Maserati GranTurismo: Neptun auf großer Fahrt

Klassische Proportionen und weiche Linien sorgen für optische Harmonie
Der neue Maserati GranTurismo (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)² ist sofort als Träger des Dreizacks zu identifizieren – was nicht etwa an den vier sichtbaren Markenlogos liegt, sondern eher der evolutionären Design-Überarbeitung geschuldet ist. Im Prinzip nimmt er die Proportionen des Vorgängers und kombiniert sie mit der neuen Weichheit der Linien, die man mit dem MC20-Supersportwagen (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,5 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 261 g/km)² eingeführt hat. Das Ergebnis ist nicht nur harmonisch, sondern einfach: hübsch. Der GranTurismo wirkt einerseits vertraut, andererseits frisch und modern – eben klassisch italienisch.
Supersport statt Supersound: V6-Biturbo beerbt V8-Sauger
Ebenfalls vertraut ist die Technik unter der Haube. Der hinreißend klingende 4,7-Liter-V8-Sauger ist allerdings Geschichte. Doch sein Ersatz ist nicht minder spannend. Beide Verbrenner-Versionen des Maserati GranTurismo, „Modena“ und „Trofeo“ getauft, werden vom 3,0-Liter-V6-Biturbo aus dem 630 PS Supersportwagen MC20 angetrieben. Das Nettuno genannte Triebwerk bringt es in seiner gezähmten Ausbaustufe auf 490 PS und 550 PS. Die aus der Formel 1 bekannte Vorkammerzündung bleibt ebenfalls an Bord, wie auch die Effizienz-steigernde Zylinderabschaltung. Allerdings wurde wegen geringerer Performance-Anforderungen im Maserati GranTurismo von Trocken- auf Nasssumpfschmierung umgestellt.
Rein elektrische Folgore-Version mit beeindruckenden E-Leistungsdaten
Erstmals kommt mit dem Maserati GranTurismo Folgore (italienisch für Blitz) auch ein rein elektrischer Maserati auf den Markt. Das lautlose Reisecoupé verfügt über drei Elektro-Motoren, einen vorne für optimierte Traktion und zwei hinten für bestmögliche Längs- und Querperformance. Die Systemleistung beträgt üppige 750 PS, das maximale Drehmoment liegt gar bei 1.350 Nm. So rennt der Allradler angeblich in 2,7 Sekunden auf 100 km/h – und läuft für ein E-Auto sensationelle 325 km/h schnell. Die gleiche Höchstgeschwindigkeit wird übrigens auch vom Trofeo-Verbrenner erreicht, der ebenfalls mit Allradantrieb ausgerüstet ist.
800V-Architektur auf einer Eigenbau-Plattform
Seine Kraft schöpft der Strom-Maserati dabei aus einer modernen 800-Volt-Architektur, die überraschenderweise auf keiner bestehenden Architektur aufbaut, sondern extra für den GT entworfen wurde. Der Energiespeicher besteht aus einem 92,5-kWh-Akku, der in T-Form in der Mitte des Fahrzeugs eingebaut ist. Eine Reichweite nennt Maserati für sein E-Auto noch nicht, diese dürfte aber deutlich über 400 Kilometer im Realbetrieb betragen. Allerdings: Die italienische E-Performance hat ihren Preis und das nicht im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr auf der Waage: 2.260 Kilo wiegt der Maserati GranTurismo Folgore fahrfertig. Auch die Verbrenner kommen auf üppige 1,9 Tonnen. Doch mit 4,96 Meter Länge und fast zwei Meter Breite sind die italienischen GTs auch üppige Autos.
Marktstart und Preis
Der neue Maserati GranTurismo mit Nettuno-Benzinern wird noch eine Weile auf sich warten lassen und erst im zweiten Quartal 2023 zu den Händlern kommen. Der elektrische Folgore erscheint gar erst nach den Werksferien im Sommer. Bis dann will Maserati auch das GranCabrio vorgestellt und Innenraumbilder nachgereicht haben. Zu den Preisen schweigen die Modenesi bislang, mit weniger als 160.000 Euro für die Motorvariante Modena sollte man aber nicht rechnen. Der Folgore könnte indes mehr als 200.000 Euro kosten. (Text: Fabian Mechtel | Bilder: Hersteller)
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