15 (Kleinwagen) und 225/50 R17 (Mittelklasse) auf Schnee, Eis, nasser und trockener Fahrbahn sowie auf Umweltkriterien.
  • Sorgenkind Kleinwagen-Reifen: Von 16 getesteten Kleinwagen-Reifen sichern sich lediglich zwei das Urteil „gut“. Neun Produkte fallen durch, drei davon sind „mangelhaft“.
  • Die Testsieger: Der Continental WinterContact TS 870 dominiert das Gesamtfeld (Note 2,2 bei Kleinwagen, Note 2,3 bei der Mittelklasse). Den Sieg in der Mittelklasse teilt er sich mit dem Pirelli Cinturato Winter 3 (Note 2,2).
  • Große Haltbarkeitsunterschiede: Kleinwagen-Pneus halten im Schnitt nur 31.000 Kilometer (Schlusslicht Bridgestone: 22.000 km), Mittelklasse-Reifen bringen es im Schnitt auf über 45.000 Kilometer.
  • Profi-Tipp vom ADAC: Reifen sollten spätestens nach acht Jahren oder ab einer Restprofiltiefe von unter 4 Millimetern ersetzt werden.

Kleinwagen-Dimension 185/65 R15: Stiefkind der Reifenhersteller?

Die Ergebnisse im Segment der Kleinwagenreifen mit der Größe 185/65 R15 hinterlassen einen faden Beigeschmack. Es verhärtet sich der Eindruck, dass die Hersteller den Fokus vor allem auf größere Felgenformate legen.

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Nur zwei Modelle schaffen die Gesamtnote „gut“. Bester Reifen im gesamten Testfeld ist der Continental WinterContact TS 870 (Gesamtnote 2,2) mit herausragend ausgewogenen Fahr- und Umweltwerten. Dahinter platziert sich der Michelin Alpin 7 (Note 2,5), der bei hoher Sicherheit lediglich leichte Schwächen beim Handling auf Schnee zeigt.

Das Desaster wartet am unteren Ende der Preisskala: Mangelhafte Fahrsicherheit führt dazu, dass gleich neun der 16 Produkte keine Empfehlung erhalten. Drei Billig-Reifen (Sunny Winter-max NW611, Atlas Polarbear HP und Rockblade Rock 868S) fielen auf nasser oder schneebedeckter Fahrbahn so eklatant ab, dass sie mit der Note „mangelhaft“ abgestraft wurden.

Auch bei der Haltbarkeit hinken die kleinen Formate hinterher: Mit durchschnittlich 31.000 Kilometern ist die prognostizierte Laufleistung überschaubar. Das Negativ-Beispiel liefert Bridgestone, wo das Profil nach mageren 22.000 Kilometern abgewetzt ist.

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Mittelklasse-Dimension 225/50 R17: Bessere Ergebnisse, aber 6 Mangelhafte

In der beliebten Mittelklasse-Größe (225/50 R17) ist das Gesamtniveau deutlich höher und auch die durchschnittliche Laufleistung liegt mit über 45.000 Kilometern auf einem langstreckentauglichen Niveau.

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Den Gesamtsieg teilt sich der Pirelli Cinturato Winter 3 (Note 2,2), der auf nasser Straße fast an die Bestnote „sehr gut“ heranreicht, dicht gefolgt vom Dauerbrenner Continental WinterContact TS 870 (Note 2,3). Auch Goodyear und Michelin ergattern in dieser Klasse das begehrte Prädikat „gut“.

Doch auch bei den Mittelklasse-Format gibt es gefährliche Ausreißer: Sechs von 16 Produkten kassieren ein „mangelhaft“. Ursache ist fast immer eine extreme Ungleichgewichtung: akzeptablen Grip auf trockenem Asphalt erkaufen sich günstige Fernost-Produkte häufig mit katastrophalen Bremswegen auf Nässe oder Schnee.

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Die Top-Ergebnisse im Überblick


Reifengröße Modell / Marke Gesamtnote Stärken / Besonderheiten
185/65 R15 (Kleinwagen) Continental Winter Contact TS 870 2,2 (Gut) Bestwert im Testfeld, sehr ausgewogen
185/65 R15 (Kleinwagen) Michelin Alpin 7 2,5 (Gut) Hohe Sicherheit, gute Umweltbilanz
225/50 R17 (Mittelklasse) Pirelli Cinturato Winter 3 2,2 (Gut) Überragende Performance auf nasser Fahrbahn
225/50 R17 (Mittelklasse) Continental Winter Contact TS 870 2,3 (Gut) Gewohnt souveräner Allrounder

AutoScout24-Tipp: Worauf du beim Kauf und im Alltag achten musst

Ein Billig-Reifen mag bei der Anschaffung verlockend klingen, zahlt sich beim ersten Notbremsmanöver im Winter aber teuer aus. Der ADAC empfiehlt Vielfahrern, gezielt nach Produkten mit hoher Kilometerleistung und geringem Abrieb Ausschau zu halten, das schont Geldbörse und Umwelt gleichermaßen.

Für die kalte Jahreszeit gilt zudem die 4-Millimeter-Regel: Obwohl der Gesetzgeber nur 1,6 Millimeter Restprofil vorschreibt, lässt die Haftung bei Schnee und Matsch unterhalb von vier Millimetern drastisch nach. Zudem sollten Reifen, die älter als acht Jahre sind (erkennbar an der DOT-Nummer auf der Flanke), aufgrund der Aushärtung der Gummimischung ausgetauscht werden. (Text: an, ADAC | Bilder: ADAC)

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Alexander Nocker

Alexander Nocker verstärkt seit 2026 das AutoScout24 Magazin als freier Redakteur mit Fokus auf Antriebstechnologien. Er bringt langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus mit und beschäftigt sich vor allem mit neuen Technologien und aktuellen Mobilitätsthemen. Auch klassische Fahrzeuge kennt und schätzt er. Privat schlägt sein Herz für sportliche Klassiker - sein Traumwagen ist ein BMW M3 E30 Sport Evolution. Aktuell fährt er einen VW ID.3 GTX Fire & Ice.

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