Audi Q9 (2026): Das XXL-Flaggschiff greift BMW X7 und Mercedes GLS an.

Audi erweitert sein SUV-Portfolio nach oben. Der neue Audi Q9 ist 5,31 Meter lang, bietet serienmäßig sieben Sitze und startet als V6-Diesel mit 299 PS. Optional gibt es sechs elektrisch verstellbare Einzelsitze, automatische Türen und ein 4D-Soundsystem. Die Preise starten bei 108.400 Euro.

Gefühlt verging kein Jahr ohne Gerüchte über einen echten XXL-Kraxler aus Ingolstadt. Nun hat das Warten offiziell ein Ende. Audi enthüllt sein neues Flaggschiff: Den Audi Q9. Als erstes echtes Full-Size-SUV der Marke nimmt der Koloss die etablierte Konkurrenz von BMW X7 und Mercedes-Benz GLS direkt ins Visier. Das Rezept? Extreme Größe, extremer Fahrkomfort auf Business-Class-Niveau und teure Technologien, die man so in der Serienfertigung noch nie gesehen hat.

Der Auftritt: Imposante Präsenz und gebogene Licht-Kunst

Der neue Q9 basiert wie sein kleiner Bruder auf der hochentwickelten PPC-Plattform (Premium Platform Combustion) und lässt optisch sofort erkennen, wer das Sagen auf der linken Spur hat. Denn die Dimensionen machen den Anspruch sofort klar. Der Audi Q9 ist 5,31 Meter lang, 2,21 Meter breit und 1,81 Meter hoch. Der Radstand beträgt 3,14 Meter. Gegenüber dem Q7 legt der Q9 also deutlich zu und spielt nun in jener Klasse, die vor allem in Nordamerika, China und dem Nahen Osten wichtig ist.

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Genau dort dürfte auch ein großer Teil der Kundschaft sitzen. Audi hat den Q9 erkennbar global gedacht. Während große SUV in Europa oft kritisch gesehen werden, sind sie in anderen Märkten unverzichtbare Prestige- und Familienfahrzeuge. Der Q9 soll also nicht nur den Q7 verlängern, sondern Audi in einem profitablen Segment präsenter machen.

Um sowohl den amerikanischen, als auch den asiatischen Geschmack zu bedinen, bietet Audi das SUV in den zwei Ausführungen advanced mit eleganten Vertikalstreben im Singleframe und S line mit sportlich-wabenloser Optik, ausgeprägterer Frontschürze und kleinem Dachspoiler an. In den Radhäusern gibt es Leichtmetallräder von 20 bis hin zu üppigen 23 Zoll, wobei die Varianten ab 22 Zoll serienmäßig mit geräuschdämmenden Akustik-Schaumeinlagen bestückt sind.

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Fast schon Tradition beim Audi hat die Lichtshow. So auch im Q9. Hier verbauen die Ingolstädter weltweit erstmals gebogene digitale OLED-Heckleuchten 3.0. Dank eines nur 0,1 Millimeter dünnen Trägerglases schmiegen sich die insgesamt sechs Panels mit 512 einzeln ansteuerbaren Segmenten passgenau an die Karosserieformen. Auch die Licht-Sicherheit wird im Flaggschiff neu gedacht: Beim Abbiegen projiziert der Q9 synchron zum Blinker ein stilisiertes Lichtsymbol auf den Straßenbelag neben dem Auto. Bei Pannen oder Unfällen zeigt die Heckleuchte zudem automatisch ein rot leuchtendes Warndreieck als Kommunikationslicht für den nachfolgenden Verkehr.

Der Innenraum: Automatische Türen und Lounge-Feeling

Wer vor dem Q9 steht, greift gar nicht mehr klassisch zum Türgriff. Auf Wunsch öffnen und schließen alle Türen mit einem Schwenkbereich von bis zu 90 Grad vollautomatisch, gesteuert via Fahrzeugschlüssel, myAudi-App, MMI-Touchscreen oder einfach durch das Treten des Bremspedals beim Starten.

Im Innenraum empfängt die Insassen ein lichtdurchflutetes, ruhiges Lounge-Ambiente mit großem Panorama-Schiebedach und digitaler Cockpit-Architektur. Das Raumkonzept ist voll auf maximale Flexibilität ausgelegt: Der serienmäßige 7-Sitzer kommt mit drei Sitzreihen, bei denen sich alle Plätze komplett elektrisch verstellen und umklappen lassen. Als Option gibt es einen 6-Sitzer, der mit zwei luxuriösen, separat einstellbaren Executive-Einzelsesseln in der mittleren Reihe für maximalen Reisekomfort beeindruckt.

