BMW M Concept Neue Klasse: Der Elektro-M denkt radikal quer

BMW M bereitet sich auf die elektrische Zukunft vor. Das Concept Neue Klasse zeigt, wie ein kommender Elektro-M aussehen und technisch funktionieren könnte. Schon im Stand macht die Studie unmissverständlich klar, dass hier die Philosophie „Born on the racetrack. Made for the streets“ regiert.
Das Design: Sharknose, Trimaran und gelbe Augen
Die Proportionen sind muskulös, die Radhäuser breit ausgestellt und die Linienführung außergewöhnlich scharf und präzise. Die markante Frontpartie setzt auf eine nach vorn geneigte Haifisch-Nase, bei der die Scheinwerfer und die Niere zu einer optischen Einheit verschmelzen. Ein echtes Highlight für Motorsport-Nostalgiker: Die Scheinwerfer-Icons leuchten im neuen M-Gelb. Das ist eine direkte Hommage an die GT-Rennwagen der Marke und den Le-Mans-Prototypen BMW M Hybrid V8 – und dieses Feature soll laut BMW ein festes Erkennungsmerkmal zukünftiger Serien-M-Modelle werden.
Der Frontstoßfänger im sogenannten „Trimaran-Design“ erinnert an den Bau von Hochgeschwindigkeits-Segelbooten und stützt den mächtigen Frontsplitter. Am Heck sorgt ein knackiger Entenbürzel-Spoiler für den nötigen Anpressdruck auf der Autobahn oder der Rennstrecke, während dreidimensionale „Track Lights“ den schwebenden Diffusor einrahmen. Lackiert ist das recht seriennahe Konzept im spektakulären Monza Red metallic, kombiniert mit Zentralverschluss-Felgen.
Vier E-Motoren und ein Fahrdynamik-Zentralrechner
Unter dem Blech arbeitet das neu entwickelte BMW M eDrive-System der 6. Generation. BMW schnallt dem Concept gleich vier Elektromotoren um und dürfte nach dem Vorbild des Technologieträgers M eDrive Concept über mehr als 588 kW / 800 PS verfügen. Spätere Competition-, CS- oder CSL-Modelle sollen hinter vorgehaltener Hand bis zu 1.300 PS leisten. Um diese unbändige Kraft im Zaum zu halten, kommt das System „BMW M Dynamic Performance Control“ zum Einsatz.
Dieses wird über einen neuen High-Performance-Zentralrechner gesteuert, den die Entwickler liebevoll „Heart of Joy“ getauft haben. Durch die radselektive Ansteuerung der Motoren und Bremsen verspricht BMW M eine Agilität, Traktion und Präzision bis in den absoluten Grenzbereich, die selbst heutige Verbrenner-Modelle alt aussehen lassen soll.
Damit dem Kurvenräuber nicht nach zwei Runden der Saft ausgeht, setzt BMW auf modernste 800-Volt-Technologie. Der Akku fasst mehr als 100 kWh und nutzt neu entwickelte, zylindrische Zellen. Das sorgt für maximale Stromabgabe beim Sprint und kurze Ladestopps. Denn BMW spricht von gut 400 kW maximaler DC-Ladeleistung. Zudem ist das Batteriegehäuse direkt als tragendes Teil mit der Vorder- und Hinterachse verschraubt, was die Verwindungssteifigkeit der Karosserie nochmals massiv erhöht.
Dynamik im Innenraum: Rennsport-Cockpit trifft Naturfaser
Im Interieur regiert Purismus, der voll und ganz auf den Fahrer zugeschnitten ist. Die Passagiere nehmen auf vier neu entwickelten Schalensitzen Platz, die mit zweifarbigem Merino-Leder in den Tönen „Bathurst Blue“ und „Berry Red“ bezogen sind. Dazu gibt es ganz stilecht für die Rennstrecke rote Fünf-Punkt-Gurte. Eine echte Premiere im Hause M: Am griffigen Lenkrad, den Türverkleidungen und dem Überrollbügel kommt hochwertiges, schwarzes Nubukleder zum Einsatz.
Das freischwebende Dashboard besteht aus einem schwarzen Strickmaterial und verfügt über eine M-spezifische, hexagonale Hintergrundbeleuchtung. Rote Akzente am M-Gangwahlschalter und an den Schaltpaddles setzen sportliche Highlights in der sonst sehr cleanen Digital-Landschaft. Besonders cool: BMW verzichtet an vielen Stellen auf klassisches Carbon und setzt stattdessen auf veredelte Naturfaser-Elemente. Diese finden sich unter anderem in der Struktur der Sitze, im Frontsplitter, am Luftauslass der Motorhaube und sogar im Dach mit einer exklusiven M-Grafik wieder.
Wann kommt der Elektro-M in Serie?
Einen genauen Termin für den Marktstart nennt die BMW M GmbH zwar noch nicht, da es sich offiziell um eine seriennahe Design- und Technikstudie handelt. Da die reguläre „Neue Klasse“ von BMW in Form des i3 jedoch bereits in den Startlöchern steht, dürfte der scharfgemachte M-Bruder nicht allzu lange auf sich warten lassen. Wir rechnen mit den ersten Serienausläufern ab Ende Anfang 2027. (Text: an | Bilder: BMW)
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