Kommentar: Neuer Audi A7 wird wieder zum Audi A6

Audi macht eine Rolle rückwärts: Aus dem neuen A7 wird wieder der A6. Durch global einheitliche Modellbezeichnungen will Audi die Orientierung der Kunden stärken, so der Autobauer. Für den neuen Audi A5, respektive Audi A4, kommt diese Entscheidung leider zu spät.

Manchmal muss man eben abwarten können. Irgendwie war es jedem – außer Audi – klar, dass die neue Nomenklatur keiner verstehen würde. Gerade Zahlen für Elektromobile, ungerade Zahlen für Verbrenner. Handel und Kunden fragten sich zurecht, was man dort in Ingolstadt den ganzen Tag treibt. Dazu noch undurchsichtige Antriebsbezeichnungen hinter den Modellen und voilà: Das Chaos war perfekt.

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Heute kannst du zum Beispiel einen Audi A6 50 TFSI e kaufen – oder aber einen Audi A6 55 TFSI ohne „e“. Der Audi A5, der eigentlich weiterhin Audi A4 heißen müsste, wird etwa als Audi A5 Avant TFSI 150 kW vermarktet. Und so weiter und so fort. Da tut es gut, dass man nun zumindest beim Audi A6 die Rolle rückwärts gewagt hat und den Verbrenner nach seinem Debüt im März nicht zum A7 umetikettiert. Man hat sich nun geeinigt auf: Audi A6 e-tron (Elektro), Audi A6 TFSI (Benziner) und Audi A6 TDI (Diesel) - die beiden Verbrenner jeweils mit Zusatzzahl für die Leistungsstärke. Das versteht sogar jemand, der sich nicht täglich mit Autos beschäftigt.

Audi schreibt dazu in einer entsprechenden Pressemitteilung:

"Weltweite Stringenz und eine klare Orientierung für alle Kunden anhand der Modellbezeichnung: Audi stärkt den alpha-numerischen Aufbau seiner Nomenklatur. Diese richtet sich zukünftig global einheitlich und transparent nach Größe und Positionierung des jeweiligen Modells. Die bisherige Unterscheidung zwischen rein elektrischen Fahrzeugen und Modellen mit Verbrennungsmotor anhand der Ziffer entfällt."

Auch bei Qualität und Motoren muss eine Kehrtwende her

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Einsicht bei den Audianern so weit reicht, dass man auch eine 180-Grad-Wende bei der sinkenden Qualitätsanmutung im Innenraum vollzieht. Und – auch wenn es eigentlich niemand laut aussprechen will – dass man, anders als derzeit beim Audi A5, am 3.0 TDI im A6 festhält. Das Vielfahrerherz hat nämlich noch lange nicht ausgedient. Man schaue nur nach München (BMW 540d) oder Stuttgart (Mercedes-Benz E 450 d).

Ein 3.0 TDI (ggf. mit MHEVplus-Technologie) ist dabei sicherlich schon in der Entwicklung – schließlich steht auch noch ein neuer Audi Q7 an. Und diesen in Kerneuropa nicht mit einem vernünftig elektrifizierten Sechszylinder-Diesel anzubieten, wäre kaum im Interesse des Unternehmens. Aber das war die neue Nomenklatur ja auch nicht. (Text: tv | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

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