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Für das sprichwörtliche Sänften-Gefühl sorgt die serienmäßige Luftfederung mit einem Verstellbereich von insgesamt 90 Millimetern. Zum bequemen Ein- und Aussteigen senkt sich die Karosserie auf Knopfdruck automatisch um 62 Millimeter ab.

Bedienung und Haptik auf altem Niveau?

Beim Infotainment bleibt Audi seiner neuen digitalen Architektur treu. Das MMI-Panoramadisplay besteht aus einem 12,3 Zoll großen Audi virtual cockpit und einem 14,5 Zoll großen MMI-Touchdisplay. Dazu kommt serienmäßig ein 12,3-Zoll-Beifahrerdisplay mit Privacy Mode. Videos oder andere ablenkende Inhalte sind während der Fahrt vom Fahrersitz aus nicht sichtbar.

Das System basiert auf Android Automotive OS und lässt sich per natürlicher Sprache bedienen. Bei Fragen greift der Assistent auf ChatGPT zurück. Wichtig ist dabei die Integration: Der Fahrer soll nicht merken müssen, ob gerade eine Fahrzeugfunktion gesteuert, ein Navigationsziel gesucht oder eine allgemeine Antwort abgerufen wird.

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Materialseitig scheint Audi die Kritik an manchen jüngeren Innenräumen ernst genommen zu haben. Der Q9 setzt stärker auf matte und strukturierte Oberflächen, hochwertige Stoff- und Holzapplikationen sowie neue Farben. Neben Leder und Kunstleder gibt es Wolle wie Alpaka, Mikrofaser Dinamica und Leder in Feinnappa. Weniger Klavierlack, weniger Fingerabdrücke, mehr Ruhe: Genau so sollte sich ein großer Audi anfühlen.

Vorerst nur ein Diesel-V6 und keine PS-starken Benziner

Etwas Frust herrscht in Sachen Motorenpalette, denn hier bleiben die Ingolstädter beim Flaggschiff zurückhaltend. In Deutschland startet der Q9 wie schon der Q7 zunächst nur als V6-Diesel. Der Dreiliter-TDI leistet 299 PS und bietet 630 Nm Drehmoment. In ausgewählten europäischen Märkten wird zusätzlich eine schwächere Variante mit 245 PS und 500 Nm angeboten. Serienmäßig sind 8-Stufen-tiptronic und permanenter quattro-Allradantrieb.

Der Diesel nutzt die MHEV-plus-Technologie. Ein weiterentwickelter Triebstranggenerator kann beim Anfahren und Überholen bis zu 24 PS beisteuern. Dazu kommen ein Riemenstartergenerator und eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Der Q9 kann damit in bestimmten Situationen elektrisch rollen, den Verbrenner entlasten und effizienter arbeiten. Ebenfalls mit an Bord ist der elektrisch angetriebene Verdichter, der einst im SQ7 TDI Premiere feierte. Er ergänzt die zweistufige Aufladung und soll in nur 1,2 Sekunden bis zu 3,6 bar absoluten Ladedruck aufbauen.

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Auch der SQ9 wurde präsentiert, allerdings als US-Modell. Audi prüft derzeit, ob und wann ein entsprechendes Angebot auch in weiteren Märkten verfügbar sein wird. Die Amerikaner bekommen hier unter der Haube einen 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 591 PS und 800 Nm Drehmoment. Viele gutbetuchte Kunden dürften sich ein solches Angebot trotz CO2-Strafebepreisung auch für Europa wünschen, doch für hierzulande heißt es zunächst: Der große Q9 kommt als Diesel, nicht als V8-Benziner.

Preis und Markstart

Preislich beginnt der Audi Q9 TDI quattro bei 108.400 Euro. Damit ist er kein günstiger Familien-SUV, sondern ein klares Angebot für die Luxusklasse. Unterm Strich kommt Audi mit einem solchen Angebot spät, aber nun immerhin mit einem sehr konsequenten Auto. Für Europa wirkt der Start nur mit dem Diesel fast zu konservativ, dürfte den Kunden der Aufpreis für die CO2-Strafe doch herzlich egal sein. (Text: an | Bilder: Audi)

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Alexander Nocker

Alexander Nocker verstärkt seit 2026 das AutoScout24 Magazin als freier Redakteur mit Fokus auf Antriebstechnologien. Er bringt langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus mit und beschäftigt sich vor allem mit neuen Technologien und aktuellen Mobilitätsthemen. Auch klassische Fahrzeuge kennt und schätzt er. Privat schlägt sein Herz für sportliche Klassiker - sein Traumwagen ist ein BMW M3 E30 Sport Evolution. Aktuell fährt er einen VW ID.3 GTX Fire & Ice.

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