Genesis Magma GT: Wird das der Porsche-911-Schreck aus Korea?

Vergessen Sie alles, was Sie bisher über Genesis gewusst haben. Die koreanische Premiummarke meint es mit ihrer neuen Performance-Submarke „Magma“ verdammt ernst. Nachdem die Studie des Magma GT Concept bereits Ende vergangenen Jahres im französischen Le Castellet für offene Münder sorgte, legen die Koreaner nun nach. Vergessen wir für einen Moment den Rennsport: Dieses Auto ist als reines Straßenmodell konzipiert und zielt mit einer ungeahnten Aggressivität direkt auf das Herz des Porsche 911.
Offiziell handelt es sich weiterhin um eine Studie. Doch je genauer man hinsieht, desto stärker entsteht der Eindruck, dass hier bereits ein zukünftiges Serienfahrzeug neben dem GT3-Rennwagen vorbereitet wird.
Der GT könnte für Genesis die Rolle eines technologischen und emotionalen Aushängeschilds übernehmen. Ähnlich wie einst der Lexus LFA oder heute der Mercedes-AMG GT soll der Supersportwagen zeigen, wozu die Marke technisch und fahrdynamisch in der Lage ist.
Das Design ist ein echtes Statement
Schon die Proportionen lassen aufhorchen. Lange galt Genesis als Hersteller klassischer Limousinen und luxuriöser SUV. Der Magma GT bricht mit dieser Tradition. Die Studie zeigt eine überraschend flache Silhouette, breite Kotflügel, eine weit nach hinten versetzte Kabine und deutliche Mittelmotor-Proportionen. Dazu kommen spektakuläre Flügeltüren und eine Karosserie, die eher an ein Hypercar als an einen klassischen Gran Turismo erinnert.
Genesis selbst bezeichnet den Magma GT als Ausdruck seiner zukünftigen Performance-Identität. Die Studie soll das Spitzenmodell des neuen Magma-Programms werden und damit die Rolle eines Halo Cars übernehmen. Dass die Marke parallel ihr Motorsport-Engagement in Le Mans und der Langstrecken-Weltmeisterschaft ausbaut, wirkt dabei kaum zufällig. Vielmehr scheint Genesis Motorsport und Straßenfahrzeuge enger miteinander verzahnen zu wollen.
Das V8-Gerücht: Herzschmerz für die E-Fraktion?
Besonders spannend ist die Frage nach dem Antrieb. Offizielle technische Daten für die Serienversion existieren bislang nicht. Dennoch verdichten sich die Hinweise auf einen V8-Motor. Genesis beschreibt das ursprüngliche Magma GT Concept offiziell als Mittelmotor-Sportwagen mit Twin-Turbo-V8 und einer Leistung von bis zu 800 PS. Damit wäre der Magma GT deutlich stärker als jedes aktuelle Genesis-Serienmodell.
Gleichzeitig würde er in Leistungsregionen vorstoßen, die bislang Porsche 911 Turbo S, Chevrolet Corvette ZR1 oder Aston Martin Vantage vorbehalten sind. Noch interessanter sind die Spekulationen rund um die Motorsport-Technik. Mehrere internationale Beobachter gehen davon aus, dass der Magma GT eng mit dem künftigen GMR-001-Hypercar verwandt sein könnte. Dieses setzt ebenfalls auf einen V8-Motor. Denkbar wäre daher eine abgeschwächte oder elektrifizierte Ableitung für die Straße.
Einige Berichte sprechen sogar von einem Hybridantrieb mit V8-Basis, was die Gesamtleistung um die 800-PS-Marke wirklich realistisch erscheinen lässt. Offiziell bestätigt ist das allerdings nicht. Genesis hält sich weiterhin bedeckt und verweist lediglich darauf, dass die endgültige Antriebskonfiguration noch nicht feststeht.
Und genau in diesem Statement liegt die eigentliche Überraschung. Noch vor wenigen Jahren hätte man bei Genesis eher einen leistungsstarken Elektroantrieb erwartet, nun legt man sich darauf nicht mehr fest. Stattdessen scheint die Marke bewusst stärker auf Emotionalität und Motorsport-DNA zu setzen. Ein V8-Mittelmotor würde perfekt zu dieser Strategie passen.
Innenraum: Die Renaissance des Analogen
Gegen den aktuellen Trend von riesigen Hyperscreens setzt Genesis im Interieur des Magma GT auf pure Emotionen und Oldschool-Vibes. Das im neuen Showcar erstmals enthüllte Cockpit lässt Fan-Herzen höher schlagen. Herzstück ist die offene „Schaltkulisse“: Ein mechanischer Schalthebel, der knackig durch eine gefräste Aluminium-Kulisse klackt. Dazu gibt es klassische Uhren. Anstelle flacher Displays blickt der Fahrer auf wunderschön gearbeitete, analoge Rundinstrumente, die an edle Chronographen aus dem Motorsport erinnern.
Trotz aller Sportlichkeit glänzt die Studie mit hochwertigem Leder, sehr aufwändigen Sattlerarbeiten und klarer Fahrerorientierung. Genesis spricht von einem Fahrzeug, das Performance und Langstreckenkomfort miteinander verbinden soll. Damit positioniert sich der Magma GT in einer interessanten Nische. Er wäre kein radikaler Trackday-Sportwagen wie ein Porsche 911 GT3 RS, sondern eher ein luxuriöser Hochleistungssportwagen für Straße und gelegentliche Rennstreckeneinsätze. Er ist also im Prinzip mehr als 911, AMG GT oder Aston Martin Vantage, man kann ihn vielleicht wirklich als Einstiegs-Hypercar verstehen.
Werden die Karten im Sportwagen-Segment neu gemischt?
Dazu dürfte dann auch die Preisstrategie passen. Während europäische Hersteller für vergleichbare Fahrzeuge längst deutlich über 250.000 Euro verlangen, könnte Genesis über ein attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Wir bleiben für euch an den heißen Gerüchten aus Südkorea dran. (Text: an | Bilder: Hersteller)
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