Mitsubishi Pajero (2027): Die Geländewagen-Ikone feiert ihr Comeback

Auf einen Blick
- Comeback nach 5-Jahres-Pause: Die fünfte Modellgeneration feiert Premiere als weiterhin kompromissloses geländegängiges Flaggschiff.
- Klassische Offroad-Zutaten: Verstärktes Pickup-Chassis auf Leiterrahmen-Basis, Starrachse hinten und 230 mm Bodenfreiheit.
- Neuer Diesel: Vierzylinder-Turbodiesel mit 2,4 Litern Hubraum und 480 Nm Drehmoment, gepaart mit einer Achtgang-Automatik.
- Moderne Geländetechnik: Bekanntes Super Select 4WD-II mit Geländereduktion, Sperren, sieben Fahrmodi und Kamerasystem für den Bereich unter dem Bug.
- Digitales Cockpit: Zwei zusammenhängende 14,3-Zoll-Displays inklusive digitalem Multi-Meter für Steigung und Neigungswinkel.
Viele Hersteller wandeln ihre klassische Geländewagen im Zuge von Modellwechseln zu reinen Straßen-SUVs um. Zu wenig Kunden nutzen die robuster Offroader im eigentlich angestammten Terrain. Mitsubishi geht mit der Neuauflage des Pajero jedoch den entgegengesetzten Weg. Rund fünf Jahre nach dem Produktionsende der vierten Baureihe präsentiert die japanische Marke die fünfte Generation des traditionsreichen Modells, von dem weltweit bisher mehr als 3,29 Millionen Einheiten gebaut wurden.
Karosserie & Abmessungen: Robuster Auftritt mit historischen Zitaten
Mit einer Länge von 4.920 mm, einer Breite von 1.925 mm und einer Höhe von 1.910 mm fällt der neue Pajero stattlich aus. Der Radstand von 2.870 mm schafft Raum für insgesamt drei Sitzreihen im Fahrgastraum.
Beim Design wird es allerdings speziell. Zwar behauptet Mitsubishi, dass sich die Formgebung an der Modellhistorie orientiert, davon ist aber wenig zu erkennen. Gut, die prägnante C-Säule erinnert an den Schutzbügel des Ur-Pajero von 1982, während die Heckgestaltung eine optische Reminiszenz an das früher außen angebrachte Reserverad zeigt. An der Front stehen zwei verschiedene Kühlergrill-Ausführungen mit Waben- oder Streifenmuster zur Auswahl, flankiert von T-förmigen Scheinwerfereinheiten. Dennoch wirkt der neue Pajero ein wenig beliebt und könnte auch ein chinesischer Entwurf sein. Hier hat man definitiv einige Möglichkeiten mit Blick auf den Legendenstatus des Pajero auf dem Zeichenbrett liegenlassen.
Technik & Fahrwerk: Leiterrahmen für harte Einsätze
Die technische Konstruktion zielt klar auf maximale Belastbarkeit im Gelände ab. Der neu gestaltete Leiterrahmen nutzt hochfesten Stahl mit vergrößerten Querschnitten zur Erhöhung der Biege- und Torsionssteifigkeit. Die Vorderachse setzt auf Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern, während hinten eine Fünflenker-Starrachse verbaut wird. Der Kraxler bietet damit 230 mm Bodenfreiheit, einen vorderen Böschungswinkel von 30,4 Grad (hinten 25,8 Grad) und 22,6 Grad Rampenwinkel.
Den Vortrieb übernimmt ein 2,4-Liter-Turbodiesel mit variabler Turbinengeometrie und einem maximalen Drehmoment von 480 Nm. Spannend: Es handelt sich hierbei nur noch um einen Single-Turbo, wo der Vorgänger über eine Biturbo-Lösung verfügte, die gerade im unteren Drehzahlbereich schon für gutes Drehmoment sorgte. Die Kraftübertragung erfolgt über eine neu entwickelte Wandler-Achtgang-Automatik.
Allrad & Innenraum: Allrad-Setup und Kamerasystem
Als Allradsystem kommt der weiterentwickelte Super Select 4WD-II zum Einsatz. Neben reinem Heckantrieb (2H) stehen permanenter Allrad (4H), eine Mittendifferenzialsperre (4HLc) sowie eine zusätzliche Untersetzung (4LLc) zur Verfügung. Ergänzt wird die Mechanik durch die Fahrwerksregelung S-AWC sowie sieben spezifische Untergrund-Modi, unter anderem Sand, Mud und Rock.
Der Innenraum bietet bis zu sieben Personen Platz. Die zweite Sitzreihe ist um 150 mm längsverschiebbar und lässt sich für den Einstieg nach ganz hinten nach vorne klappen. Im Bereich der Instrumententafel arbeiten zwei 14,3-Zoll-Displays, die in eine optische Einheit integriert wurden.
Ein digitales „Multi-Meter“ zeigt zwar keine Strommesswerte, dafür aber Offroad-Informationen wie Kompass, Höhenmeter sowie Neigungs- und Wankwinkel an. Ein praktisches Detail für unwegsames Terrain ist die Kamerafunktion, die den uneinsehbaren Bereich unmittelbar unter der Fahrzeugfront auf den Bildschirm projiziert.
Die technischen Kennzahlen im Überblick
| Parameter | Mitsubishi Pajero (5. Generation) |
|---|---|
| Karosserie / Plattform | Geländewagen / Leiterrahmen |
| Motor | 2,4-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel (480 Nm) |
| Getriebe / Antrieb | 8-Gang-Automatik / Super Select 4WD-II (inkl. Untersetzung) |
| Abmessungen (L x B x H) | 4.920 mm x 1.925 mm x 1.910 mm (Radstand: 2.870 mm) |
| Bodenfreiheit / Böschungswinkel | 230 mm / 30,4° (vorne) / 25,8° (hinten) |
| Sitzkonfiguration | 7 Sitzplätze auf 3 Sitzreihen |
| Assistenzsysteme | MI-PILOT, Notbremsassistent, Kamerasystem mit Unterbodenblick |
Verfügbarkeit in Deutschland
Die schlechteste Nachricht zum Schluss: Der neue Pajero wird vorerst nicht nach Deutschland kommen. Die Fertigung des Fahrzeugs erfolgt im thailändischen Werk des Herstellers. Dort startet der Verkauf als Erstes. Ab 2027 ist die Einführung in rund 100 Ländern in Südostasien, Nahost und Lateinamerika vorgesehen. Ob das Modell zu einem späteren Zeitpunkt mit angepasster Motorisierung den Weg nach Europa findet, bleibt vorerst abzuwarten.
AutoScout24-Fazit
Die Rückkehr des Mitsubishi Pajero zeigt, dass klassische Allrad-Konstruktionen weiterhin Bestand haben. Die Kombination aus steifem Chassis, durchzugsstarkem Diesel und moderner Allrad-Elektronik bedient gezielt die Anforderungen von Offroad-Fahrern. Denn wenn es wirklich darauf ankommt, hilft ein schöner SUV meist nicht weiter. Das wissen die knapp 3,3 Millionen Pajero-Fahrer bestens. (Text: mz | Bilder: Mitsubishi)
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